Von Matthias Kremp
Allison Stokke hat erreicht, wovon Millionen träumen: Sie ist berühmt. So berühmt, dass ihr Foto die Titelseiten der großen Tageszeitungen der USA ziert. So berühmt, dass sich Fanclubs bilden, Websites online gestellt werden, die alle Informationen rund um die Schülerin in die Welt hinausposaunen. Doch wovon andere träumen, träumt Allison nicht. Sie will lieber wieder anonym sein, will nicht mehr auf der Straße angesprochen werden, sähe es am liebsten, wenn dieses eine Bild von ihr aus dem Internet getilgt würde.
Denn dieses Bild reichte aus, um aus dem Teenager Allison den Webstar Allison zu machen. Das Foto zeigt die Athletin bei der Vorbereitung zum Stabhochsprung, jener Disziplin in der Allison zu den besten Jungsportlern der USA gehört. Als das Foto in einem für seine schlüpfrigen Sportlerinnen-Bilder bekannten Sport-Weblog erschien, brach der Sturm los. Mit einem Mal tauchten immer mehr Fotos der attraktiven Frau auf, wurden von Blog zu Blog weitergereicht. Das war Mitte Mai. Mittlerweile liefert eine Google-Suche nach "Allison Stokke" fast eine Million Treffer.
Google-Millionärin
Inzwischen ist Stokkes Bekanntheit nicht mehr auf das Netz beschränkt. Auf der Straße wird sie angegafft, beim Einkaufen angesprochen. Als sie plötzlich massenweise Mails von Unbekannten bekam und Freunde sie darauf aufmerksam machten, dass Bilder von ihr im Web kursieren, wurde ihr klar, was da ablief. Ihre Eltern, die sie von ihrer ungewollten Popularität informierte, reagierten schockiert.
Vater Allan, von Beruf Rechtsanwalt, fackelte nicht lange. Er rief den Betreiber einer Fan-Webseite an, die sich mit Allisons Namen schmückte, schickte ein offizielles Schreiben hinterher - und hatte Erfolg: Nun heißt die Seite nur noch "Former Unofficial Allison Stokke Fan Page" und enthält weder Bilder noch Texte über seine Tochter. Doch das war nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Keine Chance gegen das Netz
Man sei nicht ängstlich, wohl aber vorsichtig, sagte Allisons Vater der "Los Angeles Times". "Allison schließt Türen jetzt immer ab", ergänzt der Rechtsanwalt, der ganz offensichtlich befürchtet, seine Tochter könnte von Stalkern belästigt werden. "Sie ist eine Sportlerin, die versucht nicht aufzufallen", sagt er.
Die Bilderflut zu stoppen oder einzudämmen dürfte unmöglich sein. Dennoch gibt die Familie die Hoffnung nicht auf. Die "Washington Post" zitiert Allison mit den Worten: "Ich möchte nur einen Weg finden, das alles unter Kontrolle zu bringen." Ihr Vater denkt realistischer: "Auf dem Rechtsweg ist da nichts zu machen, solange niemand zu weit geht", sagte er der "Los Angeles Times".
Allisons Trainer sieht keine Chance, jetzt noch gegenzusteuern. Er ist sich sicher: Es ist unvermeidlich, dass man die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zieht, wenn man gut in seinem Sport, weiblich und dazu auch noch attraktiv ist. In der "Los Angeles Times" hat der Trainer daher keinen Trost für seinen Schützling: "Sie wird sich einfach damit abfinden müssen."
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Ich fasse zusammen: Rechtsanwaltstochter ist eine der besten Nachwuchsstabhochspringerinnen, erhält für ihre Leistungen Hochschulstipendium und das halbe Internet verliebt sich in sie. Schreckliches Schicksal, wenn mir das [...] mehr...
Heute mag sie sich beschweren über die ungewollte Popularität. Aber wenn sie in fünf Jahren zum Olympia-Team der Amerikaner gehört und einer breiteren Öffentlichkeit bekannt ist, wird sie sehr warscheinlich genau wissen, wie sie [...] mehr...
Hähä, super recherchiert!! Respekt! mehr...
Zumindest kann sie in den USA viel Geld aus Ihrer Bekanntheit machen. Siehe Anna Kournikowa. Und da Sie anscheinend auch nicht soooo schlecht springt, wird sie sicherlich auch Werbeverträge bekommen können. Und das verhalten vor [...] mehr...
Nun liebe Autoren, vielleicht solltet Ihr dann auch mal die Bilder aus Euren Nachrichten entfernen. Denn wenn ich das Kommentar meines Vorredners schon lese, beschleicht mich das Gefühl, dass genau die richtigen Leute auf [...] mehr...
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