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07.06.2007
 

Webby Awards

Auflauf der Web-Prominenz

...und der Internet-Oscar geht an: eine Menge innovativer, mächtiger, populärer und kreativer Web-Sites. Zum elften Mal wurden in New York die Webbys vergeben - an Stars und an Menschen, die es verdient hätten, welche zu sein.

Klar klicken die Kameras vor allem, wenn ein Mensch wie David Bowie die Bühne betritt. Einem wie ihm verzeiht man auch, wenn er seine Dankesrede nicht wie sonst bei den Webbys üblich auf fünf Worte beschränkt, sondern noch zehn drauflegt.

Dass Bowie überhaupt für sein Lebenswerk in Sachen Internet ausgezeichnet wurde, irritiert nur Web-Nutzer, die die frühen Jahre nicht mitgemacht haben: Mitte bis Ende der Neunziger gehörte der Sänger und Schauspieler tatsächlich zu den Vorreitern der Szene. Bowie verkaufte online Musik, eröffnete ein nur Abonnenten offenstehendes Portal und leistete sich sogar eine eigene Online-Bank - "Experimentierfreudig" ist von jeher Bowies zweiter Vorname.

Doch auch die Web-Szene selbst hat in den letzten Jahren genügend Prominenz hervorgebracht. So hat es nichts mehr damit zu tun, dass man sich die Stars aus anderen medialen Welten leihen müsste, wenn bei den Webbys Web-aktive Showgrößen auflaufen: Im Zweifelsfall sind die Gesichter der YouTube-Gründer (als Personen des Jahres ausgezeichnet) längst bekannter als die der Band Beastie Boys (Auszeichnung als Künstler des Jahres).

Der vierte Hauptpreis ging dagegen an eine höchst einflussreiche Frau, deren Gesicht trotzdem kaum jemand kennt: Meg Whitman ist die Chefin von eBay. Auch sonst geriet die elfte Webby-Runde zu einem Schaulaufen der Prominenz: Was im Laufe des Jahres irgendwo in den Medien auftauchte, wurde auch ausgezeichnet - von flickr bis LinkedIn.

Dass die Webbys ihrem Ruf, auch schrägste Konzepte, die kaum jemand kennt, mit Web-Oscars auszuzeichnen, war trotzdem sicher gestellt: Bei 145 Auszeichnungen in zig Kategorien von Business über Medien bis Seltsam bleibt dafür reichlich Raum. Bei anderen Preisen würde man da wohl von Preisinflation reden, bei den Webbys erhöht es nur den Spaßfaktor: Die Webbys sind von jeher eher eine als Oscar-Parodie verpackte Gelegenheit, Menschen zu einer Party zusammen zu bringen, die sonst zu viel vor dem Bildschirm sitzen.

pat

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