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25.10.2006
 

Netzwelt-Ticker

Der Mann, der das Internet ausknipste

Von Felix Knoke

Nun ist Firefox 2 offiziell da, die MacBooks bekommen neue Kerne, ein asiatischer Konsolenimporteur verschwindet, Microsoft attackiert die Virenschützer mit "Defender", der Netz-Abschießer John B. kommt in den USA vor Gericht: all das im heutigen Überblick.

Als im Netz das Licht ausging

Am 15. Juni 2004 gingen in weiten Teilen des Internet für ein paar Stunden die Lichter aus. Und ein heute 32-jähriger Mann aus Florida war daran schuld. So zumindest lautet die Anklage gegen John B., angeblicher Verursacher der Denial-of-Service-Attacke auf den Internet-Dienstleister Akamai mit Hilfe einer Variante des Botnetz-Wurms Gaobot. Dem Mann wird zur Last gelegt, von einem Computer unter der Domain f0r.org aus zumindest zwei universitäre Rechnersysteme zur Attacke gegen das Akamai-Netz dirigiert zu haben. Für das böswillige Hacken und den "absichtlichen Zugriff auf einen geschützten Computer ohne Berechtigung" könnten John B. zwei Jahre Haft und 200.000 Dollar Strafe erwarten. Die Hintergründe der Attacke gehen leider nicht aus dem Register-Artikel hervor.

Firefox 2 endlich da

Nachdem bereits gestern die finale Version des Firefox 2 mehr oder weniger ungewollt im Netz aufgetaucht ist, bleibt heute zum offiziellen Starttermin nicht mehr viel zu sagen. Die 5-MB-Downloads für verschiedene Sprachen und Betriebssysteme gibt es auf der FF2-Downloadseite, die Informationen zum neuen Release auf der Release-Note-Seite.

Firefox: Jetzt ist V2 offiziell am Start
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Firefox: Jetzt ist V2 offiziell am Start

Wie sich der vor einigen Tagen gelaunchte Internet Explorer 7 für einen eingefleischten Firefox-User anfühlt, beschreibt das Browser-Blog "The Browser Den". Das Fazit: Der IE7 stellt eine massive Verbesserung zum Vorgänger dar und bringt ein paar tolle Features mit, kann aber noch nicht mit dem einfacher zu handhabenden und besser einstellbaren Firefox mithalten.

Die Entwickler der beiden Browser sehen die Konkurrenz (und den Streit unter den Fanlagern) übrigens sportlich. Gestern erreichte eine große Torte aus Redmond, dem Microsoft-Hauptquartier die Mozilla-Entwickler: "Congratulations on shipping! Love, the IE Team" steht dort geschrieben, Glückwunsch zur Auslieferung! Und nein, schreibt ein Blogger der Mozilla Stiftung, der Kuchen war nicht vergiftet.

MacBook Pro mit neuem Kern

Apple hat gestern die MacBook-Reihe mit dem Intel Core 2 Duo Prozessor aufgerüstet, die normalen MacBooks bleiben unverändert. Dieser Zug, so das PC Magazine folgt den großartigen Quartalszahlen, die Apple erst vor kurzem verkünden konnte, die upgedateten Rechner erscheinen wohl zur Weihnachtssaison.

Käufer werden zwischen dem Intel Core 2 Duo T7400 mit 2,16 GHz und dem T7600 mit 2,33 GHz wählen. Beide Prozessoren kommen auch in Windows-Systemen zum Einsatz. Festplatten wird es für die neuen MacBooks mit Kapazitäten bis zu 200 Gigabyte zur Auswahl geben, sowohl für die 17-, als auch die 15-Zoll-Variante. Alle Versionen kommen mit der "ATI Mobility Radeon X1600"-Grafikkarte. Die Preise liegen schließlich zwischen 1,999 Dollar (15 Zoll) und 2,799 Dollar (17 Zoll). Für die normalen MacBooks ist derzeit offenbar kein Update vorgesehen.

Eine genaue Aufstellung der Features und Fähigkeiten finden Sie bei Appleinsider.com.

Konsolero-Paradies Lik Sang schließt Pforten – wegen Sony?

Erst gewinnt Sony einen Streit um Grauimporte des PSP-Handhelds von Japan nach Europa durch den in Japan ansässigen Onlineshop Lik Sang ( Gamesindustry.biz). Dann schließt Lik Sang seine Pforten, eigenen Angaben zufolge wegen diversen Klagen, die Sony gegen den Importeur angestrengt hat. Sony ging vor Gericht, um Lik Sang wegen Verletzung ihrer Handelsmarke, Urheberrechte und Geschmacksmuster zu belangen. Der Aufhänger waren Importe der Playstation Portable, die Lik Sang noch vor dem offiziellen Start in Europa auf den Kontinent exportierte. Sogar Sony-Bosse, so die Pressemitteilung von Lik Sang, griffen auf das Angebot zurück. Auch andere namhafte Spielepublisher nutzten augenscheinlich das Angebot – zum Beispiel um die Spielepresse mit "Vorabmustern" zu versorgen, die Sony Europa scheinbar nicht aus eigenen Quellen bereitstellen konnte, wie in mancherorts spekuliert wird.

Sony sieht das freilich anders. In einem Statement gegenüber Gamesindustry.biz wird verlautbart: "Deshalb bestreiten wir vehement, dass unser Handeln irgendetwas mit der Schließung der [Lik Sang]-Website zu tun hat."

Im Internet wird Sonys Klage gegen Lik Sang und das Ende des Webshops als Desaster angesehen – für Sony. Einerseits sei Sonys Politik der harten Hand in erster Linie eine Politik gegen ihre Kunden (siehe auch Rootkit-Skandal), zweitens versperren sie Kunden, vor allem Fans, die einzig tragbare Möglichkeit, von allerlei Freak-Paraphernalia und superseltsamer Hardware bis zu höchst praktischer und vergleichsweise günstiger Ausrüstung für ihre Konsolen, vor allem für Sonys Playstation, zu kommen. Lik Sang, das muss man wissen, hatte unter Spielern einen gleichsam legendären Ruf und galt als Konsolen-Paradies.

Microsoft veröffentlicht finale Version von Defender

Nach einer etwas längeren Beta-Phase ist Microsofts eigenes Anti-Malware-Tool Defender nun in einer finalen Version veröffentlicht worden. Das kostenlose Werkzeug durchsucht und überwacht Windows-Computer auf Übelcode wie Spyware, all zu neugierige Cookies und anderes Unheil, das Spammer und Datenspione auf Computer schleusen wollen. Die finale Version bietet gegenüber dem Vorgänger ein neu gestaltetes Interface, eine verbesserte Malwaresuche und effektivere Entfernungsroutinen, Schutz für jeden User eines Rechners, Unterstützung von 64-Bit Plattformen, schnellere und kleinere Updates der Definitions-Dateien, zweimal kostenlosen Support und schließlich eine obligatorische WGA-Überprüfung (Windows Genuine Advantage), ob die installierte Windows-Version auch rechtmäßig erstanden ist.

Den englischen Download (5 MB) gibt es bereits auf der Microsoft-Seite, eine deutsche Version soll bald folgen.

Hersteller andere Sicherheitssoftware sind derweil über den Release von Defender nicht eben glücklich (TGDaily.com). Sie, vor allem McAfee und Symantec werfen Microsoft vor, Windows Vista gleichsam gegen die Konkurrenz im Sicherheitsmarkt abzuschotten, wie Reuters berichtete. Kaspersky und Sophos schlagen sich dabei auf die Seite Microsofts: Wer sich über Windows Vistas Sicherheitssystem beschwert, hat sich nicht genug darauf vorbereitet, so Sophos in einer Pressemeldung.

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