Die eigentlich als Warnung für Eltern gedachten Anzeigen werden nicht nur im Angebot von MySpace zu sehen sein, sondern auch in der "New York Post" und auf anderen Webseiten von Fox Interactive Media. All diese Unternehmen gehören zu Rupert Murdochs News Corp., ebenso wie die Fox-Fernsehkanäle. Auch dort werden von nun an Werbespots aus dem Programm des Ad Council und des National Center for Missing & Exploited Children laufen.
Zusätzlich wurde Hemanshu Nigam, ein Sicherheitsexperte, der früher als Strafverfolger Kinderschänder jagte und zuletzt bei Microsoft für den Kinderschutz zuständig war, als "Security Officer" für MySpace verpflichtet.
MySpace ist eines der populärsten Angebote im Web. Nach Angaben von News Corp. hat das Angebot inzwischen über 60 Millionen registrierte Nutzer. Die Popularität des Angebots hat sich auch als echte Marktmacht erwiesen - die britische Band Arctic Monkeys beispielsweise stieg innerhalb kurzer Zeit zu Starruhm auf, ohne je eine Platte veröffentlicht zu haben. Ihre Musik war aber über MySpace zum Download angeboten worden. Das daraufhin produzierte Album verkaufte sich in Großbritannien innerhalb einer Woche 300.000 Mal.
Gleichzeitig geriet MySpace aber auch durch Pädophile in die Schlagzeilen, die sich über die Kontaktseiten des Angebots an Minderjährige heranmachten. Mehrere Mädchen unter vierzehn Jahren trafen sich aufgrund von MySpace-Kontakten mit erwachsenen Männern und hatten Sex mit ihnen. Im Zusammenhang mit Kontakten zu einer Elf- und einer Vierzehnjährigen MySpace-Nutzerin werden demnächst zwei Männer vor Gericht stehen.
Nutzer können bei MySpace eigene Profilseiten erstellen und sie mit Fotos, Texten, Video- und Audiofiles dekorieren. Dabei gelten die Aufmerksamkeitsregeln des Internet - wer sein Profil mit einem Bild mit nackter Haut dekoriert, hat größere Chancen, dass seine Seite besucht wird. Eltern sind besorgt, dass Kinder und Jugendliche dort zu viel Persönliches preisgeben und so zu Opfern werden könnten. 22 Prozent der MySpace-Nutzer sind jünger als 18 Jahre.
Entsprechend ist auch die Kampagne zugeschnitten. "Eins der Dinge, die wir den Kindern beizubringen versuchen ist, online keine persönlichen Details über sich zu verraten, nicht anzugeben, wo sie sind und wer sie sind", sagt Ernie Allen, Präsident des National Center for Missing and Exploited Children. "Der Mensch, mit dem sie Kontakt haben, ist vielleicht nicht, wer er zu sein vorgibt."
Jugendliche unter 14 sollen MySpace eigentlich gar nicht nutzen dürfen - aber es ist für die Betreiber schwierig, das Alter der Neuangemeldeten zu kontrollieren. Für 14- und 15-Jährige gelten besondere Regeln, etwa, dass nur ihre explizit eingeladenen Freunde und Bekannten ihre Profile einsehen können. Auch diese Vorsichtsmaßnahme greift aber nur, wenn beim Anmelden das korrekte Alter angegeben wurde.
MySpace benutzt seit einiger Zeit ein Analyseprogramm, das Nutzerprofile daraufhin durchforstet, ob die Angemeldeten möglicherweise bei der Altersangabe gelogen oder anderweitig geschummelt haben. Erst vor einigen Tagen wurde bekanntgegeben, dass 200.000 verdächtige Profile gelöscht worden waren.
cis/AP
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