"Meine Karten", auf englisch "My Maps", heißt eine neue Funktion, die seit heute auf den Google-Maps-Seiten zu finden ist. Das Tool soll es den Benutzern ermöglichen, personalisierte Karten zu erstellen. In diesen kann der Anwender beliebig Orte und Gegenden markieren oder auch Routen nachzeichnen. Darüber hinaus, ist es möglich, die Karten um multimediale Elemente wie Fotos, Videos und Texte zu ergänzen.
Hybridkarten wie diese sind nicht neu – bereits jetzt finden sich Tausende solcher "Mashups" , die unterschiedliche Medien miteinander verknüpfen, im Netz - zum Beispiel die bizarren Straßen-Konversationen der Seite "Overheard in New York" mit einem Stadtplan. Allerdings benötigte man für deren Erstellung oft Programmierkenntnisse. Mit "My Maps" soll es dagegen kinderleicht sein, mit wenigen Mausklicks beispielsweise die Route der letzten Wandertour samt eigener Bilder und Wegbeschreibungen zu erstellen.
Die so erstellten Karten sollen ebenso mühelos anderen Benutzern zur Verfügung gestellt werden können. Dabei kann man selbst bestimmen, ob die derart erstellten Mashups nur bestimmten Freunden, Familienmitgliedern oder allen Google Maps-Nutzern bereitgestellt werden sollen. Außerdem sollen sich die Mashup-Karten auch in GoogleEarth einbetten lassen.
Um wirklich alle Funktion von "Meine Karten" nutzen zu können, ist man allerdings dazu gezwungen, sich der Dienste einiger Google-Tochterunternehmen zu bedienen. So können Videos nur über den Umweg über das Videoportal YouTube in die Google-Karten eingebunden werden, müssen also vorher auf YouTube hochgeladen werden. Damit liefert man dem Google-Ableger nebenbei noch jede Menge kostenlosen Amateur-Content und sorgt für steigende Zugriffszahlen.
In der Summe fügt Google seinem klassischen Online-Atlas ein neues interaktives Element hinzu. Für die Allgemeinheit freigeschaltete Mashup-Karten sollen künftig in der linken Suchspalte von Google Maps erscheinen. Auf diese Weise nutzt das Suchmaschinenunternehmen auf geschickte Weise und in typischer Web-2.0-Manier, die Kreativität seiner Anwender, um sein Produkt attraktiver zu machen, ohne selbst in die Erstellung neuer Inhalte investieren zu müssen.
Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Google den größten Teil des jährlichen Gewinns in Höhe von 3,1 Milliarden Dollar mit dem Verkauf von Online-Anzeigen.
joh/mak/ap
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