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26.06.2007
 

Netzwelt-Ticker

FON bietet anonymen Drahtlos-Webzugang

Von Felix Knoke

Wer seinen Internet-Zugang über einen FON-Router mit anderen teilt, könnte Spammer-Besuch bekommen. FON bewirbt einen anonymen Zugang - ideal für Kriminelle. Die Foneros sind empört. Außerdem im Nachrichten-Überblick: MySpace-Klassengrenzen und raubkopierende Knastbrüder.

User wehren sich gegen FON-Werbeaktion

Die Nutzer des Drahlos-Internet-Dienstes FON protestieren gegen eine Werbeaktion: FON lässt Fremde auch ohne ordentliche Anmeldung und damit im Grunde anonym auf die FON-Hotspots zugreifen. Das ärgert deren private Betreiber, wie Golem schreibt.

Drahtlos-Internet: Dank solcher Antennen kommt man mit dem Laptop unterweg ins Netz - bei FON derzeit anonym
AP

Drahtlos-Internet: Dank solcher Antennen kommt man mit dem Laptop unterweg ins Netz - bei FON derzeit anonym

Die Nutzer, die ihren Internetanschluss über FON teilen, fürchten nämlich, dass Spam-Versender und Kriminelle anonym ihre Internet-Verbindungen nutzen und den Verdacht und Schaden auf sie, die Betreiber der FON-Hotspots abwälzen. Bisher konnte jeder FON-User mehr oder weniger sicher über Paypal- oder Kreditkartennummern identifiziert werden. Anonymes Surfen über fremde Internetverbindungen war so nicht möglich. Bei der Werbeaktion ist diese Absicherung nicht gegeben.

Hintergrund: Mit dem FON-Router können die Inhaber zum einen mit ihrem Laptop daheim drahtlos surfen. Zum anderen können sie unterwegs kostenlos über andere FON-Hotspots surfen - vorausgesetzt sie öffnen ihren eigenen Internet-Zugang für FON-Surfer. Ingesamt gibt es für FON drei Nutzungs-Modelle mit den putzigen Namen Linus, Bill und Alien (siehe Kasten).

Unter FON-Nutzern regt sich heftiger Widerstand, einige haben ihren speziellen FON-Router bereits virtuell in einen See nahe Madrid geworfen.

MySpace für Prolos, Facebook für Popper

Eigentlich klingt es ja ganz einleuchtend: Die persönliche Wahl der Social-Networking-Seite könnte etwas über den eigenen Stand in der Gesellschaft ausdrücken. Die amerikanische Soziologin Danah Boyd ist dieser Frage in einem Artikel auf ihrer Website nachgegangen. Thema: Amerikanische Klassenunterschiede im Hinblick auf Facebook und MySpace. Das ganze ist nur ein Essay, Empirie steckt nicht dahinter. Aber es ist ein interessanter Ansatz, der - zumindest - einleuchtet.

Analyse: Im Netz sind die Klassenunterschiede der US-Gesellschaft zu erkennen. MySpace benutzen die Prolls, Facebook die Popper, wie es die ORF Futurezone auf den Punkt bringt. Boyd ist außerdem die Trennung zwischen der Mut-zum-Trash- und der Studenten-Seite offensichtlich geworden: Während MySpace eher von der ethnisch gemischten US-Unterschicht und von High-School-Schülern benutzt werde, tendierten die meist weißen Oberschicht-College-Studenten zum skandinavisch clean gestalteten Facebook. MySpace dagegen repräsentiere mit seinem chaotischen Design eher die "Bling"-Kultur der Hip-Hop-Underdogs.

Knast für Raubkopierer

Hew Griffiths, 44, Kopf der Pirateriegruppe "DrinkOrDie" ist von einem amerikanischen Gericht zu einer Haftstrafe von 51 Monaten verurteilt worden, nachdem er sich selbst der Verschwörung zur kriminellen Urheberrechtsverletzung schuldig bekannt hatte.

Griffiths hatte in Australien bereits fast drei Jahre im Gefängnis gesessen, bevor er nach einem Schuldspruch Anfang des Jahres in die Vereinigten Staaten ausgeliefert wurde. Wohl wegen der bereits verbüßten Strafe erwarten Griffiths jetzt nur noch 15 Monate Knast.

Die Softwareindustrie wird sich über jeden Tag der Haftstrafe freuen. DrinkOrDie wurde 1993 in Russland gegründet und hat laut Ars Technica seitdem Filme, Musik und Software im Verkaufswert von 50 Millionen Dollar illegal im Netz vertrieben. Nach 70 Razzien in den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Finnland, Norwegen, Schweden und Australien wurde die Gruppe 2001 hochgenommen.

Knast für Virenautor

Die spanische Polizei hat in Valencia einen 28-jährigen Mann verhaftet, der unter dem Verdacht steht, 20 Varianten der Mobiltelefon-Viren CommWarrior und Cabir verbreitet zu haben. Die beiden Handyviren sind wiederum Varianten eines Virus, der das Betriebssystem Symbian OS angreift, das zum Beispiel in der Series 60 von Nokia zum Einsatz kommt. Angeblich haben sich 115.000 Telefone mit der schädlichen Software infiziert - eine ernsthafte Gefahr ginge von ihr aber nicht aus, wie ein Sicherheitsexperte gegenüber der AFP angab.

Die siebenmonatigen Ermittlungen liefen unter dem Namen "Leslie", nachdem die Ermittler im Programmcode der Viren eine Widmung des Virenautors an seine Verlobte entdeckte: Leslie.

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