Schon wahr, wirklich große Schulden drücken weniger aufs Gemüt als vorstellbare Summen: Eine Schuld im fünf-, sechsstelligen Euro-Bereich könnte einen sicherlich um den Schlaf bringen - aber eine über 180 Billionen Euro?
"Fast", berichtet die Nachrichtenagentur AP, sei Yahaya Wahab, 63, in Ohnmacht gefallen, als er seine letzte Telefonrechnung zugestellt bekam: Innerhalb von zehn Tagen, konnte er der entnehmen, solle er doch bitte die ausstehenden 806,4 Billionen Ringgit bezahlen, umgerechnet rund 180 Billionen Euro. "Sonst was?" mag Wahab da durch den Kopf gegangen sein, jedenfalls ging er die skurrile Mahnung ganz entspannt an - und benachrichtigte erst einmal die Presse. Verständlich, denn echten Grund zur Unruhe hatte er nicht.
Die Rechnung war noch nicht einmal auf seinem eigenen Telefonkosten-Konto aufgelaufen, sondern auf dem seines Vaters. Die Restschuld basiert offenbar auf einer Art esoterischem Algorithmus: Seinen Vater hatte er nämlich rund drei Monate zuvor beerdigen müssen und prompt darauf auch dessen Telefonanschluss gegen Zahlung einer Restschuld von 84 Ringgit gekündigt (rund 19 Euro).
Der Differenzbetrag von 180 Billionen Euro lief dann offenbar für die Gespräche auf, die ein Toter über einen nicht existenten Telefonanschluss führte - was zugegebenermaßen Telekommunikation unter erschwerten Bedingungen wäre. Der "New Strait Times" versicherte Wahab, dass er auch den im Mahnschreiben angedrohten eventuellen rechtlichen Schritten durch Telekom Malaysia ganz entspannt entgegen sehe. Mehr noch: er könne es kaum abwarten.
Den Kundenservice der Telefongesellschaft fand Wahab allerdings nicht prickelnd: Es sei doch ziemlich gedankenlos, eine Rechnung auf den Weg zu schicken, ohne diese zu überprüfen. Insbesonders, wenn die Höhe dieser Rechnung die aller Telefongespräche im Lande überschreite. Und zwar deutlich: Der malayische Staat würde rund 2250 Jahre brauchen, Wahabs Telefonrechnung zu begleichen, wenn er sein gesamtes Bruttosozialprodukt von rund 80 Milliarden Euro für den Schuldendienst einsetzte. Ohne Zinsen, versteht sich.
Telekom Malaysia verzichtete zunächst auf eine offizielle Stellungnahme.
pat/AP
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