Von Richard Meusers
Peinlich-PR: Oben-ohne-Hostessen und tote Ziege bei Sony
Kunst war es nicht, und der Spaß ist den Beteiligten im Nachhinein auch vergangen. Bei der Vorstellung der Mythenmetzelei "God of War II" für die Playstation in Athen hatte man die archaischen Zeitbezüge wohl ein bisschen zu wörtlich genommen.
Bei der Party wurde neben Oben-ohne-Hostessen als besondere Deko eine geköpfte Ziege aufgeboten, berichtet PC World. Das trieb diversen Tierschützern die Zornesröte ins Gesicht, Tierschutzorganisationen protestierten: Derartig blutige Spektakel seien abscheulich. Bei Sony gibt man sich nun zerknirscht und gelobt, in einer Untersuchung den genauen Umständen nachzugehen. Das wird den Unkenrufen über gewalttätige und gewaltfördernde "Killerspiele" sicher wieder Auftrieb geben.
Google Earth hat die Vogelgrippe
Biomediziner der Universität von Columbus im US-Bundesstaat Ohio haben eine interaktive Karte entwickelt, die den Betrachter über die Ausbreitung der Vogelgrippe informiert. Außerdem enthält sie Daten über die genetischen und geografischen Zusammenhänge der Krankheit, was möglicherweise helfen kann, den Ort des nächsten Ausbruchs einzugrenzen. Diese Erkenntnisse bleiben aber nicht im Gelehrtenstübchen verborgen, sondern sind weltweit abrufbar. Jedenfalls für jeden, der Google Earth auf dem Rechner installiert hat. Die Wissenschaftler benutzten nämlich zur Programmierung ihrer Karte die sogenannte "Keyhole Markup Language", in der auch das Datenmaterial des 3D-Erdbetrachtungsprogramms von Google erstellt ist. Neben dem aktuellen Stand kann auch der Weg nachverfolgt werden, den die Vogelgrippe in den vergangenen zehn Jahren genommen hat.
Dell demnächst mit Ubuntu Linux
Für Käufer von Dell-Computern bricht bald die Zeit der vorinstallierten Wahlfreiheit an, berichtet futurezone. Der Computerhersteller bringt nämlich noch in diesem Monat Rechner auf den Markt, auf denen nicht wie üblich Windows XP oder Vista installiert sind, sondern Ubuntu Linux, eine vereinfachte und nutzerfreundliche Variante des alternativen Betriebssystems Linux.
Bitkom: Runter mit den GEZ-Gebühren
ARD und ZDF streiten derzeit vor dem Bundesverfassungsgericht gemeinsam gegen den Rundfunkänderungsstaatsvertrag und die damit verbundenen wohl niedrigeren Rundfunkgebühren. Das hat der Bitkom-Verband genutzt, um noch einmal nachhaltig auf niedrigen Abgaben und einer vereinfachten Gebührenstruktur zu bestehen. Eine Regelung wie die gegenwärtige, die auch Internetnutzer abkassiert, die ihren Rechner nie als Fernseher oder zum Radiohören nutzen, wertet der Verband als "Bestrafung". Dabei liege der Vorteil einer einheitlichen, niedrigen Gebühr doch auf der Hand: "Dann gibt es keine Schwarzseher mehr und die GEZ kann Bürokratie abbauen."
"100-Dollar-Laptop" kostet 176 Dollar und kommt in die USA
100 Dollar kostet der Billigrechner des Programms "One Laptop per Child" schon lange nicht mehr. Schon im November war der Preis des vor allem für die Bedürfnisse von Entwicklungsländern konzipierte Geräts auf 150 Dollar angehoben worden. Nun sind es 176 Dollar. Künftig wird der grün-weiße Sparrechner aber auch in den USA zu haben sein (wenngleich zu einem höheren Preis). Im Herbst soll mit der Produktion begonnen werden, jedoch nur dann, wenn mindestens drei Millionen Bestellungen vorliegen, berichtet Zdnet. Bei geringerer Stückzahl rechnet sich das Projekt nicht. Also müssen noch weitere 500.000 Laptops bestellt werden. Immerhin hoffen die Initiatoren, dass bei entsprechendem Erfolg und einer größeren Menge produzierter Rechner der Preis auch wieder sinken könnte. Wohltätigkeit mit den Mitteln der Marktwirtschaft ist zuweilen ein zynisches Geschäft.
Kutaragi macht weiter
Noch in der vergangenen Woche kündigte "Mr. Playstation" Ken Kutaragi seinen Rückzug von der Position des Sony-Videospielchefs an. Nun scheint er seinen für Juni vorgesehen Abgang schon wieder zu bereuen. In einem Interview mit der "EE Times" jedenfalls beschreibt er eifrig seine Visionen für die Playstation 4, 5 und 6. Dennoch: Auch wenn er dem jetzigen PS3-Team noch einige Richtlinien an die Hand gegeben habe, wie in den kommenden ein, zwei Jahren weiter mit der Konsole verfahren werden solle, würden seine künftigen Unternehmen bei allen guten Beziehungen zu Sony unabhängig davon sein. Er sei nun für einen "Blick auf eine viel größere Welt" bereit.
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