ThemaUmbruch der MedienweltRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
09.10.2006
 

Digitale Gesellschaft

Europa liest im Netz

Zwei neue Studien zeigen, dass Deutsche und Europäer sich dem Internet immer stärker zuwenden. Fast drei Viertel der deutschen Haushalte besitzen einen PC - und in ganz Europa wird inzwischen mehr Zeit im Netz verbracht als mit Zeitunglesen.

Die gute Nachricht für alle Medienschaffenden: Das Netz stiehlt keine Marktanteile, sondern steigert den Medienkonsum insgesamt. 5000 Personen in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien hatten die Analysten von Jupiter Research zu ihren Mediennutzungs-Gewohnheiten befragt, über die Ergebnisse berichtet heute die "Financial Times Deutschland".

Die Zeit, die Leser Printmedien widmen, lag demnach in den vergangenen zwei Jahren bei konstant drei Stunden pro Woche. Die Netz-Zeit hat sich dagegen in diesem Zeitraum verdoppelt: von zwei auf vier Stunden pro Woche. US-Amerikaner sind noch sehr viel mehr im Internet unterwegs: Dort liegt die Netz-Nutzungsdauer bei im Schnitt 14 Stunden pro Woche - ebenso viel Zeit wird auch ins Fernsehen investiert. In Europa dagegen wird im Verhältnis noch viel mehr Ferngesehen - der TV-Konsum stieg der Studie zufolge von 10 auf 12 Stunden pro Woche an.

In Deutschland hat man noch etwas aufzuholen, was die Digitalisiserung der Gesellschaft angeht. Dänemark, Schweden, die Niederlande und Luxemburg - in all diesen Ländern gibt es mehr Heimcomputer als hierzulande. Immerhin 70 Prozent aller deutschen Haushalte verfügen über einen Rechner, teilt der Branchenverband Bitkom unter Berufung auf die europäische Statistikbehörde Eurostat mit - in Dänemark sind es schon 84 Prozent. Bitkom-Präsident Willi Berchtold sagte, in Deutschland kämen jährlich eine Million Haushalte hinzu, die sich erstmals einen Rechner zulegten.

Laut Bitkom kaufen 61 Prozent der deutschen Computerbesitzer am heimischen Rechner ein. Je 44 Prozent buchen Reisen oder hören Musik. 36 Prozent der deutschen PC-Nutzer laden Software herunter, 29 Prozent sehen sich DVDs am Rechner an. 22 Prozent nutzen den privaten Computer, um sich weiterzubilden. Einen Unterschied bei der privaten PC-Nutzung zwischen Männern und Frauen gebe es nicht.

Auch im Beruf nimmt nach den Daten der europäischen Statistikbehörde die Bedeutung des Computers weiter zu. Zum ersten Mal habe der Anteil der Beschäftigten, die am Arbeitsplatz einen PC benutzen, die Marke von 50 Prozent überschritten. Mit einem Wert von 57 Prozent liege Deutschland deutlich über dem EU-Durchschnitt von 49 Prozent.

cis/ddp/gms

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
alles aus der Rubrik Web
alles zum Thema Umbruch der Medienwelt

© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP