Von Felix Knoke
Netz-Neutralität scheitert, Senator will sie trotzdem durchdrücken
Ein Änderungsantrag zur Novelle des Telekommunikationsrechts in den Vereinigten Staaten ist knapp gescheitert, wie Arstechnica.com berichtet. Damit ist ein klares Votum für Netzneutralität, also ein Verbot von Gebühren für Datenverkehr in Breitbandnetzen, nicht im Gesetzesentwurf enthalten. Sollte das neue Gesetz in Kraft treten, könnten Anbieter von Breitbandnetzen und Inhalten theoretisch eine Autobahngebühr für Breitband-Services kassieren.
Doch das Prinzip eines offenen, gegenüber Inhalten blinden (und deshalb "neutralen") Internets wird dadurch in Gefahr gebracht. US-Breitbandanbieter (aber auch die Deutsche Telekom) fordern schon länger, Anbieter von Netzinhalten zur Kasse bitten zu dürfen, um damit den Aufbau der modernen Netze zu finanzieren. Zahlende Kunden könnten dann bevorzugt behandelt werden, Nutzer von VoIP-Dienste benachteiligt werden – und so das Netz als Spielplatz für neue Ideen ein Ende finden. Der nun durchgefallene Antrag sollte Anbietern von Breitbandnetzen untersagen, Inhalte zu blockieren oder Anbietern von Netzinhalten bevorzugte Behandlung wie schnellere Übertragung ihrer Daten zu garantieren.
Doch noch ist das Scheiter der Netzneutralität nicht besiegelt. Der demokratische Senator Ron Wyden aus Oregon hatte angekündigt, die Verabschiedung des gesamten Paketes zu blockieren – und sei es durch eine komplette Verhinderung der Abstimmung im Senat durch den sogenannten Filibuster, eine endlose Diskussion im Plenum, die den Abstimmungstermin verstreichen lässt.
Auf Heise.de finden Sie eine ausführliche Sammlung von Berichten zum Thema Netzneutralität.
Neue Strategie: RIAA verklagt lokal
Die Vereinigung der Plattenfirmen in Amerika (RIAA) ändert ihre Einschüchterungspolitik. Nicht länger sollen blindlings rund 800 Anbieter von unlizensierten Kopien pro Monat verklagt werden, sondern gezielt in bestimmten Regionen Fälle bekannt gemacht werden. Denn ab sofort, so die neue Strategie, sollen die Angeklagten ein Gesicht bekommen. Zusammen mit lokalen Medien will die RIAA anderen P2P-Benutzern so klar machen, dass die Klagewellen echte Menschen treffen und nicht nur den anonymen Sharer am anderen Ende der Leitung.
Oder wie Slyck.com das ausdrückt: Das Ziel der neuen RIAA-Strategie ist es, einer blassen Klagewelle ein Gesicht und Namen zu geben. Sie soll den Tauschern klar machen, dass das Thema nicht abstrakt, sondern relevant ist und sie direkt betreffen könnte.
Wieviel kosten PS3-Games? Über 59 Dollar?
Ars Technica bringt es wie immer auf den Punkt. Ihr Rat an Sony? "Klappe halten. Wirklich, einfach nichts mehr sagen." Jedesmal, wenn Sony den Mund aufmacht, so das Ars-Technica-Blog, wird es schwieriger, Sony lieb zu haben. Der letzte Aufreger? In einem Interview mit dem PSM Magazin hat Kaz Hirai, Präsident von Sony Computer Entertainment America die Preispolitik für die PlayStation 3 kommentiert. Auf die Frage, wie viel PS3-Spiele kosten werden, blieb er schwammig. Er könne keine 59 Dollar versprechen – so viel kosten heute die teuersten Konsolenspiele – es werden aber auch keine 99 Dollar sein.
Im Klartext: Es steht eine Preiserhöhung für Konsolenspiele ins Haus. Das dürfte vor allem einige Publisher freuen, die schon länger auf eine Preiserhöhung für Spiele pochen. Zu teuer sei die Entwicklung für die Konsolen der nächsten Generation, als dass man bei Preisen zwischen 29 und 59 Dollar festhalten könne.
Spanien verbietet unbefugtes Filesharing
In Spanien ist nun ein Gesetz verabschiedet worden, das unberechtigtes Kopieren von Files über P2P-Netzwerke verbietet. Zuvor war es in Spanien erlaubt, urheberrechtlich geschützte Inhalte für den privaten Gebrauch über Filesharing-Netzwerke herunterzuladen. Damit ist es nun vorbei, ein Zug, den die Motion Picture Association sehr begrüßt: "Verglichen zu einigen anderen europäischen Ländern hat Spanien noch einen langen Weg vor sich. Aber das neue Gesetz über geistiges Eigentum ist ein klarer Schritt vorwärts, indem zum Beispiel ISPs gezwungen werden, Informationen (über Filesharer) bereitzustellen. Hoffentlich wird uns das einige einstweilige Verfügungen ermöglichen."
Zusätzlich zu den rechtlichen Einschränkungen wird in Spanien laut TMCnet.com nun auch noch eine kleine Steuer auf leere Medien erhoben, von CD-Rohlingen über Mobiltelefone und sogar Memorysticks. Einzig Festplatten und ADSL-Leitungen wurden von der Steuer ausgenommen; das so durch die Steuer erhobene Geld wird an die Urheber zurückgegeben…
Apple beruhigt Fans mit Update
Nachdem immer mehr Besitzer des neuen 17-inch MacBook Pro Notebooks über laute Lüfter und Hitzeprobleme klagten, hat Apple nun mit einem Firmware-Update reagiert. Dieses korrigiert das Verhalten des Lüfters, ob es sonstige Auswirkungen hat, konnte VNUnet.com aber selbst mit einer Nachfrage bei Apple nicht herausfinden. Grund für das Update waren Berichte von Usern, wonach einzelne MacBooks unter Volllast zu heiß zum Anfassen wurden, außerdem summte, weinte und muhte der Lüfter. Bereits im Mai hat Apple für die 15-inch Version des MacBook Pro so ein Firmware-Update veröffentlicht, das ähnliche Probleme beseitigte.
Monochrom: Warten auf GOTO
Nach zahllosen Kurzfilmen, Kunstaktionen, einem Musical und sogar der Repräsentanz Österreichs auf der Kunstbiennale in Sao Paulo (mit dem fiktiven Künstler Georg Paul Thomann), hat das
österreichische Kunstkollektiv, Bastel- und Theorieneigungsgruppe monochrom im April auch ein Theaterstück zur Premiere gebracht. Warten auf GOTO ist ein groteskes, politisches Science-Fiction-Stück, die österreichische Presse jubelt wie zuletzt beim wahnsinnigen UDO77-Musical. Wer sich selbst ein Bild vom 2-Personen-(mind. vier Rollen)-Stück machen will, kann das jetzt per freiem Download unter Creative-Commons-Lizenz. Das Stück wurde im Studio des Wiener Community-Senders Okto TV aufgezeichnet und steht in verschiedenen Formaten zum Download bereit.Und darum geht's: monochrom widmen sich den konsensgesellschaftlichen Arbeitszuständen nach den desaströsen Fraakh-Kriegen. Denn die Finanzierung eines Studiums ist nicht gerade einfach. Ein Halomester kostet schon eine ganze Menge und muss durch umständliche Nebenjobs gesichert werden. monochrom begleiten eine Xeremarianisch-Lehramtsstudentin und eine Xenosoziologin auf dem Largos-Campus in ihrem kontrollgesellschaftlichen Alltag. Ist es eine Verwechslungskomödie mit zwei Wirtinnen? Oder doch nur Sozialvoyeurismus im Oktalquadranten?
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