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26.08.2005
 

Der Wahl-O-Mat

Sind Sie wirklich sicher, was Sie wählen wollen?

Jeder dritte Wähler, sagen die Demoskopen, sei noch Unentschlossen, wen er am 18. September wählen solle. Eine informative, spielerische Entscheidungshilfe bietet da der "Wahl-O-Mat" bei SPIEGEL ONLINE - und echte Überraschungen auch für die, die bisher glaubten, sie wüssten, zu welcher Partei sie stehen.

Entscheidungen zu treffen ist nicht immer leicht, wenn man vor die Qual der Wahl oder Wahl der Qual gestellt wird. Vorbei auch die Zeit, in der man sich Parteien quasi "auf Lebenszeit" zugehörig fühlen konnte. Jetzt konkurrieren Parteien um die Gunst der Wähler, von denen auch informierte Bürger nicht immer genau wissen, wofür sie denn nun wirklich stehen. Und wer liest sich schon alle Wahlprogramme durch?

Verdaulichere Entscheidungshilfen will da seit 2002 der "Wahl-O-Mat" der Bundeszentrale für Politische Bildung geben.

So geht das

Die spielerische Online-Entscheidungshilfe für Wahlentscheidungen konfrontiert den Teilnehmer in Form eines Quiz mit 30 Thesen, die den Wahlprogrammen der führenden Parteien entnommen sind. Welche These von welcher Partei kommt, erfährt man erst hinterher: Zuerst soll man per Mausklick zustimmen oder die jeweilige These ablehnen.

Das Programm gleicht diese Antworten mit den Wahlprogrammen der Parteien ab und gibt dem Nutzer eine gewichtete Rückmeldung, welcher Partei er tatsächlich nahe steht - so mancher erlebt dabei echte Überraschungen.

Denn "reinrassige" SPD-, CDU/CSU-, FDP-, Grünen- oder Linke-Anhänger gibt es nicht.

Das hat so viel Unterhaltungs- wie Informationswert: Wenn Konservative in sich den Linken entdecken, Liberale spüren, das ihr Herz eher rechts schlägt und stramm Linke sich plötzlich "auf Linie" mit der CSU finden, ist das ein durchaus passender Denkanstoß zur Wahl.

Schnell kommt man dann darauf, dass das Manko vieler dieser "automatischen" Zuordnungen darin liegt, dass alle Thesen gleich gewichtet sind. So aber "funktionieren" wir nicht: Uns allen sind bestimmte Politikbereiche wichtiger als andere.

Doch auch daran haben die Entwickler des Wahl-O-Mat gedacht. So hat man die Wahl, ob man vor der Ergebnisauswertung zunächst bestimmen will, welche Thesen und Politikbereiche einem besonders wichtig sind - und schon verändert sich das Bild gehörig. Vor Überraschungen ist man trotzdem nicht gefeit: Probieren Sie es aus, mit dem Wahl-O-Mat bei SPIEGEL ONLINE, zur Verfügung gestellt von der Bundeszentrale für Politische Bildung.

Frank Patalong

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