Einst war das Schreiben von Viren - so abstrus das klingt - in erster Linie ein "Sport" für Script-Kiddies und Cracker, die mit dieser ärgerlichen Form des Cyber-Vandalismus entweder ihre eigene Eitelkeit befriedigten, oder sich mit Konkurrenten "Abschuss-Gefechte" lieferten. Das ist vorbei, mutmaßen IT-Sicherheitsunternehmen seit längerem, und Panda Software legt dazu für das Frühjahr 2006 Zahlen vor: Demnach sind inzwischen 70 Prozent aller Virenattacken kriminell motiviert.
Schluss mit lustig: Die meisten aktuellen Viren zielen nicht auf "Randale", sondern auf Profite
Parallel dazu, berichtet Panda, verändert sich die Art der Viren. Klassische "Würmer", auch für den Laien im Postfach relativ leicht zu identifizieren, werden demnach immer seltener und werden ersetzt durch subtilere Schadprogramme, die schwerer zu erkennen sind. Besonders häufig ist inzwischen so genannte Spyware, die auf den befallenen Rechnern Informationen abgreift und an ihre Entwickler weiter meldet: Rund 40 Prozent aller im Frühjahr 2006 neu aufgetretenen Viren gehörte laut Panda zu diesem Typ. Auf den Plätzen folgen Banking-Trojaner, die gezielt versuchen, Finanzsoftware auszuschnüffeln (17 Prozent) und noch immer auch Dialer, die versuchen, die gewählte Internet-Verbindung auf eine überteuerte Telefonverbindung umzustellen (8 Prozent).
Der gegenüber der Programmierung der vergleichsweise primitiven Wurm-Viren, für die es regelrechte Bausätze und Bauanleitungen im Internet gibt, erhöhte Aufwand rechnet sich für die Viren-Autoren offenbar, wie auch für die IT-Sicherheitsunternehmen. Im Jahr 2005 soll die Branche mit Virenscannern, Firewalls und anderen Sicherheitsprogrammen und -geräten weltweit rund 3,8 Milliarden Dollar umgesetzt haben. Dem stehen Schätzungen zufolge weltweite Schäden im Bereich über 20 Milliarden Dollar gegenüber.
pat/AFP
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