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Netzwelt-Ticker Akku weg, Daten weg

Ebay macht sich selber Konkurrenz, FeedBurner wird FreeBurner, das iPhone löscht Daten, und Windows ist nicht mehr das Maß aller Dinge. Das und mehr im Überblick.

Sexualstraftäter lieben MySpace

Keine Online-Community ohne Missbrauch, das gilt auch für das besonders unter Jugendlichen beliebte MySpace. Mehr als 140 verurteilte Sexualstraftäter allein aus dem US-Bundesstaat New Jersey unterhielten auf dem Netzwerk ein eigenes Profil. 80 von ihnen waren noch auf Bewährung, derzeit wird untersucht, inwieweit sie mit ihren Onlineaktivitäten gegen Auflagen verstoßen haben. Eine Justizsprecherin sprach von leider bestätigten "schlimmsten Befürchtungen besorgter Eltern", dass Triebtäter auf von Kindern genutzten Webseiten unterwegs seien. Allerdings gehören die jetzt identifizierten 140 Personen zu den US-weit 7000 registrierten Sexualstraftätern, deren MySpace-Profile bereits im Mai gelöscht wurden.

FeedBurner jetzt gratis

Bisher waren bestimmte Funktion des RSS-Dienstes Feedburner der zahlenden Kundschaft vorbehalten. Nachdem der Service vor einem Monat von Google übernommen wurde, hat sich das geändert. Das komplette Angebot ist nun gratis, inklusive der statistischen Auswertung "Total Stats" oder der Möglichkeit, Feeds unter der eignen Subdomain anzubieten, meldet Golem. Auch diejenigen unter den 450.000 Feedburner-Nutzern, die bisher kostenpflichtige Angebote nutzten, haben rückwirkend seit Juni freien Zugang.

iPhone: Bei Akkutausch alle Daten weg

iPhone: Typisch Apple-hafte Features - bis hin zum Akku, den man nicht selbst wechseln kann
AFP

iPhone: Typisch Apple-hafte Features - bis hin zum Akku, den man nicht selbst wechseln kann

Noch freuen sich die frischgebackenen iPhone-Besitzer wie Bolle über ihre jüngste Neuerwerbung, aber nichts hält ewig. Zum Beispiel der Akku, der nach 300 bis 400 Ladezyklen seinen Geist aufgeben wird. Und dieses Ende könnte schneller kommen, als manchem lieb ist, denn erste Tests haben gezeigt, dass die Akkulaufzeit nur halb so lang ist wie von Apple angegeben.

Während der Hersteller nämlich die Gesprächsdauer auf bis zu acht Stunden beziffert, erreichten die Batterien bei Tests von Wirelessinfo.com nur die Hälfte dieser Zeit. Nach vier Stunden war der Saft alle. Den Austausch der erschöpften Akkus lässt sich Apple mit 79 US-Dollar vergüten, und darin sind Mehrwertsteuer und Versandkosten noch nicht enthalten. Lästiges Detail am Rande: Vor dem Akkutausch ist der iPhone-Besitzer gut beraten, wenn er ein Backup sämtlicher Daten vornimmt. Beim Wechsel werden nämlich alle gespeicherten Inhalte wie Kontakte, Fotos, Textnachrichten, E-Mail-Einstellungen unwiderruflich gelöscht, wie der Apple-Support vorsorglich warnt.

Bundesländer zögerlich bei Videoüberwachung

Während Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble unverdrossen durch die Lande zieht und Onlineüberwachung und Bundeswehreinsätze im Inland predigt, zeigen sich die Innenminister der Bundesländer beim Thema deutlich zurückhaltender. Wie eine heute veröffentlichte Befragung durch die "Berliner Zeitung" ergeben hat, denken die Innenressortchefs derzeit nicht über eine flächendeckende Videoüberwachung nach.

So wird Berlins Innensenator Ehrhart Körting mit der Feststellung zitiert: "Der präventive Nutzen von Kameras ist gering. Der Einsatz ist mit meinem freiheitlichen Weltbild nicht vereinbar." Ähnlich argumentiert Ralf Stegner, sein Kollege aus Schleswig-Holstein: "Eine flächendeckende Überwachung würde nur den Anschein von Aktivität erwecken." Gleichlautende Erklärungen kommen auch aus NRW und Bayern, in Hessen hieß es, wo eine Videoüberwachung der Verbrechensvorbeugung dienlich sei, werde man sie "angemessen erweitern".

eBay in den USA jetzt mit Kleinanzeigen

Craigslist, Amerikas Platzhirsch im Kleinanzeigenmarkt, wird künftig mit Konkurrenz von Seiten des Onlineauktionators eBay leben müssen. Der weitet seine Attacke auf lokale Kleinanzeigenmärkte nun auch auf seinen heimischen Markt aus. Kijiji, eBays hauseigener regionaler Anzeigenmarkt und außerhalb der USA teils schon seit zwei Jahren online, wird nun auch für rund 220 US-Städte angeboten. Wie üblich gibt es mehrere Rubriken wie geografische Regionen und Kategorien wie Kontaktanzeigen, Antiquitäten, Autos oder Haustiere.

Auf welche Weise eBay mit dem für die Nutzer kostenlosen Angebot Geld verdienen will, ist noch nicht ganz klar, am wahrscheinlichsten sind die Schaltung von Werbeschnipseln und das Angebot kostenpflichtiger Zusatzdienste. Neben der Tatsache, dass eBay anscheinend seinem eigenen Ruf nicht mehr traut und den neuen Service unter fremdem Namen aufzieht, ist auch der Umstand bemerkenswert, dass sich die Onlineversteigerer selber Konkurrenz machen. eBay ist nämlich seit knapp zwei Jahren mit 25 Prozent an Craigslist beteiligt.

Quasseln wird Onlinestandard

E-Mails sind immer noch das das beliebteste Kommunikationsinstrument der deutschen Internetnutzer, 85 Prozent haben im ersten Quartal 2006 virtuelle Briefe verschickt oder empfangen. Aber die zunehmende Verseuchung der elektrischen Briefkästen mit Spam senkt das Vergnügen beträchtlich und so verlegen sich immer mehr aufs Chatten. Das Statistische Bundesamt bezifferte gestern den Anteil der Onlinequassler bei den über Zehnjährigen in seiner "Zahl der Woche" auf immerhin 40 Prozent. Interessant auch, dass sich die E-Mail mittlerweile auch unter den bisher als Technikmuffel verschrieenen Rentnern durchgesetzt hat: 80 Prozent der Web-aktiven der Generation Ü65 kommunizieren via E-Mail miteinander.

Softwareentwickler meiden Windows

Die lange Zeit, in der Microsofts Betriebssysteme das Maß aller Dinge für Softwareentwickler waren, sind wohl bald Geschichte. Wer bislang Programme für welche Anwendung auch immer entwarf, kam am Quasimonopolisten aus Redmond nicht vorbei. Den Gipfel erreichte Microsoft mit seinem neuen Windows Vista, das nicht etwa mit möglichst großer Kompatibilität zu anderen Programmen warb. Vielmehr mussten sich die Anbieter von Drittprogrammen umständlichen und kostenträchtigen Verfahren unterziehen, an deren Ende das gnädig erteilte Zertifikat "Vista kompatibel" steht.

Wie jedoch eine gestern von Evans Data veröffentlichte Befragung unter 400 Softwareentwicklern und IT-Managern ergab, ist Windows nur noch für knapp zwei Drittel (64,8 Prozent) der Programmiermaßstab. Das sind immerhin zwölf Prozent weniger als noch 2006. Diese Entwicklung sei vor allem mit der Tatsache erklärt, dass sich immer mehr Programmierer in ihrer Arbeit auf Linux beziehen, so Evans-Chef John Andrews. Das Erscheinen von Vista habe diesen Trend lediglich abbremsen können, im vergangenen Jahr stieg der Anteil der auf Linuxbasis arbeitenden Entwickler um ein Drittel auf beinahe zwölf Prozent und könnte 2008 deren 16 erreichen. In der Schlacht zwischen Windows und Open Source sei die Freie Software "erwachsen" geworden, auch wenn die Windows-Dominanz für Arbeits-PCs noch andauern werde, so Andrews.

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