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31.10.2006
 

Mentosfontänen

Google bezahlt für Netzvideos

Für die Welt der Onlinevideos ist es so etwas wie ein Dammbruch: Erstmals sollen Hobby-Videokünstler, die einige populäre Clips gemacht haben, bezahlt werden - aus Werbeerlösen. Ist das Geschäftsmodell "Andere umsonst arbeiten lassen" am Ende?

Fritz Grobe und Stephen Voltz sind mit ihren Colaspringbrunnen zu kleinen Web-Stars geworden. Mit dem "Diet Coke & Mentos Experiment", über das SPIEGEL ONLINE schon im Juni ausführlich berichtet hatte: Wenn man genügend Mentos-Kaubonbons in eine große Colaflasche stopft, führt das zu einer Reaktion, die das Süßgetränk mit solcher Wucht aus der Flasche drückt, dass man damit regelrechte Wasser- beziehungsweise Colaspiele bauen kann (siehe Video).

Eepybird: Das Mentos-Projekt verdient jetzt Geld
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Eepybird: Das Mentos-Projekt verdient jetzt Geld

Grobe und Voltz haben diese Technik nicht erfunden, aber perfektioniert. Coca Cola war zunächst nicht begeistert von den Experimenten - nun aber hat man wohl erkannt, dass das ein Irrweg war in Zeiten des viralen Marketings. Nun wird Google Video das neue Werk der beiden exklusiv anbieten, berichtet "Cnet" - gesponsort von Coca Cola und dem Mentos-Hersteller.

"Techcrunch" berichtet, das ursprüngliche Video von Grobe und Voltz sei auf der Plattform Revver, die schon seit längerer Zeit die Möglichkeit bietet, Werbung in privaten Webvideos zu schalten, recht erfolgreich gewesen: 35.000 Dollar sollen die beiden mit Revver verdient haben. Bei der zweiten Runde hat Revver nun offenbar gegenüber Google den Kürzeren gezogen. Revver hat schon einige der berühmtesten Video-Macher an sich gebunden, etwa das Team hinter "lonelygirl15".

Das Geschäft könnte eine Trendwende im bislang vor allem auf dem Enthusiasmus von Hobbyfilmern basierenden Videobusiness im Netz einläuten: Plötzlich wollen die bislang so willigen privaten content provider Geld für ihre Dienste. Auch der Videodienst Metacafe hat eben ein "Producer Rewards"-Programm gestartet: 5 Dollar pro Tausend Klicks soll es geben für erfolgreiche Videos - aber erst, wenn das Video schon 20.000 mal abgerufen wurde.

Der Schritt ist insofern folgerichtig, als dass die wählerische Webkundschaft vermutlich dorthin wandern wird, wo es wirklich Qualität zu sehen gibt. Pikant ist insofern, dass Google das Mentosvideo dem eigenen Angebot gesichert hat - der Milliardendeal mit YouTube ist nämlich noch nicht rechtskräftig.

cis

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