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Zehn Jahre Yahoo! Der ewige Zweite

2. Teil: Weiter zum zweiten Teil...

hatte das Unternehmen ja schon im April 1996 hinter sich gebracht. Damals hatte Yahoo 39 Mitarbeiter, machte 1,36 Millionen Dollar Umsatz im Jahr und 634.000 Dollar Verlust. So langsam kündigte sich also schon damals die allgemeine Enthirnung des spekulierenden Völkchens an.

Yahoo-Messenger: Die Nummer drei nach AOL und MSN

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Als Ende der Neunziger der Dotcom-Boom dem Höhepunkt seines Deliriums entgegen wankte, war Yahoo längst ein sturmerprobtes, abgeklärtes Unternehmen, das schon etliche geplatzte, aber auch einige erfolgreich umgesetzte Träume hinter sich hatte. Yang und Filo genossen ihren frischen Milliardärsstatus und überließen die Tagesgeschäfte längst professionellen Managern. Deren Verbleib im Unternehmen war - wie in der Old Economy - erfolgsabhängig, und Yahoos Erfolg setzte sich auch noch fort, als sich ringsum die vermeintlichen Schlachtschiffe der New Economy als instabile Papierbötchen auf hoher See entpuppten.

Was nicht heißt, dass Yahoo gerade in der Grundpanik des Dotcom-Crashes nicht auch Holzwege erprobt hätte. Als rund ums Millennium auch bei Yahoo Quartalszahlen und Geschäftsergebnisse bröckelten, setzte Yahoo auf alles, was irgendwie profitabel erschien: Von Auktionen bis zu Sexangeboten ging das - und manches wurde schon nach wenigen Tagen wieder eingestellt, wenn die Proteste zu laut ausfielen.

Wofür steht Yahoo?

Stattdessen blieb Yahoo eine Popmarke mit Disneyhafter Familienkompatibilität: Angebote für Kinder ("Yahooligans") stützten das wie auch ein anwachsendes Merchandizing von der Baseball-Cap bis zum DVD-Rekorder mit Heimkino-Beschallung.

Terry Semel, Yahoo-Geschäftsführer seit April 2001: Das Management überließen Filo und Yang den Profis
REUTERS

Terry Semel, Yahoo-Geschäftsführer seit April 2001: Das Management überließen Filo und Yang den Profis

Auch heute hat Yahoo unter den Internetunternehmen noch immer eine Sonderstellung, das Profil des Unternehmens ist und bleibt seltsam unspezifisch. Für manche ist es ein Postdienst, für andere ein Katalog, wieder andere sehen den Suchdienst, die Diskussionsplattformen, die inhaltlichen Angebote. In erster Linie aber ist Yahoo ein vermarktbarer Name.

Der alte Produktkern, der einst von Filo und Yang angelegte Katalog, spielt dagegen heute keine so große Rolle mehr. Er wird weiter gepflegt und von vielen geschätzt, doch zum Erschließen des WWW mit seinen Milliarden von Seiten braucht es heute kraftvolle Crawler-Suchtechnik.

In nichts hat Yahoo in den letzten Jahren mehr Zeit und Mühe und Geld investiert: Mit dem Einkauf von Inktomi und der Entwicklung einer eigenen Crawlertechnik schaffte es Yahoo erst letztes Jahr, sich von der angemieteten Kompetenz seiner Kooperationspartner zu trennen. Denn als Altavistas Stern sank, war Yahoo fast umgehend zum neuen Marktführer gewechselt. Der letzte Partner war zugleich der größte Konkurrent und hieß - natürlich - Google.

In das zweite Jahrzehnt seines Bestehens geht Yahoo nun als letztes überlebendes der großen Portale, mit einem breit angelegten Angebot, wo andere (wie Google) sich spezialisierten.

Zehn Jahre lang gab Yahoo stets einerseits Trends vor und lief dann andererseits denen hinterher, die die gerade angesagte Dienstleistung besser beherrschten. Doch Yahoo "nullt", wird zehn, hat viele der einstigen Konkurrenten überlebt, andere verdrängt, einige sogar geschluckt. In einer Branchenwelt, in der die Ersten erstrahlen und vergehen, ist es offenbar gesund, "nur" der ewige Zweite zu sein. Am Ende, sagt der Volksmund, kommt's drauf an, was hinten rauskommt. Und bei Yahoo war das in den meisten Jahren seines Bestehens Profit.

Das macht die Firma mehr noch als Amazon oder eBay zu einem Star der alten New Economy, der Nicholas Negroponte ja einst prophezeit hatte, sie werde nicht auf "Stein und Mörtel" basieren, sondern auf "Bits und Bytes". Viel mehr hat Yahoo bis heute nicht zu "verkaufen" - und machte damit im letzten Jahr einen Umsatz von 3,6 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 370 Millionen Dollar. Genauso hat man sich das 1995 wohl erträumt.

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