Von Konrad Lischka
Das Space-Invaders-Handgelenk (1981)
Das "New England Journal of Medicine" hat nicht nur die ersten Berichte über die Wiiitis und Nintendinitis veröffentlicht, sondern auch den vermutlich ersten Beitrag über eine Videospiel-Erkrankung überhaupt: 1981 widmete sich ein Bericht des Medizin-Studenten Timothy McCowan aus Little Rock Arkansas (er praktiziert dort heute als Radiologe) dem Phänomen des "Space-Invaders-Handgelenk".
McCowan beobachtete an sich eine "schmerzhafte Steifheit des Handgelenks". Die Ursache: Das wiederholte abrupte Beugen und Strecken des Handgelenks und Unterarms beim Steuern des Spielhallen-Klassikers "Space Invaders".
Im selben Jahr schreiben zwei andere US-Mediziner, Richard Neiman aus Sacramento und Susan Ushiroda aus Portland, im "New England Journal of Medicine" über das Phänomen der "Spielautomaten-Sehnenentzündung" im Allgemeinen. Sie beschreiben die Fälle zweier Frauen, die über Schmerzen in der rechten Schulter klagten, nachdem sie zusammen ein Wochenende in einer Spielhalle verbracht hatten. Die Ärzte empfehlen mit einem Augenzwinkern diese Behandlung: "Ausruhen oder den Jackpot schnell gewinnen." Diesen Grad an Selbstironie hat kein Spiel-Mediziner seither erreicht.
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