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23.02.2006
 

Netzwelt-Ticker

Der nächste iPod-Jäger

Von Matthias Kremp

Bei Yahoo darf Allah wieder E-Mails verschicken, Terry Gilliam wünscht sich Raubkopien in guter Qualität, ein neuer Konkurrent für den Video-iPod steht in den Startlöchern, bei Google zu Hause gibt es Designer-Billardtische und Spielzimmer. Das und mehr im Überblick.

Yahoo erlaubt Allah

Manchmal geht es dann plötzlich ganz schnell. Bereits vor acht Monaten hatte sich Travis Kallahar, US-Bürger irischer Abstammung, darüber beklagt, dass er kein Yahoo-Benutzerkonto auf seinen Familiennamen einrichten konnte. Offenbar verweigerte der Registrierungsautomat alle Namen in denen die Buchstabenfolge "Allah" enthalten war. Eine brauchbare Antwort auf seine Anfragen an Yahoo erhielt er damals, im Juni 2005, nicht. Wie man ein solches Problem richtig anpackt, zeigte ihm erst Ed Callahan, dessen Mutter Linda vor wenigen Tagen ganz ähnliches widerfuhr. Er wandte sich mit dem Problem an die Presse. Kaum zwei Tage später konnte "The Register" Vollzug melden: Yahoo hat den Bann von "Allah" genommen. Die Begründung: "Allah" sei gesperrt gewesen, um einem Missbrauch dieses Namens vorzubeugen. Diese Gefahr bestünde nun nicht mehr.

Kein WLan an der Uni

Die Studenten der kanadischen Lakehurst University bleiben vorerst verkabelt. Der Grund: Uni-Präsident Fred Gilbert weigert sich, ein drahtloses WLan installieren zu lassen, so lange nicht sichergestellt ist, dass von den davon ausgestrahlten elektromagnetischen Feldern keine Gesundheitsgefahr ausgeht. Eine durchaus verständliche Vorsorge-Maßnahme, bedenkt man, dass es bis heute keine verlässlichen Erkenntnisse darüber gibt, ob derartige elektromagnetische Felder gesundheitsschädlich sind und wenn ja wie sehr. Auch das extra zwecks Ergründung dieses Sachverhalts ins Leben gerufene EMF-Forschungsprogramm hat dazu noch keine eindeutige Position bezogen. Wenn es Mr. Gilbert mit seiner Vorsorge jedoch ernst ist, sollte er auch gleich Handys und vor allem Schnurlos-Telefone von seinem Campus verbannen. Deren Sendeleistung nämlich liegt, so sagt es das Bundesamt für Strahlenschutz, bedeutend höher als die von WLans.

Arbeit nach Google-Art

Sehenswerte "Time"-Foto-Reportage "Googleplex": Ein Angestellter tobt sich im Minipool aus, während ein Bademeister über ihn wacht
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Sehenswerte "Time"-Foto-Reportage "Googleplex": Ein Angestellter tobt sich im Minipool aus, während ein Bademeister über ihn wacht

Nach der gestrigen Meldung, dass jeder Google-Mitarbeiter einen Wert von 19 Millionen US-Dollar repräsentiert, erfahren wir heute beim "Time Magazine", wie den Suchmaschinen-Mitarbeitern Ihr Arbeitsplatz schmackhaft gemacht wird. Wie eine große Über-Mama kümmert sich der Konzern um seine Angestellten: kostenloses Essen, kostenloses Friseure, Billiard-Tische und Spielzimmer. Wer sich an diesen Arbeitsstil gewöhnt hat, dürfte sich schwer damit tun, wieder in einem der sonst in den USA weit verbreiteten Cubicles Platz zu nehmen.

Keine Second-Hand-Elektronik in Japan?

Der Tokioter Stadtteil Akihabara ist weithin bekannt für seine vielen kleinen Elektronik-Shops, die vielfach auf Kauf und Verkauf gebrauchter Geräte spezialisiert sind. Damit könnte es nach einem Bericht der "Akihabara News" bald vorbei sein. Demnach soll ab dem ersten April 2006 der Verkauf von Elektrogeräten, die älter als fünf Jahre sind, in Japan verboten werden. Sicherheits-Bedenken gegenüber Alt-Elektronik sollen der offizielle Grund hierfür sein. Die "Akihabara News" freilich sieht das anders und wittert die profitgierige Industrie, welcher der Secondhand-Markt ein Dorn im Auge ist, als treibende Kraft hinter dem neuen Gesetz. Ganz so schlimm wird es freilich nicht werden. So klärt Asahi.com auf, dass der Verkauf durchaus weitergehen kann. Allerdings müssten die Waren vorher auf elektrische Sicherheit geprüft werden, was letztlich den Konsumenten zugute komme.

Der erste iPod-Killer?

Viliv P1: Dem iPod auf den Fersen?
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Viliv P1: Dem iPod auf den Fersen?

Das "Digital Lifestyle Magazine" glaubt ihn gefunden zu haben: den ersten wahren iPod-Konkurrenten. Viliv P1 heißt das gar nicht hässliche Gerät, verfügt über eine 30 GB Festplatte, ein 16:9 Farbdisplay, einen Radio-Tuner und ein Mikrofon. Im März soll der rote Media-Player auf den US-Markt kommen. Ein Preis steht noch nicht fest.

Schrott-Ferrari gehört Ex-Gizmondo-Manager

Gestern hatte SPIEGEL ONLINE gemeldet, dass ein eine Million Dollar teurer Ferrari Enzo im kalifornischen Malibu spektakulär zu Schrott gefahren wurde. Heute klärt uns "Joystiq" darüber auf, wem das Nobel-Altmetall gehört: Keinem Geringeren als Stefan Eriksson, der bereits das viel versprechende Projekt Gizmondo gegen die Wand gefahren hatte. Die Edel-Karosse war, so schreibt's "Joystiq", ein Teil seines Salärs.

Ex-Monty Phyton ist für "gute" Raubkopien

Terry Gilliam, heute erfolgreicher Filmemacher und früher das einzige nicht-britische Mitglied der britische Comedy-Truppe Monty Python, hat in einem Interview mit "Bits of News" ein bemerkenswertes Statement abgegeben. "Wenn Sie schon Raubkopien machen, dann stellen Sie wenigstens sicher, dass die Qualität gut ist," so Gilliam. "Zeigen Sie etwas Respekt für das Gut, das Sie stehlen." Da muss man wohl kaum noch erwähnen, dass Mr. Gilliam nicht sonderlich gut auf die Filmindustrie zu sprechen ist.

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