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12.07.2005
 

Filmpiraterie-Studie

Zwei Drittel aller Filme als Raubkopie online

Ein Drittel aller Kinostreifen kann laut einer neuen Studie bereits vor dem offiziellen Filmstart aus dem Netz heruntergeladen werden. Das Bildmaterial stammt zu 41 Prozent aus Jury-Versionen oder Pressevorführungen, der deutsche Ton wird häufig per Mikrofon im Kino mitgeschnitten.

Illegale Downloads: Quellmaterial sind zu 50 Prozent DVDs
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AP

Illegale Downloads: Quellmaterial sind zu 50 Prozent DVDs

Raubkopien von Kinofilmen kursieren weiterhin ungebremst im Internet. Einer aktuellen Studie des Unternehmens P4M und der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen zufolge sind zwei Drittel aller Kinostreifen online verfügbar. Ein Drittel davon kann bereits vor dem offiziellen Filmstart heruntergeladen werden, wie der Mitinitiator der Studie und P4M-Geschäftsführer, Wolfgang Greipl, heute auf einer Pressekonferenz in Berlin sagte. Ein weiteres Drittel steht ab dem Startwochenende zur Verfügung, der Rest in den folgenden Wochen.

Der "Available-for-Download"-Studie (AfD) zufolge sind alle Herkunftsländer von Raubkopien betroffen. Dabei waren US-Filme zu 94 Prozent und deutsche Filme zu 40 Prozent online verfügbar. Filme mit mehr als 500.000 Zuschauern am Eröffnungswochenende stehen durch hohe Sicherheitsvorkehrungen der Verleiher meist erst nach Kinostart online zur Verfügung. Filme mit weniger als 100.000 Besuchern am ersten Wochenende sind dagegen meist deutlich vor Kinostart bereits im Internet zu haben.

Wie aus der AfD-Studie weiter hervorgeht, sind Filme mit mehr als 100 Startkopien fast immer im Internet zu finden. Kleine Produktionen mit weniger als 30 Startkopien sind knapp zur Hälfte betroffen. Die Qualität der Downloads wird als "gut" eingestuft. Das Bildmaterial stammt zu 41 Prozent aus Pressevorführungen oder Jury-Versionen.

Bei etwa der Hälfte der Filme wird als Bildmaterial eine DVD aus einem anderen Land verwendet, in dem der Film schon angelaufen ist. Dies sind meist die USA, zunehmend aber auch osteuropäische Länder. Der deutsche Ton wurde in zwei Drittel der Fälle per Mikrofon live im Kino aufgenommen.

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Für die Studie wurden alle Kinofilme mit Start in deutschen Kinos zwischen Oktober 2004 und März 2005 erfasst. Insgesamt wurden 165 Filme untersucht. Greipl sagte, mit der Studie sei das Thema Film-Raubkopien in Deutschland erstmals in vollem Umfang transparent gemacht worden.

Der Geschäftsführer des Verbandes des Filmverleiher (VdF), Johannes Klingsporn, sagte: "Der Kampf gegen Raubkopien ist kein Sprint, sondern ein Marathonlauf." Das Fraunhofer Institut für Integrierte Publikations- und Informationssysteme forsche im Auftrag der Filmwirtschaft an einem Verfahren zur Rückverfolgung der Quelle bei gefundenen Raubkopien. Dabei soll ein sogenanntes digitales Wasserzeichen auf die Filme gelegt werden. Der VdF hofft, dass das Verfahren schon bald breit eingesetzt werden könne und die Aufklärungsquote für Raubkopien damit weiter steige.

Laut der Dritten Brennerstudie der Filmförderungsanstalt wurden im ersten Halbjahr 2004 10,3 Millionen Filme heruntergeladen.

Nadine Emmerich, ddp

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