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24.02.2005
 

Freipaket-Aktion

Wird die Post zum Sperrmüll-Spammer?

Von Holger Dambeck

Morgen darf jeder Haushalt ein 20-Kilo-Paket zum Nulltarif verschicken - ein Geschenk der Post AG zu ihrem zehnten Geburtstag. Ein Scherzkeks ruft nun per Rundmail dazu auf, einer bestimmten Partei all das zu schicken, was man schon immer loswerden wollte.

Paketdienst DHL: "Jeder hat Sachen zu Hause, die er nicht gut gebrauchen kann"
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DDP

Paketdienst DHL: "Jeder hat Sachen zu Hause, die er nicht gut gebrauchen kann"

Die Deutsche Post AG wird zehn Jahre und schmeißt eine Runde für ihre Kunden. Am morgigen Freitag darf jeder Haushalt ein Paket verschicken, ohne dafür zu bezahlen. Man braucht dazu eine so genannte Jubiläums-Paketmarke, die Briefträger in dieser Woche deutschlandweit in die Briefkästen verteilt haben. Die Marke muss einfach nur aufgeklebt und das Paket im Laufe des morgigen Tages in einer Postfiliale abgegeben werden.

Das Paket darf bis zu 20 Kilogramm schwer und 60 mal 60 mal 120 Zentimeter groß sein - das reicht locker auch für kleine Möbelstücke. Was als Dankeschön an die Kunden gedacht ist, könnte jedoch auch auf eine Weise genutzt werden, die kaum im Sinne der Postpakettochter DHL ist.

DHL-Sprecher Korfmacher: "Wir können das nicht verhindern"
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DHL-Sprecher Korfmacher: "Wir können das nicht verhindern"

Ein Herr mit dem Pseudonym "Detlef Müller" unterbreitet unschlüssigen Jubiläums-Paketmarkenbesitzern per Rundmail seinen ganz eigenen Vorschlag: "Jeder hat ja noch Sachen zu Hause, die er eigentlich nicht besonders gut gebrauchen kann. Alte Fernseher, das Porzellan aus dem vergangenen Jahrzehnt - oder vielleicht ist auch einfach die graue Tonne bis zum Überquellen voll." Man könne sich ja mal einen Spaß erlauben, schreibt Müller, und das Zeug an irgendwelche Leute verschicken.

Um die Auswahl ein wenig einzugrenzen, schlägt er ein beliebiges Büro oder vielleicht auch die Zentrale einer fiktiven Partei vor: "Nennen wir sie _N_eue _P_artei _D_eutschlands". Die Adresse finde sich bestimmt ziemlich leicht im Internet, heißt es weiter.

Damit auch viele bei der Aktion mitmachen, bittet Müller darum, die Mail an möglichst viele Empfänger weiterzuleiten. "Stellt euch am Freitag mit einem Paket voll Schrott an die wahrscheinlich übervollen Schalter der DHL."

DHL-Jubiläumsmarke: Bis zu 20 Kilo schwere Pakete zum Nulltarif
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DHL-Jubiläumsmarke: Bis zu 20 Kilo schwere Pakete zum Nulltarif

Was dem Scherzkeks vorschwebt, ist eine Spam-Aktion mit Sperrmüll - ein rechtlich durchaus problematischer Vorschlag. Selbst "Detlef Müller", der Absender der Mail, scheint da ein ungutes Gefühl zu haben: "Da ich nicht weiß, inwiefern ich mich da über die Grenzen der Legalität hinaus bewege, würde ich vorerst lieber anonym bleiben", schreibt er in einer E-Mail an SPIEGEL ONLINE.

DHL-Sprecher Claus Korfmacher erklärte, dass es keine Einschränkungen bei der Freipaket-Aktion gebe. "Jeder kann verschicken, was er will. Wir prüfen nicht, was in dem Paket drin ist." Dass die Freipaket-Marken im großen Stil für Spam-Aktionen genutzt werden, glaubt er nicht. Ein Mittel dagegen hat der Paketdienst freilich nicht: "Wenn jemand so etwas vorhat, dann können wir das nicht verhindern."

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