Von Felix Knoke
Genau um 8 Uhr 16 Minuten und 29 Sekunden ging die Bombe hoch. Die automatische Kamera des Wetterfernsehens streifte gerade noch harmlos über die tschechische Landschaft, als ein Lichtblitz die Sicht nimmt. Kurz darauf steigt eine Pilzwolke gen Himmel, dann grieselt das Bild, wahrscheinlich erreichte gerade die Schockwelle die Kamera:
Doch es gibt keinen Grund zur Panik, es war nur eine geschickte Manipulation einer Panoramakamera. Die tschechische Künstlergruppe Ztohoven zündete die Atombombe als Kritik am Vertrauen in Fernsehbilder.
"Am 17. Juni 2007 griff diese Gruppe den Raum Fernseh-Raum an. Sie verzerrte ihn, stellte seine Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit in Frage. Sie richtete die Aufmerksamkeit darauf, dass man womöglich mit von den Medien manipulierten, statt mit den echten Bildern hantiert." – Ist alles, was wir täglich auf dem Bildschirm sehen, wirklich wahr?
Ein ähnliches Ansinnen hatte 2005 auch der Kunst-Student Oliver Karl Boeg, als er in einigen Karlsruher Kneipen eine gefälschte "Tagesschau" abspielen ließ. Mit der vorgetäuschten Kaperung der ARD-Nachrichtensendung durch einen bewaffneten Mann wollte Boeg die "mediale Einweg-Penetranz hinsichtlich mediengesellschaftlicher Programmierung von 'Bewusstseinen' thematisieren."
Boeg wurde damals wegen "Störung des öffentlichen Friedens" und "Beeinträchtigung" von "Nothilfemitteln" zu 30 Tagessätzen à 15 Euro verdonnert. Der Gruppe Ztohoven könnte ähnliches widerfahren: Die Polizei untersucht die Vorfälle, die fingierte Explosion hätte eine Panik auslösen können.
Österreich überlegt den Ösi-Trojaner
Österreichs Innenminister Günther Platter (ÖVP) denkt in einem Interview mit dem "Kurier" laut darüber nach, dass auch in Österreich Trojaner zur Online-Durchsuchung von Computern eingesetzt werden könnten. Die ORF Futurezone zitiert aus dem Kurier: "Wir müssen im tagtäglichen Wettlauf mit den Kriminellen ständig auf dem Laufenden sein." Daher sei es logisch, dass verschiedenste Varianten geprüft würden.
In Deutschland hat der Bundesgerichtshof die heimlichen Durchsuchungen durch die Polizei für unzulässig erklärt. Verfassungsschutz und Bundesnachrichtendienst, so ergab eine parlamentarische Anfrage, setzen jedoch schon seit Jahren solche Trojaner ein. Die Unionsfraktion hob hervor, dass der Verfassungsschutz auf der Grundlage des von Rot-Grün beschlossenen Verfassungsschutzgesetzes und einer Dienstvorschrift arbeite, die unter dem damaligen Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) erarbeitet worden sei, so die FuZo an anderer Stelle.
Langsameres Wachstum bei Onlineverkäufen
25 Prozent und mehr – jahrelang wuchs und wuchs der E-Kommerz, wurde online immer mehr verkauft. Doch seit letztem Jahr ist mit dem rasanten Wachstum in manchen Sparten Schluss. Der Absatz von Büchern, Eintrittskarten und Büromaterial nimmt nur noch langsam zu, Gesundheits- und Schönheitsprodukte, Computerteile und Haustierbedarf stagnieren. Die "International Herald Tribune" lässt es die Experten aussprechen: Das ist der Wendepunkt, von nun an wird das Wachstum langsamer. Dabei habe diese Entschleunigung verschiedene Gründe. Einerseits kamen die Internetverkäufe in kurzer Zeit mit 116 Milliarden Dollar auf einen Anteil von fünf Prozent am gesamten Verkauf – solch ein rasantes Wachstum kann einfach nicht gehalten werden. Zum anderen seien es die Käufer aber auch müde, alles online zu bestellen. Einige traditionelle Onlineverkäufer wie Dell fingen deswegen schon an, ihre Waren auch in normalen Ladengeschäften anzubieten.
Ein Dell-Verantwortlicher dazu: "Wir stellen fest, dass Kunden es gern etwas interaktiver haben wollen. Sie wollen Shoppen gehen, sie wollen in die Läden."
Hierzulande verkündet die DPA jedoch eine wahre Revolution des Einkaufens. Im Netz gibt's keinen Ladenschluss, das gelte nun auch endlich für Deutschland. Aus den 30 Millionen Kaufvorgängen, die die Firma Pago eTransaction Services abgewickelt habe, gehe hervor, dass man in Deutschland nun auch am Wochenende und in den Abendstunden online auf Shoppingtour gehe. Vor allem samstags geht die Zahl der Bestellungen kaum noch zurück und liegt mit 13,9 Prozent auf dem Niveau der Online-Transaktionen an Werktagen (14,3 bis 14,8 Prozent). Auch der Sonntag kommt bereits auf einen Anteil von 13,2 Prozent aller Bestellungen in Europa, wie aus dem "Pago-Report 2007" hervorgeht. Dort heißt es auch, dass der Anteil der Frauen unter den Online-Käufern in Europa um drei Prozentpunkte auf 37 Prozent gestiegen sei. In Deutschland sei der Frauenanteil unter den Käufern mit 43 Prozent überdurchschnittlich hoch.
Allerdings hinke Deutschland bei der Bezahlung mit Kreditkarte ordentlich hinterher. Gerade einmal 28,3 Prozent aller Einkäufe erfolgten über Plastikgeld. In Großbritannien seien es fast 100 Prozent. Das elektronische Lastschriftverfahren führe in Deutschland mit 65,3 Prozent den Geldtransfer an.
DRM-freie Musik zahlt sich für EMI aus
Die Verkaufszahlen von Pink Floyds Album "Dark Side of the Moon" sollen es zeigen: Der Verkauf nicht-kopiergeschützter Musik bei iTunes lohnt sich. Kurz nach der Einführung der zwar ohne Kopierbeschränkung, dafür mit E-Mail-Adresse und iTunes-Account-Infos versehenen Dateien zeichne sich laut Bloomberg bereits der Erfolg ab.
EMI, weltweit die drittgrößte Plattenfirma hat letzten Monat damit begonnen, DRM-freie Musik ins digitale Portfolio aufzunehmen. Bei iTunes werden die ungeschützten Dateien seit dem 30. Mai verkauft.
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