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23.08.2006
 

Games Convention

Auf der Suche nach neuen Kunden

Die Games Convention in Leipzig beginnt offiziell am Donnerstag, doch schon jetzt ist klar, dass sie durchstartet: Mehr Aussteller als zuvor hat sie, mehr Besucher soll sie anziehen und hofft auf neue Zielgruppen - vor allem auf Rentner und Mädchen.

Leipzig - Die Videospielbranche in Deutschland setzt ihr Wachstum der vergangenen Jahre fort und setzt auf neue Kundengruppen. Vor allem Mädchen, die sich bisher kaum für die virtuelle Freizeitgestaltung am Bildschirm interessierten, werden zunehmend umworben. Bei den tragbaren Videospielen sei mittlerweile jeder dritte Käufer weiblich, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU), Olaf Wolters, am Mittwoch unmittelbar vor der Eröffnung der Games Convention in Leipzig, Europas größter Branchenmesse.

Videospiele seien in der Mitte der Gesellschaft angekommen, fügte der Geschäftsführer der Leipziger Messe, Josef Rahmen, hinzu.

"Digitale Unterhaltung ist mittlerweile ein elementarer Bestandteil der Freizeitgestaltung." Die gesamte Branche mache derzeit mehr als eine Milliarde Euro Umsatz pro Jahr und liege damit vor der Filmbranche. Bis 2009 werde der Markt auf knapp drei Milliarden Euro wachsen, prognostizierte Rahmen.

Im ersten Halbjahr sei der Absatz um drei Prozent auf 19,7 Millionen Spiele geklettert, sagte Wolters. Der Umsatz sei um ein Prozent auf 469 Millionen Euro gestiegen. Angesichts des anstehenden Generationswechsels bei den Konsolen, der bei vielen Nutzern eine Kaufzurückhaltung auslöse, sei man mit diesem kleinen Wachstum sehr zufrieden. Auch die Fußball-WM im Sommer habe den Absatz etwas gebremst. 2005 setzte die Branche laut Wolters 41,2 Millionen Spiele ab, den Großteil davon im Weihnachtsgeschäft.

Den Anstieg bei Umsatz und Verkauf spiegelt auch die Games Convention wider. 368 Aussteller aus 25 Ländern - 88 mehr als 2005 - zeigen in Leipzig bis Sonntag ihre Neuigkeiten. Die Besucher sehen mehr als 200 Premieren. Erstmals werde man in diesem Jahr auch die Marke von 150.000 Besuchern knacken, kündigte Rahmen an.

Der Anteil junger Frauen an den Spielern ist laut BIU in den vergangenen zwei Jahren von 20 auf 25 Prozent gestiegen. Der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands Bitkom, Bernhard Rohleder, betonte, vor allem Strategiespiele, Karaokespiele und neu aufgelegte Klassiker der ersten Videospielegeneration seien für Mädchen interessant und kämen verstärkt auf den Markt. Deutlich werde der Trend auch beim so genannten Mobile Gaming, dem Spielen auf dem Handy. Mehr als jeder dritte Spieler sei hier bereits weiblich, sagte Rohleder.

Ähnliche Erfahrungen hat man beim Hard- und Softwareriesen Nintendo gemacht. Es gebe mittlerweile Spiele wie beispielsweise das Simulationsspiel "Animal Crossing", das zur Hälfte von Mädchen und jungen Frauen gekauft werde, sagte ein Unternehmenssprecher. Bei den älteren Nutzern habe sich ein virtuelles "Gehirnjogging" als Verkaufsschlager erwiesen. Sogar Altersheime erkundigten sich mittlerweile nach diesen Spielen, um sie für ihre Bewohner anzuschaffen.

Die Messe wird am Mittwochabend mit einem Konzert im Gewandhaus feierlich eröffnet. Ab Donnerstag ist sie auch für das Publikum offen.

Matthias Hasberg, ddp

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