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31.01.2007
 

Festnetz

Telekom rechnet mit weiterem Kundenschwund

Die Deutschen Telekom geht davon aus, dass der Kundenrückgang im klassischen Festnetzgeschäft gegenwärtig nicht zu stoppen ist. Im Wettbewerb um DSL-Kunden werfen die Konkurrenten dem Konzern unlautere Mittel vor.

Berlin - Es sei "nicht realistisch", den Rückgang bei den normalen Anschlüssen kurzfristig aufzuhalten, sagte der Vorstandsvorsitzende René Obermann am Mittwoch in Berlin. Bereits im vergangenen Jahr hatten hier rund zwei Millionen Kunden der Telekom den Rücken gekehrt. Obermann betonte die Notwendigkeit von Einschnitten bei den Beschäftigten im Kundendienst und forderte von der Gewerkschaft ver.di die rasche Aufnahme von Gesprächen darüber. Die Telekom plant, 45.000 Mitarbeiter der Call-Center und des technischen Kundendienstes der Festnetzsparte auszugliedern, um Personalkosten zu sparen.

Konzernzentrale der Telekom: Kundenschwund nicht zu stoppen
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DPA

Konzernzentrale der Telekom: Kundenschwund nicht zu stoppen

Obermann versprach erneut, den Konzern strikt auf die Kundenbedürfnisse auszurichten: "Wir wollen die Deutsche Telekom Schritt für Schritt zum Maßstab für Service in der Branche machen." Neben Verbesserungen bei der Erreichbarkeit der Call-Center und der Termintreue beim technischen Kundendienst sowie der Ausweitung des Vertriebsnetzes um 200 Geschäfte und 1500 Mitarbeiter kündigte er mehr Produkte für spezielle Kundengruppen an.

Im Wettbewerb um DSL-Kunden werfen die Konkurrenten der Deutschen Telekom unlautere Mittel vor. Der Bonner Konzern versuche mit Tricks, bereits verlorene DSL-Kunden wieder zurückzuholen, sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes Breitbandkommunikation (Breko), Peer Knauer, der Tageszeitung "Die Welt". In dem Verband sind bundesweite DSL-Anbieter mit eigenem Netz wie Arcor, Hansenet und Versatel sowie zahlreiche Stadtnetzbetreiber zusammengeschlossen.

Die Telekom wies die Vorwürfe zurück. Sie habe mit der Öffnung ihrer Netze den Wettbewerb auf dem prosperierenden Breitbandmarkt technisch und inhaltlich erst ermöglicht, sagte Sprecher Frank Domagala. "Wenn man sich unsere Kundenverluste im vergangenen Jahr anschaut, ist nur schwer nachvollziehbar, dass man uns an dieser Stelle Behinderung vorwirft."

Breko-Chef Knauer sagte, Wettbewerber der Telekom würden bei Beantragung der technisch notwendigen Umstellung des Anschlusses damit hingehalten, dass der Antrag angeblich nicht vollständig eingereicht worden sei. "In der Zwischenzeit ruft der Telekom-Vertrieb die wechselwilligen Kunden an und fragt sie, ob sie in der Übergangszeit nicht beim Unternehmen bleiben wollten." Die Wechsler verpflichteten sich so - zum Teil auch ohne ihr Wissen - ein weiteres Jahr bei der Telekom zu bleiben, sagte Knauer weiter. Der Breko bereite deshalb eine Beschwerde bei der Bundesnetzagentur vor.

hda/ddp/AFP

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