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13.01.2007
 

Irak

Terroristen suchen Ziele mit Google Earth

Terror in Zeiten des Internets: Für die Anschlagsplanung nutzen irakische Terroristen offenbar die Satellitenfotos der Google-Earth-Software. Bei Hausdurchsuchungen fanden Soldaten ausgedruckte Aufnahmen von britischen Militärcamps.

Hamburg/London – "Wir glauben, sie benutzen Google Earth, um die am leichtesten angreifbaren Ziele, wie zum Beispiel Zelte zu identifizieren", zitiert die britische Zeitung "Daily Telegraph" einen britischen Geheimdienstoffizier. Bei der Erstürmung mehrerer Häuser von mutmaßlichen Terroristen hatten Soldaten in der vergangenen Woche Dokumente gefunden, die sie stutzig machten.

Google Earth-Bilder: Fundgrube für Terroristen
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Google Earth / DigitalGlobe / TerraMetrics

Google Earth-Bilder: Fundgrube für Terroristen

Auf Ausdrucken von Satelliten- und Luftaufnahmen der Google-Earth-Software waren auf der Rückseite die Koordinaten potentieller Angriffsziele vermerkt. Die Bilder zeigten die Gegend um die südirakische Hafenstadt Basra, wo mehrere britische Militärcamps aufgeschlagen sind. Detailliert waren darauf Gebäude und Zeltunterkünfte innerhalb der Lager zu erkennen, Wasch- und Toilettenblöcke, sowie die Parkplätze für leicht bewaffnete Land Rover. Allerdings sind die Satelliten-Aufnahme von Googles Earth zumindest Monate, wenn nicht sogar Jahre alt.

Die Aufnahmen seien zwar kein Beweis dafür, dass die Terroristen ihre Anschläge auf der Basis von Google Earth planten, sagte der Geheimdienstoffizier. "Aber sie sind ihnen offenbar von großem Nutzen. Warum sonst sollten sie Google-Earth-Bilder von unseren Camps haben?"

Granaten auf Militärbasen

Angesichts der Vielzahl zielgenauer Angriffe auf die britischen Militärbasen in Basra, erscheint der Einsatz der Software wahrscheinlich: Beinahe täglich werden die Camps mit Mörsergranaten beschossen. In den vergangenen sechs Monaten seien bei derartigen Angriffen ein Soldat getötet und mehrere verletzt worden. Die Granaten würden aus einer Entfernung von etwa sechs Kilometern zielgenau auf das Camp abgefeuert, berichtete ein Armee-Sprecher.

In der Google-Zentrale in Kalifornien sorgen die jüngsten Meldungen nicht für Verwunderung. Ein Sprecher erklärte, die Software könne zu "guten und schlechten Zwecken" genutzt werden, schließlich sei sie offen zugänglich. Die Bedenken würden jedoch ernst genommen. "Natürlich haben wir immer ein offenes Ohr für die Bitten einer Regierung."

jkr/dpa

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