Sonntag, 22. November 2009

Netzwelt



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11.05.2006
 

E3-Schlaglichter

Sony unterdrückt den Schmerz

Von Frank Patalong mit Christian Stöcker, Los Angeles

Die Aussteller auf der E3 in Los Angeles machen sich warm, während Spieleriese Sony den von Microsoft servierten Tritt vors Schienbein verdaut: Dass das kommende GTA-Spiel nicht zuerst auf der Playstation laufen wird, findet Sony-Spielechef Phil Harrison nicht weiter schlimm. Sagt er.

Noch hallen die Vorab-Pressekonferenzen der "großen Drei" Sony, Microsoft und Nintendo nach und wirbeln Stäubchen auf. Insbesondere die Sony-Vertreter, die von Microsofts Coup, das kommende GTA-Spiel als Erstveröffentlichung auf die XBox-Plattform gezogen zu haben, augenscheinlich kalt erwischt wurden, bemühen sich nach Kräften, nicht zu husten.

Bisher hatte GTA ja als kräftiges Kaufargument für die kommende Spielekonsole PS3 gegolten. Das hatte schließlich früher auch ganz prächtig funktioniert: So wirkte selbst die Veröffentlichung von "GTA - San Andreas" für die das betagte PS2 bis ins letzte Jahr noch einmal verkaufsbeflügelnd. Aus der Traum: Exklusiv erscheint die nächste Folge nicht mehr.

Das, versichert Phil Harrison, Chef der Spieleentwicklung bei Sony, sei aber halb so wild.

Harrison im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE: "Ich glaube, dass GTA in der PS2-Ära einen sehr großen Einfluss auf den Markt hatte. Aber ich glaube nicht, dass es für die nächste Generation der Konsolenspiele eine vergleichbare Wichtigkeit haben wird. Natürlich respektieren wir die Entscheidung der GTA-Entwickler Take2, das Spiel jetzt für verschiedene Plattformen anzubieten. Das ist deren Entscheidung, kein Problem. Die gute Nachricht ist doch, dass es nach wie vor auch auf ihrer Lieblingskonsole erscheinen wird, und das ist die PS3."

Die verspricht beeindruckende technische und grafische Fähigkeiten und hat nur einen Schönheitsfehler: Man kann sie - im Gegensatz zu Microsofts XBox - noch nicht kaufen. Microsoft hofft - auch mit der Aussicht auf Spiele-Blockbuster wie GTA - bis Weihnachten zehn Millionen XBox 360 unters Spielervolk zu bringen. Das soll bis dahin für die Zusammenstellung des Wunschzettels satte 160 Spieletitel zur Auswahl haben. Bei aller souverän demonstrierten Ruhe beginnt man sich zu fragen, woher Sony die nimmt.

World of Warcraft: Endlich neue Rassen

Von den Geräteherstellern und ihren Fehden zu den Spieleentwicklern und ihren Novitäten: Blizzard Entertainment erlaubte am Mittwochnachmittag (US-Ortszeit) einen ersten Blick auf die Spieleerweiterung "Burning Crusade" zu "World of Warcraft". Darauf haben die Fans des Online-Rollenspiels tatsächlich seit längerem gewartet, denn bei inzwischen sechs Millionen zahlenden Abonnenten, die die Welt von WoW als Zwerge, Menschen, Elfen, Orks, Gnome, Trolle oder Untote bevölkern, erscheint deren Verbreitung inzwischen doch leicht inflationär.

Dass mit den "Draenei" und den "Blutelfen" nun zwei weitere - zumindest für kurze Zeit - exotische Rassen hinzukommen, dürfte da als gute Nachricht durch die WoW-Welt schallen. Schnürt Eure Schwerter, Ihr Möbelverkäufer, Unterprimaner, Hausfrauen und sonstige Helden: Jetzt kommt neuer Schwung in Euer Doppelleben!

Trend: Veraltete Spiele

Microsoft bedient derweil den wohl stabilsten und langlebigsten Trend überhaupt: die sogenannten Klassiker. Im Gegensatz zu modernen, aufwändigen Spielen mit Halbwertszeiten von mitunter nur wenigen Monaten, finden die Primitiv-Daddeleien, die uns alle schon als Halbwüchsige begeisterten, weiter ihr Publikum. Dank Deals mit Konami, Midway, Namco und Sega wird man in Kürze so veraltete Spielchen wie "Sonic the Hedgehog", "Pac Man oder "Dig Dug" auf der XBox 360 spielen können. Und zwar "live", denn das ist bei MS inzwischen Programm: Online soll der MS-Spieler daddeln, und am besten kreuz und quer über alle denkbaren Spieleplattformen.

Nokia: Nächster Anlauf

Fast vergessen hat man mittlerweile, dass es neben Nintendos und Sonys mobilen Spielegeräten auch noch was von Nokia gab: das Spielehandy N-Gage. Das blieb zwar im Vergleich zur Konkurrenz ziemlich erfolglos, doch glauben die Finnen offenbar daran, das noch ändern zu können.

Helfen soll da ein Schwüngchen neuer Spiele: Gerade mal sechs frische Titel quer über verschiedene Genres (eine Weltraum-Ballerei, ein Rennspiel, Pokern, Angeln, Golfen, ein Actionspiel) sollen Kaufanreize bieten, eine Kooperation mit Gameloft, die einige ihrer Mobil-Spiele für die N-Gage aufbereiten wollen, ihr Übriges tun. Spätestens dann soll es aber abgehen auf der lang versprochenen Multiplayer-Mobil-Plattform, die das N-Gage prinzipiell ermöglichen soll. Ob die Spieler aber bereit sind, darauf noch bis zur "ersten Jahreshälfte 2007" zu warten?

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