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02.07.2007
 

Datenschutz

So schützen Sie sich gegen Schnüffler

Von Matthias Kremp

An Cookies wird im Web nicht gespart. Während einige davon dem Komfort der Anwender dienen, werden die digitalen Schnüffelkekse von manchen Werbetreibenden und einigen Gaunern genutzt, um Persönlichkeitsprofile zu erstellen. SPIEGEL ONLINE erklärt, wie man sich gegen das Ausspähen schützen kann.

Wie SPIEGEL ONLINE im zweiten Teil dieser Serie aufgezeigt hat, missbrauchen Datensammler im Internet allgemein gebräuchliche Standards, um die Web-User auszuspähen. Das sie mit dieser Vorgehensweise überhaupt Erfolg haben, ist zu einem großen Teil den Browser-Herstellern zuzuschreiben. Die liefern ihre Software im Grundzustand so aus, dass sich damit vortrefflich das Internet durchforsten lässt. Derselbe Grundzustand definiert aber in der Regel auch derart lasche Einstellungen für die Privatsphäre, dass den Schnüfflern Tür und Tor offenstehen.

So weit und nicht weiter: Es gibt Situationen im Web, in denen man den "free flow of information" begrenzen sollte
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DPA

So weit und nicht weiter: Es gibt Situationen im Web, in denen man den "free flow of information" begrenzen sollte

Dabei ist es so einfach, unerwünschten Lauschern die Ohren zu verkleben. Mit wenigen Mausklicks lassen sich die Browser-Einstellungen modifizieren. Allerdings gilt es dabei, maßvoll vorzugehen und die Einstellungen den persönlichen Ansprüchen an Privatsphäre und Surf-Komfort anzupassen.

Lässt man beispielsweise automatisch alle Cookies blockieren, bleibt vom Surfspaß nicht viel übrig. Manche Webshops quittieren eine Cookie-Blockade mit einer Kauf-Blockade. So kann es passieren, dass man nach einem ausführlichen Online-Einkaufsbummel feststellt, dass der scheinbar prall gefüllte Warenkorb sich wie von Geisterhand wieder geleert hat. Andere Websites hingegen quäken herum, sie könnten ihre Inhalte nicht anzeigen, wenn man ihnen keine Cookies erlaube.

Um solchen Problemen vorzubeugen, gilt es, einen brauchbaren Kompromiss zu finden. Der besteht in der Regel darin, die Voreinstellungen des Browsers manuell anzupassen und dabei einen gangbaren Kompromiss zwischen Komfort und Sicherheit zu finden: die Teilzeitblockade für Cookies.

Statt einer der vom Internet Explorer, Firefox oder anderen Browsern vorgeschlagenen Standardeinstellungen zu vertrauen, legt man die Einstellungen selber fest.

Internet Explorer

Im Internet Explorer sind die für Cookies zuständigen Datenschutz-Parameter im Menü "Extras" und dort in den "Internetoptionen" auf dem Reiter "Datenschutz" zu finden. Klicken Sie dort auf die Schaltfläche "Erweitert" und setzen neben "Automatische Cookiebehandlung aufheben" ein Häkchen.

Das Häkchen neben "Sitzungscookies immer zulassen" kann man getrost aktivieren. Sitzungscookies werden nämlich - Nomen est Omen - nach dem Schließen des Browser-Programms automatisch gelöscht, taugen also nicht für eine Langzeitüberwachung.

Nun steht man vor der schweren Qual der Wahl. Wer sich nicht scheut, jedem Cookie persönlich Guten Tag zu sagen und ihm die Betriebserlaubnis zu geben oder eben zu verweigern, kann für Cookies von Erst- und Drittanbietern die "Eingabeaufforderung" aktivieren. Das wird aber erfahrungsgemäß schnell zur Tortur. Beim Versuch, die Webseite einer großen amerikanischen Tageszeitung auf diese Weise zu erreichen, ploppten auf dem Bildschirm nicht weniger als 28 solcher Eingabeaufforderungen auf.

Totalblockade mit Durchlassventil

Wer - von einem solchen Versuch genervt - lieber eine andere Methode ausprobieren will, wählt statt der Eingabeaufforderung "Sperren". Dann wird kein Cookie mehr durchgelassen.

Aus obengenannten Gründen verhagelt aber auch diese Methode das Surfvergnügen. Deswegen sollte man Webseiten, die man regelmäßig aufruft und die Cookies verwenden, auf dem Datenschutz-Reiter in den Internetoptionen freischalten.

Dazu klickt man auf "Sites", gibt im folgenden Fenster die Internet-Adresse der jeweiligen Webseite ein und klickt dann auf "Zulassen". Auf diese Weise füllt sich nach und nach eine Liste mit Adressen von Websites, denen das Anlegen von Cookies gestattet wird. Wichtig: Es genügt, die Hauptadresse der Webseite anzugeben, Unterseiten müssen nicht eingetragen werden (also etwa www.spiegel.de, nicht aber www.spiegel.de/netzwelt).

Firefox, Opera, Netscape

Bei Firefox ist das Vorgehen ganz ähnlich. Auch bei diesem Browser lassen sich die Cookies unter Extras/Einstellungen/Datenschutz abschalten. Unter dem Button "Ausnahmen" lassen sich wie beim Internet Explorer Webseiten eintragen, denen der Gebrauch von Cookies gestattet wird. Bei anderen Webbrowsern wie Opera und Netscape ist das Vorgehen ganz ähnlich.

Wer bereits längere Zeit ohne dedizierte Einstellungen für die Behandlung von Cookies im Web unterwegs war oder seinem Webbrowser die Annahme von Cookies generell nicht verbieten will, kann der Datensammlerei auch selbst ein Ende setzen. Dazu kann man Cookies und andere Daten, die im Verlauf einer Web-Session angesammelt werden, manuell oder automatisch löschen.

Wie das geht, ist von Browser zu Browser verschieden. So bietet der Internet Explorer 6 unter Internetoptionen/Allgemein/Temporäre Dateien die Möglichkeit, Cookies zu entfernen. Die Nachfolgeversion, der Internet Explorer 7, verfügt in diesem Bereich über weit ausgefeiltere Optionen. Bei ihm findet man unter Internetoptionen/Allgemein/Browserverlauf einen Lösch-Knopf, der zu einem weiteren Fenster führt, in dem man gezielt auswählen kann, welche Browserdaten gelöscht werden sollen.

Die beste Möglichkeit: Automatische Löschung

Eine ganz ähnliche Option ist auch in Firefox zu finden. Dort lassen sich im Menü Extras "Private Daten löschen". Allerdings gehören ausgerechnet die Cookies nicht automatisch zu jenen Daten, die bei Aufruf dieser Option gelöscht werden: Das muss man vorher so definieren.

Welche Daten gelöscht werden sollen (dann gegebenenfall inklusive der Cookies), lässt sich in Firefox unter Einstellungen/Private Daten/Einstellungen festlegen. Vor allem aber kann man unter Einstellungen/Private Daten auch festlegen, dass die zuvor definierten privaten Daten jedes Mal beim Beenden von Firefox automatisch gelöscht werden sollen. Und genau das ist vielleicht der sicherste Weg, die neugierigen Kekse loszuwerden.

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