Sonntag, 22. November 2009

Netzwelt



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13.03.2006
 

Netzwelt-Ticker

Google fliegt zum Mars

Von Matthias Kremp

Das Internet-Fotoalbum Flickr bekommt Konkurrenz, Google ist von innen kleiner als erwartet, fängt aber Betrüger und fliegt zum Mars, Quake lässt sich auch auf 10240 x 3072 Pixeln spielen, RFID-Chips halten Sake bei Trinktemperatur. Das und mehr im täglichen Überblick.

Windows-Macs: gut für Apple

Apple könnte eine Million Mac-Computer an wechselwillige PC-User absetzen wenn Windows auf den neuen Intel-Macs liefe. Das berichtet "TechWeb" unter Berufung auf eine Studie der Investment-Banker von Needham & Co. LLC. Demnach würden Heerscharen von Windows-Genervten herzlich gerne den Umstieg wagen, wenn sie nur ihre lieb gewonnenen Windows-Applikationen weiter nutzen könnten. Ganz ungefärbt ist diese Aussage freilich nicht, denn die 255 Befragten waren allesamt US-Studenten und ausgerechnet im Bildungssektor hat Apple in den USA traditionell einen hohen Marktanteil. Gut stehen die Chancen für die Windows-Umsteiger aber ohnehin nicht. Wie Microsoft an Freitag bekannt gab, werde man das Extensible Firmware Interface (EFI), aus dem die Intel-Macs ihre Grundprogramme laden, nämlich vorerst nicht unterstützen. Stattdessen wird auch der Windows XP-Nachfolger Vista weiterhin die steinalte BIOS-Technologie verwenden. Ein duales System, auf dem wahlweise Mac OS X oder Windows Vista läuft dürfte damit vorerst in unerreichbare Ferne gerückt sein.

Google ist schon auf dem Mars

Google Mars: Auf der Suche nach Leben?
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Google Mars: Auf der Suche nach Leben?

Autor Garett Rogers von "ZDNet" ist darüber gestolpert: Google hat den Mars schon erobert. Unter der Adresse mars.google.com kann man den Roten Planeten vom Schreibtisch aus erkunden. Zur Wahl stehen neben fotografischen Darstellungen auch noch Höhen-Reliefs sowie Infrarot-Aufnahmen der Mars-Oberfläche. So kann man endlich mal nachschauen, wo beispielsweise die Raumsonde "Viking 2" abgeblieben ist, die 1975 von der NASA auf ihre Mission zum Mars geschickt wurde. Oder man wirft einen Blick auf den zwölf Kilometer hohen Vulkan Arsia Mons oder in eines der tiefen Täler in seiner Umgebung. Wer weiß, vielleicht findet auf diese Weise ein interessierter Websurfer als erster Spuren vom Leben auf dem Mars.

Zooomr statt Flickr?

Dem Bilder-Portal Flickr scheint endlich ein ebenbürtiger, oder sogar überlegener, Gegner gegenüberzustehen. Zooomr heißt das Projekt, mit dem Kristopher Tate eine eigene Digitalfoto-Community erschaffen will. Die Kollegen von "TechCrunch" geben sich in ihrem Bericht begeistert und verkünden vollmundig, dass Flickr nun einiges aufzuholen habe. Wer sich selbst ein Bild vom neuen Bilderdienst machen will, braucht freilich Geduld. Das enorme Interesse der Websurfer hat den Zooomr-Server zusammenbrechen lassen, der nun in ein größeres Data Center umziehen muss.

Inside Google

Wie die Suchmaschine Google von innen aussieht, durfte sich eine kleine Schar Journalisten vergangene Woche ansehen. Wie Reporterin Susan Kuchinskas von "internetnews" berichtet, ein durchaus lehrreicher Ausflug. So konnte sie beispielsweise lernen, dass Google nicht etwa auf riesigen Mainframes, sondern auf einem Heer billiger Klein-Server der 1000-Dollar-Klasse basiert, die unabhängig voneinander in verschiedenen Datencentern arbeiten, um Redundanz und damit Betriebssicherheit zu gewährleisten. Dass sich dieser Aufbau lohnt, untermauerte Google-Entwicklungschef Urs Hoelzle mit einem anschaulichen Beispiel. Als im vergangenen Jahr in einem der Datencenter ein großes Feuer ausbrach, bekam die Internet-Gemeinde davon nichts mit, Anfragen wurden einfach auf andere Server umgeleitet.

Und noch mal: Googlen hilft (gegen Betrüger)

Pam Smith, Angestellte am Gericht von Roane County in Tennessee staunte nicht schlecht. Schon drei Mal war sie mit Robert Fain ausgegangen, als ihre Kollegen sie aufforderten, den Galan einmal per Google zu durchleuchten. Das erschreckende Ergebnis: Der Mann wurde polizeilich gesucht - Scheckbetrügerei und andere Straftaten werden ihm vorgeworfen. Statt wie verabredet zum Dinner zu erscheinen, schickte sie ihm die Polizei auf den Hals. Das Resultat war eine filmreife Verfolgungsjagd samt Schießerei, berichtet die "Roane County News". Es lassen sich eben nicht nur CIA-Agenten per Internet-Suche enttarnen.

Wie der Islam die Welt veränderte

Wie schöpferisch der Islam im Lauf der Jahrhunderte gewirkt hat, zeigt die Ausstellung "1001 Inventions: Discover the Muslim Heritage in Our World". Der "Independent" hat dazu eine Top 20-Liste der wichtigsten Entdeckungen islamischer Erfinder zusammengestellt. Dazu zählt natürlich das Hauptnahrungsmittel moderner Büroarbeiter, der Kaffee. Aber auch eine Vielzahl chirurgischer Instrumente, Windmühlen und die Kunst der Destillation gehen auf Muslime zurück.

10240 x 3072

Gamer rund um den Globus frohlocken, dass sie ihre Lieblingsspiele mit den neuen Spielkonsolen endlich in hoher Auflösung auf dem HD-Fernseher spielen können. Lächerlich! Wie man es richtig macht, zeigt Quake-Fan Andrew Sabri vom Center for Human-Computer Interaction an der Virginia-Tech-University. Er kaperte eine aus 24 TFT-Displays bestehende Bildschirmwand und installierte darauf das Action-Spiel Quake 3. Ein Dutzend vernetzter Linux-Server erledigt die Berechnung der 10240 x 3072 Pixel großen Bildfläche. Ob er mit dieser Edel-Spielerei bei seinen Professoren Eindruck schinden konnte, ist nicht überliefert.

RFID gut, Sake gut

MATTHIAS KREMP

... schreibt seit vielen Jahren von Hamburg aus für Print- und Online- Medien über aktuelle Hightech- Themen, verfasst gelegentlich Bücher und zupft in seiner knappen Freizeit den Bass. Seit Februar 2007 ist er Redakteur bei SPIEGEL ONLINE.
Die Killeranwendung für die als "Schnüffelchips" gebrandmarkte RFID-Technologie hat "Engadget" in Japan aufgetan. Ein Konsortium unter der Leitung der japanischen Telekommunikationsgesellschaft NTT will Sake-Flaschen für den Transport mit temperaturempfindlichen RFID-Chips ausstatten. Die sollen sofort einen Alarm nach Hause funken, sollte es dem edlen Getränk während des Transports zum Händler zu kalt oder zu warm werden.

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