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30.04.2007
 

Streit um Bildrechte

Ärger wegen Hugh und Bockwurst

Von Konrad Lischka

2. Teil: Das Geschäft der Paparazzo-Blogger

Solche Gesetze sollen Rechteinhaber gegen Menschen schützen, die sich bewusst auf Kosten anderer bereichern. Gegen Menschen wie den Blogger Mario Lavandeira zum Beispiel. Der 27-jährige New Yorker ist keiner der kleinen, wehrlosen Blogger. Er verdient mit seinem Prominenten-Blog unter dem Pseudonym Perez Hilton geschätzte 800.000 Dollar im Jahr.

Seine Klatschseite ist eines der meistbesuchten US-Blogs. Ein Monat Standard-Werbung kostet Anzeigenkunden 30.000 Dollar - die wird dann mehr als 100 Millionen Mal aufgerufen, wenn man den Statistiken von Mario Lavandeiras Werbevermarkter glaubt. Erstaunliche Summen für ein Ein-Mann-Unternehmen. Ein Grund könnte sein: Lavandeira bezahlt laut einer Klage nicht für die Paparazzi-Fotos, die er veröffentlicht. Fünf Paparazzi-Agenturen verlangen deshalb sieben Millionen Dollar Schadensersatz von ihm.

US-Promiblogs bezahlen Paparazzi

Die SPIEGEL ONLINE vorliegende Klageschrift listet auf 99 Seiten detailliert auf, welche Fotos Lavandeira in den vergangenen Jahren ohne Erlaubnis veröffentlicht hat, wie er Hinweise und Zahlungsaufforderungen ignoriert und einfach weiter Fotos von Beyoncé Knowles, Victoria Beckham und Britney Spears aus dem Netz fischt. Mit solchen Fotos hat Mario Lavandeira ein kleines Medienunternehmen aufgebaut.

Andere US-Promiblogs wie PinkIsTheNewBlog zahlen längst für alle Bilder, die sie veröffentlichen. Lavandeira hingegen sieht sich völlig im Recht. Über seinem Anwalt lässt er ausrichten, er könne die Fotos kostenlos nutzen, da er sie ja bearbeite, etwas hinzufüge, ein neues Werk schaffe. Das stimmt: Mit einem Bildbearbeitungsprogramm kritzelt er Koks-Linien in Fotos oder versieht einen auf Paparazzi losgehenden Hugh Grant mit der Aufschrift "schwul".

In diesem Stil macht Lavandeira auch nach der Klage einfach weiter: Er veröffentlicht unbeirrt neue Paparazzi-Fotos von Britney Spears, Kelly Osbourne und Whitney Houston. Vielleicht spekuliert er auf eine außergerichtliche Einigung mit den Paparazzi-Agenturen, vielleicht rechnet er sich mit seinen Anwälten tatsächlich Chancen aus, den Prozess zu gewinnen. Man kann das unternehmerische Chuzpe nennen. Die fehlt einem Freizeit-Blogger wie Carsten Knobloch. Er wird in dieser Woche wohl erstmal 699,40 Euro Abmahngebühren zahlen und dann seinen Urlaub für dieses Jahr streichen.

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