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21.03.2005
 

Frankreich

Nachrichtenagentur verklagt Google

Google gerät in Frankreich in zunehmende Schwierigkeiten. Der Suchmaschinenbetreiber soll Autoren- und Markenrechte verletzt haben, in den USA läuft eine Millionenklage. Außerdem wird Google kritisiert, weil man dort nur angelsächsische Literatur digitalisieren will.

Google: Gegenwind aus Frankreich

Google: Gegenwind aus Frankreich

Vor einem Bezirksgericht der US-Hauptstadt Washington hat die französische Nachrichtenagentur AFP den Suchmaschinenbetreiber Google auf 17,5 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt. Der Vorwurf: Google habe Autorenrechte verletzt, weil auf seiner Nachrichtenseite Google News kostenlos Überschriften und Einführungsabsätze von Agenturmeldungen sowie AFP-Fotos zu sehen seien.

Google sammelt die Meldungen per Software im Web und veröffentlicht Teile davon auf Sites wie news.google.com oder news.google.fr. Nachrichtenagenturen wie AFP können mit einfachen technischen Mitteln Google und andere Internet-Suchmaschinen vom Indizieren ihrer eigenen Websites ausschließen. Schwierig wird das Herausfiltern aber, wenn die Nachrichten auf Seiten der Kunden ohne Agenturkennung veröffentlicht werden.

Ein Berufungsgericht in Versailles hat Google France am 10. März zudem wegen Markenpiraterie verurteilt, weil die Suchmaschine auf Werbelinks Begriffe wie "Bourse des Voyages" (Reisebörse) und "Bourse des Vols" (Flugbörse) benutzt hatte. Diese Begriffe haben sich Internet-Reiseanbieter schützen lassen. 70.000 Euro muss Google an die betroffenen Firmen, Viaticum und Luteciel, zahlen, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) meldet.

Google News: Meldungen automatisch gesammelt
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Google News: Meldungen automatisch gesammelt

Furcht vor kultureller Dominanz der USA hat in Frankreich Googles Plan zur Digitalisierung von 15 Millionen Werken aus angelsächsischen Bibliotheken bis 2015 hervorgerufen. Gleich mehrere Seiten widmete die Zeitung "Libération" dem Thema am Samstag. Die Bibliothèque Nationale de France (BNF) rief zu einer europäischen "Gegenattacke" gegen das Projekt auf. Staatspräsident Jacques Chirac will der EU ein Projekt zur Digitalisierung der Werke der großen europäischen Bibliotheken vorschlagen.

Der Schritt richte sich gegen niemanden, sei aber "von fundamentaler Bedeutung" für die Kulturvielfalt, sagte Kulturminister Renaud Donnedieu de Vabres laut dpa. Die Nationalbibliothek digitalisiert bereits Werke aus eigenem Bestand. 12.000 Bücher bietet auch das Projekt Gutenberg an, darunter viele in deutscher Sprache.

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