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27.02.2006
 

Netzwelt-Ticker

Das nächste ganz dicke Ding

Von Felix Knoke

...kündigen sowohl Microsoft als auch Apple an - und nutzen so die Gerüchteküche als Werbemittel. Besser funktioniert das bei Apple, wo die Fans selbst für Stoff sorgen: Ob die Bilder eines angeblichen iPod-Touchscreens nun echt sind oder nicht, weiß nur Guru Steve Jobs allein. Das und mehr im Überblick.

BlackBerry-Urteil: Kein Urteil

Der Streit um die Blackberry E-Mail-Handys geht weiter. Am Freitag lehnte ein Bundesrichter in Richmond im US-Bundesstaat Virginia den Antrag des Patentverwalters NTP auf eine einstweilige Verfügung gegen den Blackberry-Hersteller RIM (Research in Motion) ab. RIM, so die Forderungen von NTP, soll sofort seinen Service einstellen, keine weiteren Geräte verkaufen und eine Entschädigung in dreistelliger Millionenhöhe zahlen, berichtet Zdnews.com.

RIM hielt dagegen, das Ende des Blackberry stünde nicht im öffentlichen Interesse - rund drei Millionen US-Bürger nutzen den Handheld, mit dem sich unterwegs E-Mails verschicken, abrufen und auf einem relativ großen Display lesen lassen. RIM bot dem Richter an, die Entschädigung zu zahlen, falls die Gültigkeit der NTP-Patente bestätigt würde - sprach sich aber für eine Neuberechnung der Schadenssumme aus. Da das Patentamt die betreffenden NTP-Patente für ungültig erklärte, NTP dagegen aber Einspruch einlegen konnte, steht eine endgültige Entscheidung RIM vs. NTP noch aus.

Richter Spencer, von dem diese schwerwiegende Entscheidung abhängt, zeigte sich derweil von der ganzen Situation genervt und versteht nicht, wieso die Parteien diesen Fall vor Gericht ausmachen müssen. Schon Ende letzten Jahres sprach er sich gegen weitere Verzögerungen in diesem Fall aus. Doch die sind wohl unumgänglich, da der Streit auch vom US Patent- und Markenamt abhängt, das die NTP-Patente wahrscheinlich letztlich zurückweisen wird und mit einer Entscheidung dem Gericht hinterherhinkt.

Microsofts next big thing

Was verbirgt sich hinter dem Origami-Projekt, das Microsoft geheimnisvoll für den 2. März ankündigt? Die Spekulationen im Internet überschlugen sich wie erwartet - hinter all dem Zauber, so kristallisiert sich nun heraus, scheint das ehemalige Projekt Haiku zu stecken - ein Tablet-PC von Microsoft. Noch ist es nicht öffentlich, auf der Website der Microsoft-Werbeagentur Digital Kitchen verbarg sich jedoch ein Werbe-Video, das den Verdacht bestärkte. Touchscreen, Wifi, GPS - Origami wird wohl die neue Generation von Multimediacenter.

Apples next big thing

Angeblicher Touchscreen für den iPod: Echt falsch oder gefälscht, aber wahr?
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Angeblicher Touchscreen für den iPod: Echt falsch oder gefälscht, aber wahr?

Microsofts Timing für die Origami-Ankündigung ist kein Zufall, schreibt das "PC Magazin", hat Apple doch für Dienstag, den 28. Februar, einige besondere Ankündigungen vor. Vor einem kleinen Publikum werde der Mac-Hersteller, so die jüngsten Gerüchte, eine neue Produktlinie von Mac Minis und einige Fun-Produkte vorstellen. Top-Favorit der Gerüchteküche: die iPod Boombox, die "alles bisher in der Boombox-Welt da gewesene auf den Kopf stellen soll". AppleInsider.com geht da weniger laut von einem iPod mit großen Boxen aus. Morgen werden wir's ja sehen...

Eine Milliarde iTunes-Downloads - und bald auch Filme

Newsfactor.com zitiert Steve Jobs, Apple CEO: "Ich hoffe, dass jeder Konsument, Künstler und jeder Plattenfirmenboss heute einmal darüber nachdenkt, was wir in den letzten drei Jahren gemeinsam geschafft haben. Eine Milliarde wurden nun weltweit legal gekauft und heruntergeladen. Das ist ein deutliches Zeichen gegen Musik-Piraterie und für die Zukunft des Musikvertriebs, wenn wir uns weg von der CD hin zum Internet bewegen."
Große Worte, doch tatsächlich haben iTunes und ähnliche Vertriebsmodelle die Musikwelt revolutioniert. Am 23. Februar hat der US-Amerikaner Alex Ostrovsky Coldplays Hitsingle "Speed of Sound" heruntergeladen - und damit den einmilliardsten Kauf bei iTunes vollzogen. Zum Dank wird der 16-jährige Schüler (der bereits 50 Songs herunterlud) nun reichlich beschenkt: Ein iMac, zehn iPod Video und ein 10.000-Dollar-Gutschein für iTunes - und unter Ostrovskys Namen wird ein Stipendium für talentierte Nachwuchsmusiker eingerichtet.
Derweil plant Apple laut Businessonline.com wohl schon die nächste Erweiterung für iTunes: Filme. Bislang gab es da nur einige wenige Angebote von der Jobs-Firma Pixar, neben Fernsehserien und Musikvideos.
Um den vielen Apple-Ankündigungen abschließend etwas entgegensetzen zu können, gibt's noch eine Entwarnung: Die Bilder vom Touchscreen-iPod sind nicht echt. Das zumindest legt ein Video nahe, das ein Making-of des Fakes ist. Oder besser: sein soll. Denn was sich als Fake-Beweis gibt, scheint selbst nur ein Fake zu sein. Was ist also wahr? Sicher zumindest ist: Jede noch so kleine Ankündigung von Apple führt zu völlig irrationalen Reaktionen im Netz. Selbst wenn es nicht einmal Apple war, die etwas ankündigten.

101 kostenlose Spiele

Wem das alles zu verwirrend ist, dem bietet wenigstens 1up.com etwas Entspannung. Ganze 101 kostenlose Spiele aus dem Netz hat die Games-Website zusammengetragen, sortiert und besprochen. Spiele für den Browser oder zum Herunterladen. Einige sehr schöne, kleine Browserspielchen entwickelte übrigens Ferry Halim unter dem Label Orisonal - unbedingt anschauen und wegträumen. Natürlich nur in der Mittagspause...

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