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03.01.2006
 

Heute in den Netzen

Wunderbarer Fang

Von Matthias Kremp

Die Sieben Weltwunder sind in die Jahre gekommen. Zeit für ein Update, dass man online bestimmen kann. Ebenso wundersam ist auch ein Blick in die gläserne Fabrik des Phaeton oder auf die Jugend-Fotos der Rockstars, oder in das Fotoalbum der Natur. Oder, oder, oder...

Wähle das Wunder

Zwar kann nicht jeder die Sieben Weltwunder aufzählen, doch dass es sie gibt oder zumindest gab, sollte weithin bekannt sein. Der griechische Dichter Antipatros von Sidon erwähnte sie vor über 2000 Jahren erstmals in einem Reiseführer der Antike. Das sind natürlich olle Kamellen und so das geht das in der heutigen Zeit nicht mehr. Nicht nur, dass einige dieser Weltwunder gar nicht mehr aufzufinden sind, so wie die hängenden Gärten von Babylon oder der Koloss von Rhodos, nein, sie sind einfach zu alt.

Das findet zumindest die NewOpenWorld Foundation. Sie ruft deshalb dazu auf, doch bitte sieben neue Weltwunder zu bestimmen. Und das bitteschön nicht, so wie beim alten Antipatros, auf Geheiß irgendeines Dichters, sondern, ganz modern, per Internet-Abstimmung. Bereits seit 2001 arbeitet der Schweizer Bernard Weber an diesem Projekt und läutet nun die Endrunde ein. Die von einer Jury bestimmten 21 Finalisten stehen nun fest. Darunter der Eiffelturm, die Hagia Sophia und das Schloss Neuschwanstein. Ein Jahr lang soll nun abgestimmt werden - per Telefon. Mit den Einnahmen dieses Telefon-Votings finanziert sich die Organisation. Ein Teil des Geldes soll allerdings dem Erhalt von Kulturschätzen zugehen. Da fühlt man sich doch gleich besser.

Phaeton-Tour
Dass es um Volkswagens Luxuswagen Phaeton nicht zum Besten bestellt ist, hat Markenvorstand Wolfgang Bernhard im vergangenen Jahr selbst bestätigt, indem er den Verkauf der Edel-Karosse in den USA mangels Nachfrage einstellen ließ. Dass sich ein Besuch in der gläsernen Phaeton-Manufaktur in Dresden trotzdem allemal lohnt, zeigt Phaeton-Fan und -Fahrer Michael Moore (nein, nicht der.) mit einem ganzen Schwung hübscher Fotos. Mit dem, was man sich so unter einer Auto-Fabrik vorstellt, hat das wirklich nicht viel zu tun.

10/20/30
Powerpoint-Präsentationen sind der natürliche Feind der Aufmerksamkeit - meistens zumindest. In der Regel sind sie viel zu lang, mit überflüssigen Informationen überfrachtet und sturzlangweilig. Wer sich schon mal im Umfeld der Computermesse Cebit tagelang von Pressekonferenz zu Pressekonferenz schleppte, weiß ein Lied davon zu singen. Deshalb, liebe Marketing-Manager, Produkt-Manager und Pressesprecher: Nutzt die Zeit und lest doch bitte diesen Artikel.

Guy Kawasaki, der als Apple-Evangelist Karriere machte und heute als Venture-Kapitalist unterwegs ist, erklärt darin präzise, wie eine gute Powerpoint-Präsentation aussehen muss. Sein Mantra ist die 10/20/30-Regel: Man nehme 10 Folien, rede nicht länger als 20 Minuten und verwende keine Schriften, die kleiner als 30 Punkte sind. Pfichtlektüre!

Süße, harmlose Gören: Michael "Flea" Balzary, Bassist der Red Hot Chili Peppers, und Janis Joplin in zartem Alter
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Rock'n Roll-Kids
Auf Familienfesten wird ja gerne mal darüber orakelt, was aus den lieben Kleinen später einmal werden soll. Zahnarzt und Rechtsanwalt stehen da immer hoch auf der Wunschliste von Muttis und Vatis. Die Bezeichnungen "Rockröhre" oder "Schock-Rocker" dagegen sind auf solchen Treffen meist unbekannt.

Dass aber auch Schock-Rocker und Rock-Röhren einst ganz normale, brave Kinder waren, dokumentiert diese brasilianische Bilder-Galerie. Auch wenn ich nicht einmal die Hälfte der dort abgebildeten Leute kenne: unterhaltsam ist das schon. Alleine, um Marilyn Manson mit Topf-Haarschnitt auf einem spießig steifen Familienfoto zu sehen oder Janis Joplin als Vorzeige-Töchterchen im Sonntags-Kleid, lohnt sich der Besuch. Leider sind die Kommentare ausschließlich in Portugiesisch verfasst.

Landschaften als Leinwand
War es wirklich Zufall, dass Italien auf der Landkarte aussieht wie ein Stiefel? Die Betreiber der Website Worth1000.com glauben nicht. Nach ihrer Meinung hatte Gott damals gerade eine künstlerische Phase. Nun haben sie Photoshop-Artisten dazu aufgerufen, ebenso schöpferisch mit der Natur als Leinwand umzugehen. Die Ergebnisse. können sich sehen lassen. Insbesondere wenn man bedenkt, dass die Computer-Künstler nur zwei Tage Zeit hatte, um ihre Ideen zu verwirklichen.

Da werden Baumstümpfe zu dösenden Nashörnern und Flussläufe zu Flötenspielern. Natürlich wurde auch Italien bedacht und mit einer neuen Urlaubsinsel in Form eines Fußballs komplettiert. Und was lernen wir daraus? Trau keinem Bild, es könnte "ge-photoshopped" sein.

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