Werber denken mitunter in anderen Dimensionen. Spätestens seit Benneton gehört für sie das ruppige Spiel mit, mitunter gar die gezielte Verletzung von Tabus zum Geschäft. Sich nicht brav, gar böse zu inszenieren, das schafft Aufmerksamkeit - und die ist die "Währung" der Werber.
Mit einer Plakatkampagne in den Niederlanden trieb Sony dieses Spiel ein Stückchen zu weit. Die Kampagne brachte dem Konzern wütende Proteste und Rassismusvorwürfe ein. Der Konzern hatte auf Plakaten in den Niederlanden gezeigt, wie eine weiße Frau einer schwarzen Frau aggressiv ins Gesicht greift. Die Unterzeile lautete: "Die weiße PlayStation Portable kommt".
Inzwischen hat das Unternehmen seine Argumentation, dies sei doch nur ein Motiv von mehreren, und auf anderen stelle sich das ganz anders dar, aufgegeben: Am Donnerstag zog Sony die Kampagne zurück, leistete Abbitte und versprach Besserung.
Das Unternehmen habe mit der Werbung nicht die Absicht gehabt, irgendeine Botschaft zu transportieren. Es sei lediglich darum gegangen, den Kontrast zwischen der bisherigen schwarzen und der neuen weißen Variante der PlayStation herzustellen, sagte ein Sprecher des Unternehmens.
"Aber es gab andere Ansichten bei der Interpretation der Werbung, und das Unternehmen hat sich bei jenen entschuldigt, die von der Kampagne beleidigt worden sind", fügte er hinzu. "Der Konzern wird künftig diesen anderen Ansichten mehr Aufmerksamkeit schenken."
Nach der Veröffentlichung der Plakate im Juni hatten vor allem US-Bürgerrechtsgruppen und Politiker gegen die Werbung protestiert.
pat/AFP
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