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02.05.2005
 

Kino-Kampagne

Mit Nachtsichtgeräten auf Raubkopierer-Jagd

Die Aktionen der Filmwirtschaft gegen Raubkopierer beginnen zu fruchten. Trotz immer mehr Brennern und breitbandigen Internetverbindungen hätten sich die wirtschaftlichen Schäden "kaum erhöht". Damit das so bleibt, sollen künftig Kino-Kontrollen mit Nachtsichtgeräten durchgeführt werden.

Das neue Plakat: "Langsam wird's eng, Junge"
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Das neue Plakat: "Langsam wird's eng, Junge"

Die Filmwirtschaft sieht erste Erfolge im Kampf gegen Raubkopierer. Die Geschäftsführerin der Zukunft Kino Marketing GmbH, Elke Esser, sprach am Montag von einer "Trendwende" seit Beginn der Aufklärungskampagne zum Urheberrecht im November 2003. So habe sich trotz explosionsartiger Ausdehnung der technischen Grundlagen zum Downloaden und Brennen der wirtschaftliche Schaden kaum erhöht.

In Zusammenarbeit mit eBay will die Filmwirtschaft ihre Kampagne fortsetzen, wie Esser sagte. Darüber hinaus planen Kinos den Einsatz von Nachtsichtgeräten gegen Raubkopierer.

Esser berichtete, dass sich der wirtschaftliche Schaden von 800 Millionen Euro im Jahr 2002 auf 1,06 Milliarden Euro 2004 erhöht habe, dies aber bei einer gleichzeitigen massenhaften Zunahme von DSL-Anschlüssen und zunehmender Verbreitung von DVD-Brennern. Als Erfolg wertete sie auch, dass Kassenschlager unter den Kinofilmen inzwischen erst eine oder zwei Wochen nach dem offiziellen Start aus dem Internet heruntergeladen werden könnten und nicht wie früher schon vor dem Starttermin. Die Kampagne "Raubkopierer sind Verbrecher" trage dazu bei, dass in den Käuferkreisen ein Unrechtsbewusstsein entstehe.

Von Januar bis März wurden laut der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) rund 160.000 Raubkopien sichergestellt und 703 Verfahren eingeleitet. 2004 wurden 2122 Verfahren eingeleitet und rund 523.000 Raubkopien sichergestellt. Als Erfolg verbuchte die Filmindustrie auch, dass am 20. April mit der Release-Gruppe Flatline einer der Hauptakteure im Geschäft mit illegalen Kopien zerschlagen wurde.

Der Verband der Filmverleiher geht laut Esser zivilrechtlich strikt gegen einschlägige Internet-Portalseiten vor. Zahlreiche Unterlassungsansprüche seien bereits eingereicht worden. In den Tauschbörsen arbeiteten verstärkt verdeckte Ermittler. Das Portal sharesville.org sei daraufhin schon geschlossen und der Betreiber zu einer Geldstrafe von 5500 Euro verurteilt worden.

Kinos wollen den Informationen zufolge in begründeten Verdachtsmomenten künftig Nachtsichtgeräte einsetzen. Priorität sei dabei allerdings, "dass das Kino nicht zum Hochsicherheitstrakt wird" und "dass der Kinobesucher sich nicht in seiner Intimsphäre gestört fühlt". Bei Einsatz der Nachtsichtgeräte würden die Zuschauer vorab informiert, sagte Esser. Zudem gehe es ja auch nur um "punktuelle Kontrollen". Esser wörtlich: "Daher haben sich mehrere Kinos zusammengeschlossen und prüfen die Bestellungen von circa 600 portablen Nachtsichtgeräten, mit denen wir in unregelmäßigen Intervallen und in begründeten Einzelfällen kontrollieren könnten."

Die Kampagne soll mit einem neuen Plakat illustriert werden, auf der ein Mann zwischen Filmbalken eingeklemmt ist. Untertitelt ist das Bild mit der Zeile: "Langsam wird's eng, Junge." Zusätzlich entwickelte die Filmwirtschaft Unterrichtsmaterial und Aktionen unter dem Slogan "Respect".

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