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23.09.2005
 

"New York Times"

Panne bei Bezahl-Inhalten

Anfang der Woche machte die "New York Times" Teile ihrer Website kostenpflichtig. Ein US-Journalist hat jedoch Wege gefunden, die Bezahltexte zum Nulltarif zu lesen. Die Zeitung sieht die Schuld bei nachlässigen Partner-Sites.

Online-Ausgabe der "New York Times": Nicht mehr alles umsonst
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Online-Ausgabe der "New York Times": Nicht mehr alles umsonst

TimesSelect heißt der neue Bezahldienst, den die renommierte "New York Times" am Montag gestartet hat. Bestimmte Kolumnen, Kommentare und Texte aus dem Archiv sind seitdem nicht mehr gratis. Ein einzelner Text kostet vier Dollar, im Jahresabo zum Preis von 50 Dollar ist der Zugriff auf Kolumnen und Kommentare inklusive - ebenso auf bis zu 100 Artikel aus dem Archiv der Zeitung.

Offenbar hat man bei der "New York Times" beim Start des Bezahldienstes aber vergessen, alle Kooperationspartner ausreichend zu informieren. Viele US-Websites übernehmen Kommentare der "NYT" auf ihren Seiten - nicht allen Partnern war klar, dass diese nun nicht mehr gratis verbreitet werden dürfen.

So startete der amerikanische Journalist John Tabin nur einen Tag nach TimesSelect "Never Pay Retail" - eine Linksammlung zu Kommentaren, für die man nicht bezahlen muss. "Wer braucht TimesSelect?", höhnt Tabin auf seiner Webseite. Er sucht jeden Tag über eine Suchmaschine nach Links zu den aktuellen Kommentaren, für die auf "nytimes.com" gezahlt werden muss - und wurde zumindest in den ersten Tagen häufig fündig.

Bei der "New York Times" dürfte man sich über das Schlupfloch geärgert haben. "Wir haben eine Vereinbarung mit unseren Partnern, dass sie die Kolumnen drucken dürfen, jedoch nicht online stellen dürfen", sagte eine Sprecherin der Zeitung dem Magazin "Wired". Ein Manager der Seite SeattlePI.com, die solche Kolumnen online publiziert hatte, sprach von einem "Fehler", den man begangen habe.

"New York Times"-Sprecherin Diane McNulty sagte, man rechne nicht damit, dass derartiges in Zukunft weiter passiere, "wir werden das im Auge behalten".

Die Bereitschaft der Surfer, für Nachrichten aus dem Web zu bezahlen, ist in den USA wie auch in Deutschland gering. Einzig die E-Paper-Ausgabe der "New York Times", eine elektronische Version der gedruckten Zeitung, verkauft sich halbwegs gut - wohl auch deshalb, weil viele Abonnenten die Gebühren nicht selbst bezahlen, sondern ihre Firma dies übernimmt.

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