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Unautorisierte Steve-Jobs-Biografie Apple boykottiert Verlag

Strafe muss sein, scheint man bei Apple zu denken: Weil der Verlag John Wiley & Sons eine nicht autorisierte Biografie von Steve Jobs herausgab, weigert sich Apple nun, weiterhin Produkte des Verlags zu verkaufen. Der "Inquirer" sieht Apple in der Tradition der "Kirche des Mittelalters".

Unfreiwillige Schützenhilfe: "iCon" dürfte zum Bestseller werden

Unfreiwillige Schützenhilfe: "iCon" dürfte zum Bestseller werden

Ein Apple-Store ist kein Bücherladen, und John Wiley & Sons sind kein Computer-Bücherverlag (obwohl sie einige Dutzend Titel im Angebot haben). Insofern könnte man Apples Entscheidung, den Verkauf von Wiley-Büchern in seinen Läden einzustellen, als symbolischen Schritt sehen. Fragt sich nur, wofür er symbolisch steht.

Die Entscheidung des Apple-Managements macht sich fest an der Veröffentlichung einer von Apple nicht autorisierten Biografie des Apple-Gründers und Chefs Steve Jobs. Über einen Monat, heißt es aus dem Verlag, habe Apple versucht, die Veröffentlichung von "iCon Steve Jobs: The Greatest Second Act in the History of Business" zu verhindern. Als dies fehlgeschlagen sei, verweigerte Apple den weiteren Verkauf von Wiley-Büchern in seinen Geschäften.

Apple, berichtete die "New York Times", schlage zurück gegen den Verlag - nur wogegen Apple da schlägt, ist kaum jemandem klar. Das Buch, versichert der Verlag, erzähle eigentlich nur die Geschichte von Jobs Aufstieg, allerdings auch einige, öffentlich zwar bekannte aber bisher nicht vertiefte Details aus seinem Privatleben. Unter dem Strich sei das Buch so etwas wie eine "Lobpreisung".

Wiley & Sons verlegt etliche populäre Mac-Bücher. Zu den Autoren des Verlages gehören unter anderem David Pogue und Andy Ihnatko, der sich gegenüber "Macworld" dahingehend äußerte, er sei "sehr stolz, dass mein Verleger sich hinter einen seiner Autoren gestellt hat, statt das Buch zurückzuziehen".

Denn Apples zunehmend aggressive Reflexe gegen jede Form der Indiskretion irritieren inzwischen auch Fans des Computer-Entwicklers. Im Dezember verklagte Apple 25 seiner Angestellten wegen der Weitergabe von Firmengeheimnissen und in der Folge drei Mac-Blogger, die diese Gerüchte über kommende Apple-Produkte veröffentlicht hatten. Dass ein Unternehmen so versucht, sein Know-how zu schützen, ist verständlich. Wie es aber massiv versucht, sein Bild in der Öffentlichkeit zu steuern, ist zunehmend irritierend.

Niemand brachte das am Mittwochmorgen mit deutlicheren Worten auf den Punkt als die Lästermäuler vom "Inquirer". Für sie ist der Boykott der Wiley-Produkte nichts anderes als Teil eines Angriffes auf alle, "die Dinge sagen, die Apple nicht mag". Der Buch-Boykott spiegele "die Aktionen der Kirche des Mittelalters", die "Bücher, die ihrer Sicht vom Wort Gottes widersprachen, verbot und verbrannte".

Die Firmenzentrale in Cupertino will weder den Verkaufs-Boykott gegen Wiley, noch die Diskussion darüber kommentieren.

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insgesamt 27 Beiträge
DJ Doena 27.04.2005
Ist das wirklich eine "causa Apple"? Im Prinzip ist doch die ganze Industire auf einem Klagetrip, seien es nun nonsense-Patente, Urheberrechts- oder Markenrechtsklagen oder nun auch unautorisierte-Biografie-Klagen.
Ist das wirklich eine "causa Apple"? Im Prinzip ist doch die ganze Industire auf einem Klagetrip, seien es nun nonsense-Patente, Urheberrechts- oder Markenrechtsklagen oder nun auch unautorisierte-Biografie-Klagen.
yjeanrenaud 27.04.2005
nun, ich denke, das liegt an Steve Jobs und nicht an der Apple-Leitung. Jobs will nichts über sich geschrieben haben, was nicht stimmt. Es wurde ja schon so viel Mist berichtet über Ihn, da kann man das verstehen. Und eine [...]
Zitat von sysopApple ist notorisch allergisch gegen jede Form der Indiskretion. Jetzt hat der Computer-Innovator einen Buchverlag mit dem Bannstrahl belegt, der eine nicht autorisierte Biografie über Jobs herausbrachte. Hat Apple dies nötig, oder sind die Reaktionen überzogen?
nun, ich denke, das liegt an Steve Jobs und nicht an der Apple-Leitung. Jobs will nichts über sich geschrieben haben, was nicht stimmt. Es wurde ja schon so viel Mist berichtet über Ihn, da kann man das verstehen. Und eine Biographie erweckt doch immer sehr den Eindruck, sie sei authentisch, egal ob authorisiert oder nicht.
K.Schlüter 27.04.2005
Ich denke, man sollte die beiden Geschichten auseinander halte: Das Ausplaudern von Firmeninterna durch zu Verschwiegenheit verpflichteter Mitarbeiter, gerade in einem so engen Markt wie Computer/Software, nimmt keine Firma hin… [...]
Zitat von sysopApple ist notorisch allergisch gegen jede Form der Indiskretion.…
Ich denke, man sollte die beiden Geschichten auseinander halte: Das Ausplaudern von Firmeninterna durch zu Verschwiegenheit verpflichteter Mitarbeiter, gerade in einem so engen Markt wie Computer/Software, nimmt keine Firma hin… Dadegen muss, m.E., Apple vorgehen. Eine "inoffzielle" Bio nicht zu verkaufen, bzw. gleich den ganzen Verlag zu "bannen"… da wäre in der Tat eine Verhalten nach Gutsherrenart, die geradezu lächerlich erscheint.- Apple wird nicht gezwungen, in seinen Läden Ware anzubieten… Aber diese Sippenhaft find ich äußerst seltsam… Das sagt einer, der seit Jahren ein treuer Anhänger von His Steveness ist ;)
nucleon 27.04.2005
Nun ja, daß sich diese heilige Firma mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen wehrt, daß Informationen vorzeitig das Haus verlassen, ist doch nachvollziehbar. Apple ist klein, aber sehr innovativ. der Marktanteil, trotz [...]
Nun ja, daß sich diese heilige Firma mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen wehrt, daß Informationen vorzeitig das Haus verlassen, ist doch nachvollziehbar. Apple ist klein, aber sehr innovativ. der Marktanteil, trotz jüngster Erfolge, immer noch bescheiden. Und wenn interessante Details frühzeitig in die Hände der Windows-Welt gelangen, ist dies sicher kein Vorteil. Und wenn ich mir vorstelle, jemand würde eine Biographie über mich verfassen, und deren Inhalt mir nicht gefallen, dann würde ich auch meine bescheidenen Mittel nutzen, meine Unzufriedenheit zum Ausdruck zu bringen. Eigentlich also alles ganz menschlich ;-)
Spiritogre 27.04.2005
Na ja, bestimmt steht drinne, dass alles was Jobs gemacht hat ist das Marketing und das Gehäusedesign, den eigentlichen Computer hat Steven Wozniak alleine gemacht, klingt wenn man es falsch ausdrückt nicht sehr schmeichelhaft [...]
Na ja, bestimmt steht drinne, dass alles was Jobs gemacht hat ist das Marketing und das Gehäusedesign, den eigentlichen Computer hat Steven Wozniak alleine gemacht, klingt wenn man es falsch ausdrückt nicht sehr schmeichelhaft weil Steve damit auf eine Stufe mit Billy gehoben wird.
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