Rund 1,7 Milliarden Dollar, versprach Microsoft-Chef Bill Gates kürzlich bei einer Stipvisite in Indien, wolle er in den nächsten vier Jahren auf dem Subkontinent investieren. Jetzt zeichnet sich das erste aus diesem großen Topf finanzierte Projekt ab: Mit "Saksham" will Microsoft dem ländlichen Indien die Segnungen der IT-Kultur näherbringen.
Das aus dem Sanskrit stammende Wort bezeichnet ein Projekt, das auf den ersten Blick fast karitativ wirkt, aber als kommerzielles Franchise-Modell gedacht ist. Microsoft will in den nächsten Jahren mit Hilfe lokaler, privater Investoren 50.000 Internet-Kioske in ländlichen Gegenden aufbauen.
Verdienen will Microsoft an dem Verkauf respektive der Lizenzierung seiner Software, während die über Internet-Café, IT-Schulungen und andere Angebote erzielten Umsätze den Partnern zugute kommen sollen.
Den Plan hat die Gates-Company nicht aus dem Hut gezaubert, sondern sorgfältig ausgearbeitet: In den letzten zwei Jahren betrieb Microsoft in Indien intensive Marktstudie mit Hilfe von über 300 Cyber-Kiosken, über die Nachfrage und Bedürfnisse ausgetestet werden sollten. Intensiv, berichtet das Unternehmen, seien unter anderem netzgestützte Verwaltungsvorgänge nachgefragt worden: Das reicht vom Zugriff auf Melderegister und Katasterverzeichnisse über Informationsdienste für Tierzüchter und Bauern bis zum Kontakt mit Gesundheitsorganisationen.
Microsoft ist vom Potential des Projektes überzeugt: Über 70 Prozent aller Inder lebe in ländlichen Gegenden. Von den Partnern wird ein Investment von 25.000 bis zu 100.000 Dollar pro Kiosk für die Infrastruktur und Software verlangt - ab dann sind sie als Franchisepartner selbstständige Cyberkiosk-Betreiber.
Der Aufbau von 50.000 solcher Surf-Stationen binnen drei Jahren sei zwar ein ehrgeiziges Ziel, gibt Ranjivjit Singh von Microsoft India zu, aber letztlich nur "die Spitze des Eisbergs", sagte er "ITNews". Das wahre Ziel sei, mehr als 50 Prozent der Landbevölkerung zu erreichen. Im Falle eines Erfolges von Saksham kann sich Microsoft vorstellen, ähnliche Initiativen in anderen Drittwelt- und Schwellenländern zu begründen.
pat
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