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25.01.2006
 

Netzwelt-Ticker

Raubkopierende Raubkopierer-Jäger

Von Matthias Kremp

Was haben MPAA und GVU gemeinsam? Zweierlei: Sie jagen Raubkopierer - und ließen sich selbst bei zweifelhaften Tätigkeiten erwischen. Außerdem im Nachrichtenüberblick: Yahoo gibt sich Google geschlagen. Iran blockiert BBC. Atari begrub E.T., und US-Senatoren diskutieren die Porno-Steuer.

Yahoo: der ewige Zweite

In Yahoo's Chefetage hat man es eingesehen: die Schlacht gegen Google ist verloren. Das bestätigte Chief Financial Officer Susan Decker in einem Interview als sie sagte: "Wir glauben nicht, dass es sinnvoll ist, anzunehmen, wir könnten Google substantielle Marktanteile abnehmen. Es ist nicht unser Ziel, die Nummer eins der Internet Suchmaschinen zu werden. Wir wären sehr zufrieden, wenn wir unseren Marktanteil halten können."

Nach Angaben von ComScore Networks Inc., ist eben dieser Marktanteil innerhalb des letzten Jahres von 27 auf 19 Prozent gefallen. Höchste Zeit also für Yahoo, den Kurs zu ändern. In Asien soll das bereits funktionieren, so Decker, die letzte Woche in einer Telefon-Konferenz darauf hinwies, dass die ComScore-Zahlen den asiatischen Markt ausschließen würden. Genau dort aber, so sagt Frau Decker, wäre Yahoo außerordentlich stark.

Singapur startet WiMAX

In dem asiatischen Inselstaat wollte man nicht mehr länger auf einen schnellen drahtlosen Netzwerk-Standard warten. So zitiert "ZDNet Asia" Alex Tan, den Direktor des Breitband-Anbieters QMax Communications mit den Worten: "Wir wollen nicht drei oder vier Jahre warten, bis 802.16e fertig ist." Seine Firma hat nun die erste WiMAX-Basisstation auf dem Dach eines Gebäudes im Stadtteil Bukit Timah errichtet und will darüber ab März kommerzielle Breitband-Dienste anbieten. Langfristig ist geplant, ganz Singapur mit WiMAX-Diensten zu versorgen. Rund 100 bis 200 Basisstation sollen dafür ausreichen, da WiMAX im Gegensatz zu heutigen WLANs erhebliche größere Gebiete abdecken kann.

Verteilen MPAA und GVU Raubkopien?

Eigentor: Raubkopierer-Jäger dies- und jenseits des Atlantik geraten selbst ins Gerede
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DDP

Eigentor: Raubkopierer-Jäger dies- und jenseits des Atlantik geraten selbst ins Gerede

Oh, wie peinlich. Ausgerechnet die MPAA, die Motion Pictures Association of America, wird beschuldigt, unerlaubt Kopien eines urheberrechtlich geschützten Films gemacht zu haben. Dabei wurde die MPAA doch gerade zu dem Zweck geschaffen, Raubkopierer zu bekämpfen. Zudem handelt es sich bei dem Film um eine Dokumentation, die sich kritisch mit Klassifizierungssystem der MPAA auseinandersetzt.

Dass es bei den Organisationen, die sich mit der Jagd auf Raubkopierer beschäftigen, nicht ausschließlich um Heilige handelt, bestätigen auch andere Berichte. So hat "onlinekosten.de" herausgefunden, dass die GVU, unter deren Mithilfe gestern europaweitRazzien gegen Raubkopierer durchgeführt wurden, selbst im Visier der Staatsanwaltschaft steht und schreibt: "Die Staatsanwaltschaft Ellwangen verdächtigt die private Organisation, die Verbreitung so genannter Warez aktiv unterstützt zu haben." Tatsächlich soll sogar ein Warez-Server, über den illegale Filmkopien verbreitet wurden "mit Unterstützung von GVU-Mitarbeitern betrieben worden" sein - wohl in der Absicht, so an die Namen der Verbreiter zu kommen. Die GVU-Geschäftführung soll über die rechtlich äußerst bedenkliche "Fahndungsmethode" Bescheid gewusst haben.

Iran blockiert BBC

Die BBC beschuldigt den Iran, ihre in Farsi geschriebene Website BBCpersian.com zu blockieren. Mit 30 Millionen Page Views pro Monat sei dies normalerweise die einflussreichste Nachrichtenquelle im Iran. Ein anonymer Mitarbeiter des iranischen Kultusminiteriums soll die Beschuldigungen der Nachrichtenagentur Reuters gegenüber bestätigt haben. Einen Grund, weswegen die BBC seit zwei Tagen aus den iranischen Netzen ausgesperrt wird, nannte er jedoch nicht.

iTunes-Nutzer fahren VW

Apples Musikladen wird immer beliebter. Nach Untersuchungen des Marktforschungsunternehmens Nielsen NetRatings nahm der Zugriff auf Apples iTunes Music Store im vergangenem Jahr um satte 241 Prozent zu. Insgesamt 20,7 Millionen Besucher sollen dem Shop eine Stippvisite abgestattet haben. Nach Angaben von Nielsen Ratings, bedeutet diese Entwicklung, dass 14 Prozent der aktiven Internet-Bevölkerung den iTunes Music Store nutzen - eine enorme Zahl. Außerdem sind der Studie zufolge überproportional viele iTunes-Nutzer zwischen 12 und 17 Jahren alt. Das Verhältnis zwischen weiblichen und männlichen Anwendern ist dagegen ausgewogen. Interessant auch: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein iTunes-User einen Volkswagen fährt, ist 2,2-mal höher als bei anderen Automarken. Bedeutet das nun, dass iTunes der "Käfer" unter den Online-Musik-Shops ist? Es läuft und läuft und läuft...

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