Von Stefan Schultz
Die Firmen Hamburg@work und CyberCity hatten sich mit ihrem Google-Earth-3D-Modell der Hansestadt hehre Ziele gesetzt. Die ersten wollten sie sein - und die besten. Dann kamen Copyright- und Technik-Probleme dazwischen.
Diese sind zwar inzwischen behoben; dafür gibt es auf Google Earth inzwischen Dresden 3D, Berlin 3D und auch auf Microsofts Konkurrenz-Atlas Virtual Earth vergleichbare Modelle. Vorigen Mittwoch nun ging Hamburgs Innenstadt endlich online. Die letzten Bugs will Hamburg@work heute beseitigt haben.
"Experten hatten uns geraten, die von uns verwendeten 3D-Daten nicht, wie viele unserer Konkurrenten es machen, auf einem Fremdserver zu deponieren, sondern direkt auf Googles Speichermedien", erläuterte Beatrice Föhles, Geschäftsführerin von Hamburg@work, gegenüber SPIEGEL ONLINE. Da die 3D-Gebäudedaten größtenteils vom Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung (LGV) stammen, habe man zwischen beiden Parteien erst Kooperationen starten müssen.
Beim Transfer der riesigen Datenmengen auf den Google-Server kamen auch noch technische Probleme hinzu. Im Gegensatz zu den 3D-Lösungen anderer deutscher Städte wie Dresden oder Berlin funktioniert der Hamburg-Stadtplan ohne Installation zusätzlicher 3D-Dateien - über sogenannte KMZ-Files. "Bislang wurde eine solch riesige Datenmenge, die für dieses Darstellungsverfahren vonnöten ist, noch nicht in Google-Earth-Server integriert", sagt Föhles. Die Aufbereitung der Daten habe letztlich einfach länger gedauert als geplant.
Hamburg im Luftschrägbild-Verfahren
Das Ergebnis kann sich indes sehen lassen. Besonderes Augenmerk legten die Erbauer des virtuellen Hamburg auf die Detailtiefe der Objekte: Die Texturierung der Fassaden wurde mit einer von CyberCity eigens entwickelten Spezialsoftware automatisch aus Luftschrägbildern generiert und nachträglich in das Google-Earth-Format konvertiert.
Durch dieses Verfahren sieht jedes einzelne 3D-Modell in Google Earth so aus wie sein Vorbild. In anderen Modellen werden häufig ganze Stadtteile mit Standardtexturen überzogen, nur wichtige Monumente erhalten eine eigene Textur.
Bis die hochauflösenden 3D-Modelle sich aufbauen, vergeht indes eine ganze Menge Zeit: Nach Angaben mehrerer SPIEGEL-ONLINE-Leser brauche ein Rechner mit DSL-Leitung derzeit etwa dreißig Minuten, um die Stadtsilhouette vollständig zu laden. Die hohe Latenzzeit hängt wahrscheinlich mit einer hohen Serverauslastung zusammen. Auch erste YouTube-Videos sind bereits aufgetaucht.
Das Projekt "Hamburg in 3D" der Aktionslinie Webcity wurde von Hamburg@work, einer Initiative für Medien, IT und Telekommunikation, in Zusammenarbeit mit Google initiiert. Der 3-D-Stadtplan soll Touristen bei der Orientierung helfen, aber auch Unternehmen zur Vermarktung ihrer Standorte dienen. Geplant sind laut CyberCity zudem Projekte im Katastrophenschutz und bei der Fahrzeugnavigation.
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