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03.04.2006
 

Jugendschutz-Debatte

Murdoch lässt 200.000 MySpace-Seiten löschen

In den letzten Monaten geriet MySpace vermehrt in die Kritik: Allzu freizügig präsentiere sich da die jugendliche Zielgruppe. Doch weder zur Spannerplattform noch zum Pädophilen-Jagdgrund darf MySpace werden, verfügte Besitzer Rupert Murdoch - und ließ rund 200.000 "anstößige" Seiten entfernen.

In den letzten drei Monaten erntete MySpace, die im letzten Jahr von Rupert Murdochs News Corp. aufgekaufte Community-Website, mehr Schlagzeilen als je zuvor seit ihrer Gründung im Jahre 2003. Doch anders als in den Vorjahren ist das für MySpace alles andere als erfreulich: Von einem "Jagdgrund für Pädophile" war da die Rede, vom sexuellen Missbrauch zweier Minderjähriger, bei dem die Kontakte über MySpace angebahnt wurden. Von potenziellen jugendlichen Amokläufern, die sich bei MySpace mit ihren Waffenarsenalen präsentierten, wurde berichtet. Von Drohungen gegen Lehrer und Mitschüler und Schulen, die ihren Schülern die MySpace-Nutzung aus Sex- oder Gewaltgründen verboten.

Lockfotos: Junge Frauen werben bei MySpace für ihre Profil-Seiten - unter teils gewagtem Körpereinsatz
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Lockfotos: Junge Frauen werben bei MySpace für ihre Profil-Seiten - unter teils gewagtem Körpereinsatz

Eine Menge schlechte Presse für ein Angebot, das in allererster Linie einmal ein locker-flockiges, sehr jugendliches und vor allem außergewöhnlich gut funktionierendes Online-Netzwerk darstellt - und genau so auch weiterhin gesehen werden möchte. Darum, verriet nun Ross Levinsohn, Chef der Internet-Abteilung von News Corp. im Rahmen einer Konferenz in New York, habe das Groß-Reinemachen bei MySpace längst begonnen.

Rund 200.000 Profile-Seiten, auf denen sich MySpace-Mitglieder der Öffentlichkeit vorstellen, seien in den letzten Monaten gestrichen worden, weil sie "anstößige" Inhalte gezeigt hätten.

Dazu zählen unter anderem auch die teils aufreizenden Selbstpräsentationen oft sehr junger Mädchen. Das geht teils deutlich über das pubertätstypische "Ausprobieren" weiblicher Rollenklischees hinaus, denn Wagemut in dieser Hinsicht wird im Internet durch größere Popularität "belohnt". Nicht nur Eltern sorgen sich da um ihren Nachwuchs, der zudem über die Profile relativ leicht lokalisiert werden kann, sondern auch die werbetreibende Industrie: Die sieht sich nur ungern in einem Kontext mit Angeboten, die in der Öffentlichkeit unter Sex- oder Gewaltverdacht diskutiert werden.

pat

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