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20.07.2006
 

Britische Studie

USA sind Zentrum der Kinderpornografie

50 Prozent aller kinderpornografischen Inhalte im Internet stammen von Servern aus den USA. Dies ergab eine Untersuchung der britischen Internet Watch Foundation. Auf den nächsten Plätzen folgen Russland und Japan.

Schon seit Jahren sammelt die Internet Watch Foundation (IWF) Hinweise auf Internetangebote, die Kindesmissbrauch zeigen. Auf der Webseite der Organsation können Surfer verdächtige URLs melden. Im ersten Halbjahr 2006 kamen 14.000 Hinweise zusammen - ein neuer Rekord und 24 Prozent mehr als im Halbjahr zuvor.

LKA in Stuttgart: Beamte fahnden nach Kinderpornografie
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DPA

LKA in Stuttgart: Beamte fahnden nach Kinderpornografie

In 5000 Fällen kamen die IWF-Mitarbeiter zu dem Schluss, dass es sich tatsächlich um Kindesmissbrauch handelt. In 50 Prozent der Fälle stammte das Material, in der Regel Fotos, von Servern in den USA. 15 Prozent kamen aus Russland, 12 Prozent aus Japan und 9 Prozent aus Spanien.

Den Anstieg der Meldungen führt die IFW nicht unbedingt auf eine Zunahme von Kinderpornografie generell, sondern auch auf eine zunehmende Sensibilisierung der Öffentlichkeit zurück.

Der Kampf gegen Verbreiter von Kinderpornografie gestaltet sich mitunter schwierig. So berichten die IWF-Mitarbeiter von einer Webseite, die ihnen seit 1999 einschlägig bekannt ist. Seitdem wurde sie weitere 96-mal an die IWF gemeldet. Insgesamt 20-mal seien Behörden in den USA und Russland auf die Seite hingewiesen worden, die Adresse wurde immer wieder zwischen den beiden Ländern hin- und hergereicht. Das Angebot ist nach IWF-Angaben nach wie vor online.

Die IWF-Aktivisten beobachteten zudem, dass kinderpornografische Fotos zunehmend nichtkommerziell verbreitet werden, etwa über Foren in Japan oder kostenlose Hosting-Angebote in den USA. Auch Online-Fotoalben würden immer häufiger für die Verteilung genutzt.

Kommerzielle Anbieter konzentrieren sich auf die USA (58 Prozent) und Russland (28 Prozent). Nichtkommerzielle Webseiten mit Kinderpornografie finden sich vor allem in den USA (49 Prozent) und in Japan (14 Prozent).

Dass die USA eine so zentrale Rolle in der Kinderpornografie spielen, liegt nach Auffassung der IWF schlicht daran, dass es in dem Land die meisten Internetprovider gibt und auch der Großteil des Traffics über die USA abgewickelt wird.

In Großbritannien haben die IWF-Mitarbeiter mittlerweile leichtes Spiel im Kampf gegen Kindesmissbrauch. Betroffene Webseiten, die von britischen Providern gehosted werden, verschwinden binnen 48 Stunden aus dem Netz. Nur noch 0,2 Prozent der gemeldeten kinderpornografischen Inhalte stammen überhaupt aus Großbritannien.

hda

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