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DSL-Preiskampf "Die Angebote sind verwirrend"

2. Teil: Im zweiten Teil: Das Spiel mit den Kundenzahlen. Locken, anfixen, halten - so lässt sich das Kalkül der DSL-Anbieter umschreiben. Mithalten können da nur Unternehmen, die mittelfristig auf jeden Profit aus dem DSL-Geschäft verzichten können. Weiter...

Das Spiel mit den Kundenzahlen

Tiscali-Manager Mühlner, der seit Ende 2000 für das italienische Unternehmen tätig ist, will deshalb für mehr Transparenz werben. "Wir müssen die Nutzer über die tatsächlichen Kosten informieren." Es sei wichtig, mit den Kunden offen über die Preise zu reden.

Doch auch Tiscali kommt nicht ohne das "Sternchen" in der Anzeige aus. Das ginge schon deshalb nicht, sagt der Manager, da aufgrund gerichtlicher Verfügungen bestimmte Hinweise zu Produktmerkmalen gegeben werden müssen. Hier jedoch auch versteckte Preisinformationen einzubringen kann nicht im Sinne des Konsumenten sein.

Carl Mühlner: "Die aggressiven Preise sind nicht mehr lange von den Unternehmen durchzuhalten"

Carl Mühlner: "Die aggressiven Preise sind nicht mehr lange von den Unternehmen durchzuhalten"

Tatsächlich ist der Kampf durch die Angebote für die Nutzer schwierig. Tests beispielsweise der Zeitschriften "C't" oder "Connect" können einen Leitfaden für die Interessierten bieten, letztendlich muss jedoch ein jeder selbst sein Surfverhalten beurteilen.

Offerten wie ein Call-by-Call-Volumen-Tarif, der das tatsächlich verbrauchte Datenvolumen zählt, sind dabei jedoch leider eher schwierig zu finden. Die kämen derzeit nicht an, berichtet Mühlner. Im Moment stünden Tarife mit zusätzlichem Hardwareangebot hoch im Kurs.

Der Umsatz hinkt der Kundenzahl hinterher

"Die Subventionen sind dabei enorm hoch", so Mühlner. Wenn ein Anbieter beispielsweise einen DSL-Anschluss plus Zugangstarif für 16,99 Euro anbiete, dann reiche er die Einnahmen nur an die Telekom weiter. "Verdient wird dabei nichts." Doch im Moment sei der Markt so, dass wenn beispielsweise United Internet (GMX, 1&1 Internet) eine Kampagne lostrete, die Branche entsprechend folge. Ziel sei es, Kundenwachstum zu generieren, egal ob sich das rentiert. So plant beispielsweise T-Online die Einführung, einer Billigmarke.

T-Online: Plant neue Billigmarke

T-Online: Plant neue Billigmarke

Die aggressiven Preise seien aber nicht mehr lange von den Unternehmen durchzuhalten, prognostiziert Tiscali-Manager Mühlner. "Irgendwann muss sich das im Umsatz niederschlagen."

Bis ins zweite Quartal 2005 könnten seiner Meinung nach die agressiven Kampagnen anhalten. Dann käme die große Aufgabe, die Kunden, die mit Billigangeboten gewonnen wurden, auch zu entsprechenden Umsätzen zu führen.

"Wenn ein Unternehmen eine Million registrierte DSL-Kunden hat, aber dennoch pro Kunde genauso viel Umsatz wie mit Schmalbandkunden macht, dann fragt man sich, ob so hohe Kosten für Subventionen und Marketing sich irgendwann rentieren werden." Bisher werde mit solchen Strategien nur draufgezahlt, und das könne bei keinem Unternehmen das Ziel sein. "Das weckt Erinnerungen an das Jahr 2000 als die Internetblase gerade aufgrund solcher Strategien platzte."

"DSL ist nicht alles"

Neben den aggressiven und intransparenten Preisen kritisiert Mühlner auch die Ausweisung der Kundenzahlen seiner Konkurrenten. Die sei genauso wenig durchschaubar. So seien die Unterschiede zum Teil gravierend, wenn die DSL-Kundenzahl der T-Com mit denen der verschiedenen Zugangsanbieter verglichen würden. Denn der größte Teil der Zugangsanbieter arbeite mit T-Com-Anschlüssen. Dennoch komme man kaum auf einheitliche Zahlen.

Partner für seine "Transparenz-Kampagne" hat Tiscali bislang nicht gefunden. Mühlner gibt zu, dass das starke Kundenwachstum im Breitbandgeschäft in Deutschland für sein Unternehmen im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal etwas nachgegeben habe.

"DSL ist nicht alles", resümiert Mühlner. Die meisten seiner Konkurrenten vernachlässigten inzwischen die Schmalbandkunden. "Wir haben deshalb unsere Website wieder leichter gemacht, damit sie sich schneller lädt." So verzeichne Tiscali auch einen Zuwachs bei Schmalbandkunden. "Und das sind immerhin noch 80 Prozent der Internetnutzer in Deutschland."

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