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20.09.2006
 

Netzwelt-Ticker

Gefahr auf russischen Sex-Seiten

Von Matthias Kremp

Einen bösartigen Code haben Sicherheitsexperten auf russischen Pornoseiten entdeckt. Der US-Justizminister will auch eine Vorratsdatenspeicherung, Sony Ericsson startet ein Musikportal, Miniturbinen sollen Laptops versorgen. Das und mehr im Überblick.

Zu viel Porno im Büro

Angestellte verschwenden zu viel Arbeitszeit mit privaten Surftouren. So lautet das Ergebnis einer Studie der Internet-Sicherheitsfirma Panda GateDefender Performa.

Pornokonsument: Alles rein dienstlich?

Pornokonsument: Alles rein dienstlich?

Pro Tag, so heißt es dort, nutzen Mitarbeiter ihren Büro-PC fast eine Stunde lang für firmenfremde Belange. Ganz oben auf der Liste stehen dabei Porno-Websites. Deren Besucher greifen zu zwei Dritteln vom Büro aus auf ihre Dienste zu. Insgesamt sollen bis zu 40 Prozent des Internet-Aufkommens in Firmen auf solche nicht-berufliche Nutzung entfallen.

Darüber, was die Angestellten während der übrigen Arbeitszeit anfangen, schafft eine Studie der britischen IT-Firma Hummingbird Klarheit. Demnach haben 29 Prozent der 1385 befragten Angestellten zugegeben, bei ihrem Ausschieden aus dem Arbeitsverhältnis vertraulichen Information ihres bisherigen Arbeitgebern gestohlen zu haben. Dabei zeigte sich, dass Männer in dieser Hinsicht weniger Skrupel haben als Frauen. Immerhin ein Drittel der Damen gab an, niemals auf die Idee zu kommen, Firmendaten zu entwenden. Von den männlichen Kollegen wollte dagegen nur ein Viertel solche Schritte kategorisch ausschließen.

Vorsicht vor Russen-Pornos

Wer sich nun also mit Brust- und Bauch-Bildern von der Arbeit ablenkt, sollte einem Bericht der „Computerworld" zufolge einen großen Bogen um russische Porno-Websites machen. Forscher der Firma Sunbelt Software berichten, auf mindestens sechs derartiger Websites eine Schad-Software entdeckt zu haben, die eine Sicherheitslücke im Internet Explorer 6 ausnutzt, um auf infizierten PCs Spyware zu installieren. Die Dunkelziffer schätzen die Forscher allerdings wesentlich höher ein. Auf rund 1000 schätzen sie die Zahl der Websites, welche das Schadprogramm verbreiten und rechnen daher mit einer rasanten Verbreitung der Software. Besonders erschreckend ist, dass der neue Schädling mit einer Software erstellt wurde, die gegen Zahlung von 20 US-Dollar an böswillige Hacker verteilt wird. Microsoft hat den Fehler bereits bestätigt und arbeitet an einem Patch, der spätestens mit der nächsten Update-Runde am 10. Oktober verteilt werden soll – wenn nötig aber auch schon früher. Bis es so weit ist, raten die Sunbelt-Forscher dazu JavaScript im Browser zu deaktivieren.

US-Justizminister will Vorratsdatenspeicherung

Im November wird in den USA gewählt - und da hat man wieder Kinder und Pornografie als Thema entdeckt im US-Kongress. Eine "nie dagewesene" Konzentration auf diesen Bereich hat "Cnet" im Kongress ausgemacht - gleich drei verschiedene Ausschüsse beschäftigen sich allein in dieser Woche damit. Einer davon ist das Senate Banking Committee - und vor dem forderte Justizminister Alberto Gonzales gestern etwas, was die Europäische Union schon seit einiger Zeit vorhat: Vorratsdatenspeicherung über die Internet-Nutzung. Ein bis zwei Jahre lang will Gonzales Verbindungsdaten aufheben lassen, damit die Strafverfolgungsbehörden bei Bedarf Zugriff darauf haben, etwa um Kinderpornografie im Netz zu bekämpfen. "Das ist ein nationales Problem, das eine bundesweite Lösung erfodert", sagte Gonzales. In Europa ist die entsprechende EU-Richtlinie bislang nirgends umgesetzt.

Mehr Musik bei Sony Ericsson

Der Handy-Hersteller Sony Ericsson startet einen neuen Versuch, im Markt für Online-Musikverkäufe Fuß zu fassen. Unter dem Titel M-BUZZ will die Firma einen Online-Musikshop anbieten, in dem sich Besitzer der Walkman-Handys W850 und W950 mit aktuellen Pop-Songs eindecken können. Beide Geräte sollen in den kommenden Monaten erhältlich sein. Laut Reuters wird sich M-BUZZ vorerst auf „neue und aufstrebende Künstler" konzentrieren, was eine nette Umschreibung für ein eingeschränktes Angebot sein dürfte. Zudem sollen ausschließlich Songs von Künstlern, die bei Sony unter Vertrag stehen, über M-BUZZ vertrieben werden. Künftig, so Sony Ericsson, will man den Shop um „weitere kommerzielle Aspekte" erweitern.

HD DVD und 1080p für Xbox 360

Wie Reuters meldet, will Microsoft in Kürze mit dem Verkauf des längst angekündigten HD-DVD-Laufwerks für die Spielkonsole Xbox 360 beginnen. Doch vorerst wohl nur in Japan. Zumindest hat Microsoft im Rahmen der Tokyo Game Show bisher ausschließlich einen Starttermin für Japan genannt. Laut Reuters soll dies der 22. November sein. Dem widerspricht allerdings eine Microsoft-Pressemeldung, in der vom 17. November die Rede ist. Den Preis für das Laufwerk gibt der Konzern mit 19.800 Yen an, was 133 Euro entspricht. Im Lieferumfang soll eine Universal-Fernbedienung enthalten sein. Nicht gleichzeitig, aber immerhin noch im Herbst, will Microsoft zudem ein kostenloses Software-Update herausgeben, mit dem die Konsole in die Lage versetzt wird, hochauflösende Bildschirme im 1080p-Modus anzusteuern. Die Ausgabe der Videosignale erfolgt dabei über den Komponentenausgang der Xbox. Darüber, wann Konsolen-Gamer ihre Xbox auch hierzulande mit HD DVD aufrüsten können, gibt es weiterhin keine Informationen.

Mac-OS-Marktanteil unverändert

Wie „TechWeb" berichtet, hat Apples Umstieg auf Intel-Prozessoren und die damit verbundene Option, auch Windows auf Macs auszuführen, bisher keinerlei spürbare Auswirkungen auf den Marktanteil des Apple-Betriebssystems gehabt. Daten der Firma Net Applications zufolge fiel der weltweite Marktanteil des Mac OS seit Dezember 2005 sogar. Allerdings um vernachlässigbare 0,02 Prozent, von 4,35 auf 4,33 Prozent im August 2006. Für den „Inquirer" reichte diese Zahl allerdings aus, um zu titeln: "Niemand interessiert sich für Mac OS". Net Applications sieht darin gar eine Indikation für Schwerwiegende Probleme bei Apple. Das es ganz ähnliche Probleme allerdings schon einmal gab, nämlich als Apple seinerzeit von der 680x0-Technologie auf PowerPC-Prozessoren umstieg, bleibt unerwähnt. Heute wie damals dürfte die Stagnation darin begründet sein, dass viele Anwender erst auf die neue Plattform setzen wollen, wenn wirklich alle Schlüsselapplikationen, wie etwa Adobe Photoshop, angepasst wurden.

Mini-Maschinen statt Batterien

Am Massachusetts Institute of Technology (MIT) arbeiten Wissenschaftler an winzigen Kraftwerken, welche möglicherweise einmal die Stromerzeugung für Laptops übernehmen könnten. Sie konstruieren Gasturbinen, die nur etwa so groß sein sollen wie ein Geldstück und deren Leistung bei 20.000 Umdrehungen pro Minuten ausreichensoll, um 10 Watt zu erzeugen. Noch allerdings scheint das Projekt weit von realen Anwendungen entfernt zu sein. So haben die einzelnen aus Silizium gefertigten Komponenten zwar bisher alle Tests bestanden. Einen funktionierenden Prototypen gibt es aber dennoch nicht, da es den Forschern noch nicht gelungen ist, die winzigen Einzelteile zu einem Ganzen zusammenzusetzen.

Mitarbeit: Christian Stöcker

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