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Online-Kurse Sprachschüler stürmen Videochats

2. Teil: Deutsche Sprachschulen versuchen ihr Glück

Aber auch deutsche Sprachschulen lassen Dozenten ihre Muttersprache übers Netz lehren – aus ihren Heimatländern. Für die Sprachschule Letstalkonline bei Freiburg arbeiten "weltweit 45 Sprachlehrer - in China, Japan, Australien und der Ukraine", erzählt Schulleiterin Heike Philp. Sie ist eine der ersten vom EU-Projekt Lancelot zertifizierten Online-Sprachlehrerinnen. Derzeit hat sie etwa 200 Studenten, die wöchentliche Kurse belegen.

Ihre Lehrer unterrichten in sogenannten "virtuellen Klassenzimmern", die Skype-Chats mit Lese-, Schreib- und Hörübungen kombinieren. Durchgesetzt haben sich solche geschlossenen Systeme bislang nicht. Philp wendet ein: "Wir erleben gerade, dass Sprach-Chats dem Nischendasein entkommen. Bis virtuelle Klassenzimmer ähnlich verbreitet sind, wird es noch mindestens bis 2009 dauern."

Schwatzen wie bei Myspace

Allerdings fehlt solchen "virtuellen Sprachkursen" das Element völlig, das die Videochats so populär macht: schwatzen, Menschen kennen lernen, spielen. Die Profilseiten der Schwatzbuden-Nutzer erinnern manchmal an Myspace-Profile: Interessen, Lieblingsmusiker, Alter, Fotos.

Und das ist der Unterschied zu Web-Sprachkursen, wie Soziety-Gründer Guido García Bernardo erklärt: "Gestern Nacht habe ich mit einem Typen aus Neuseeland, einem aus Kolumbien und einem Deutschen geplaudert. Echte Menschen reden über echte Dinge. Man hört nicht so was wie: 'Mein Schneider ist reich'." Eine Anspielung auf Schallplatten-Englischkurse der sechziger Jahre, wo das der Lernsatz gewesen ist.

Für Bernardo sind die Web-Chats der zweitbeste Weg, Sprachen zu üben. Der beste: "In das jeweilige Land reisen – ohne Geld und ohne Freunde, die deine Muttersprache verstehen." So wie Todd Bryant es 1991 gemacht hat, um in zwölf Monaten Deutsch zu lernen.

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