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20.07.2006
 

Menschenrechte im Netz

Amnesty kritisiert US-Unternehmen

Amnesty International hat Microsoft, Google und Yahoo vorgeworfen, zur Internet-Zensur in China beizutragen und damit gegen die Menschenrechte zu verstoßen. Von den Unternehmen forderte die Organisation genaue Auskünfte über Zensurmaßnahmen.

Amnesty-Kampagne gegen Webzensur: "Zwei Internets"?
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Amnesty-Kampagne gegen Webzensur: "Zwei Internets"?

Amnesty International (ai) forderte die drei US-Unternehmen zu mehr Transparenz auf. So sollten sie unter anderem offenlegen, welche Begriffe sie in ihren Suchmaschinen gesperrt haben. Zudem sollten sie Auskunft über alle mit der Führung in Peking getroffenen Vereinbarungen geben. Die Unternehmen gingen unter "politischem Druck" in die Knie, sagte die britische ai-Direktorin Kate Allen. Sie verletzten so "ihre eigenen Unternehmenswerte und Richtlinien". Laut ai überwacht China seine 110 bis 125 Millionen Internetnutzer mit ausgeklügelter Software.

"Das Internet sollte die Meinungsfreiheit fördern, nicht einschränken", sagte Larry Cox von ai. "Wir müssen uns dagegen wehren, dass zwei Internets entstehen - eines für freie Meinungsäußerung und eines für Repression." Amnesty rief auch dazu auf, Protest-Mails gegen die Zensurpraxis an die Konzerne zu richten.

Google und andere Suchmaschinenbetreiber sperren Einträge zu kritischen Seiten, um ihre Dienste auch in China anbieten zu dürfen. Yahoo soll nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) die chinesische Regierung mehrfach mit Informationen versorgt haben, die zur Inhaftierung von Oppositionellen führten.

cis/AFP/rtr/dpa

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