Von Richard Meusers
Seit Nicolas Sarkozy der neue Präsident Frankreichs ist, krempelt er das Land im Geschwindeschritt um. Sogar die Briten werden jetzt zum Vorbild genommen - zumindest bei der Videoüberwachung öffentlicher Bereiche. Die soll nämlich in den kommenden Jahren massiv ausgebaut werden.
Derzeit gibt es in Frankreich ungefähr eine Million Überwachungskameras, wohingegen in Großbritannien deren 4,2 Millionen installiert sind. Bestehende polizeiliche Systeme zur Überwachung von Flughäfen, Bahnhöfen und Straßen sollen mit privaten von Kaufhäusern, Kirchen und Moscheen vernetzt werden. Insgesamt wird so die Überwachungskapazität verdreifacht, die Kosten bezifferte die französische Innenministerin Michèle Alliot-Marie auf mehrere Hundert Millionen Euro. Die entsprechenden rechtliche Voraussetzungen wird im Herbst ein Gesetz zur inneren Sicherheit schaffen.
Zahl der Silver Surfer steigt kontinuierlich
Die Zeiten, als Oma und Opa mit verständnislosem Blick vor einem Computer saßen, den ihnen der Enkel erklären wollte, dürften demnächst der Vergangenheit angehören. Denn die Zahl der Menschen der Generation Ü55, die das Internet nutzen, steigt ständig. Der europäische Onlinevermarkterverband EIAA stellte dieser Tage seinen aktuellen "Silver Surfer"-Report mit genaueren Zahlen vor.
In Deutschland nutzen 24 Prozent der Silver Surfer regelmäßig das Internet und gehen pro Woche durchschnittlich sieben Stunde online. Wenig überraschend: 88 Prozent von ihnen verwenden Suchmaschinen und E-Maildienste, aber immerhin 17 Prozent laden Musik herunter oder telefonieren via IP. Zwar liegen die deutschen Nutzer ab 55 mit diesen Zahlen noch leicht unter dem europäischen Durchschnitt, holen aber mit starken Zuwachsraten schnell auf.
Für mehr als die Hälfte der reifen Onliner sind die beliebtesten Seiten Reise- und Touristikangebote sowie Nachrichtenseiten. Finanzinformationen und Lokales werden ebenfalls gerne nachgefragt. Online-Shopping spielt für eine vergleichsweise nicht mehr so mobile Generation naturgemäß eine wichtige Rolle. Drei Viertel der surfenden Senioren nutzen mittlerweile diese Art einzukaufen und erwerben dabei deutlich teurere Produkte als der Bevölkerungsdurchschnitt. Oma und Opa sind im Internet angekommen. Das müssen auch die Marketingleute zur Kenntnis nehmen.
Vista Hühott: SP1 jetzt im Januar 2008
Die Gerüchteküche dampft und brodelt, und es ist noch nicht klar, ob das an Microsofts Presseabteilung liegt oder an hysterischen Technik-Freaks. Hieß es noch vor wenigen Tragen, die Finalversion für Vistas Service Pack 1 käme wohlmöglich erst 2009 heraus, weiß Winfuture nun wieder mehr und anderes. Einer "vertrauenswürdigen Quelle" zufolge solle das SP1 nun doch schon im Januar 2008 veröffentlicht werden. Das Release soll im Zusammenhang mit dem Update des Windows Media Center stehen, das einige Neuerungen im SP1 benötigt. Man gehe bei Microsoft von einem Starttermin für die Vista-Verbesserung im ersten Quartal 2008, genauer dem Monat Januar aus. Doch wer weiß schon, wie der Stand der Dinge nächste Woche ist. Vielleicht kommt das SP1 dann schon im Herbst.
Adieu Donnervogel
Lange Zeit wurde er liebevoll gepäppelt, doch jetzt muss er aus dem Nest: die Mozilla-Foundation wird nicht länger an der Weiterentwicklung des bisher unter ihrem Dach betreuten E-Mail-Dienstes Thunderbird arbeiten, wie Mozilla-Chefin Mitchell Baker erklärte.
Nicht etwa aus Unzufriedenheit, aber der E-Mail-Client sei mittlerweile ein ausgereiftes Produkt, dessen endgültige Auslagerung nun anstehe. Möglicherweise in Richtung einer eigenen Thunderbird-Foundation. Genauso sei aber auch die Fortführung in Form einer nachgeordneten Organisation denkbar oder wie bei Mozillas Zweitbrowser Seamonkey die Freigabe als Community-Projekt. Mozilla sei mit der Entwicklung und Betreuung des Firefox-Browsers vollauf beschäftigt, und da man an diesem Schwerpunkt auch in Zukunft nichts ändern wolle, müsse Thunderbird ausgegliedert werden.
Triple Play mit Macken
Wer kennt nicht die lästigen Anrufe vom eigenen oder fremden Telkos, die dem verehrten Kunden den Wechsel zum schicken und modernen Triple Play mit süßen Worten andienen. TV, Telefon und Internet über eine Leitung wird derzeit kräftig beworben. Grund genug für die Stiftung Warentest, sich die entsprechenden Angebote näher anzusehen, allerdings mit ernüchterndem Ergebnis.
Einzig an den von den verschiedenen Anbietern bereitgestellten Breitbandverbindungen hatten die Tester nichts auszusetzen. In Sachen Telefonie und Fernsehen verfinstert sich das Bild. Häufig haben Kunden Probleme mit der hoppeligen Telefontechnik, die schon mal das eine oder andere Gespräch verloren gehen lässt. Und fällt einmal der Strom aus, ist das Telefon wegen der erforderlichen Stromversorgung gleich mit tot. Auch das DSL-Fernsehen macht nur eingeschränkt Freude, die Technik legt oft noch eine recht gemächliche Geschwindigkeit vor. Zum Beispiel beim Programmwechsel, der bei manchen Anbietern ziemlich lange dauert - von viereinhalb Sekunden bei Alice bis sechs Sekunden bei T-Home.
Schnelles Zappen durch die Kanäle kann man sich bei diesem Schneckentempo sparen. Immerhin bringen die Paketangebote eine Ersparnis von ein Paar Euro im Monat. Ob das die technischen Mängel ausgleicht, muss jeder selbst entscheiden.
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