Von Konrad Lischka
Tagsüber programmiert Andrew Carol bei Apple, zurzeit verbessert der 43-Jährige die integrierte Suchfunktion "Spotlight" des Mac-Betriebssystems. Berühmt ist er im Netz aber für seine Lego-Version einer Differenzmaschine geworden. Solche mechanischen Computer rechnen mit Zahnrädern und Kurbeln.
Blaise Pascal hat so eine Rechenmaschine schon 1642 entwickelt – die Pascaline konnte sechsstellige Zahlen addieren und subtrahieren. Im 19. Jahrhundert entwickelte der britische Mathematiker Charles Babbage die Idee weiter, konnte aber mangels Finanzierung nur einen Prototypen seines mechanischen Computers fertig stellen. Auf Papier entwarf er später Modelle, die sogar komplexe Gleichungen, sogenannte Polynome lösen können. Funktionen wie: f(x) = 2 x2 + 3 x + 5 zum Beispiel.
Solch eine Differenzmaschine hat Programmierer Carol nachgebaut. Sein Gerät ist zwar nicht so rechenstark wie Babbages Konstrukte. Allerdings besteht Carols Maschine ausschließlich aus Lego-Elementen. Der einzige Zusatz: Das Papier, auf dem die angezeigten Zahlen stehen.
Seit 18 Jahren tüftelt Carol schon an Lego-Entwürfen. Begonnen hat er damit, als er mit 25 dem Sohn eines Freundes einen Lego-Hubschrauber schenkte und dabei entdeckte, dass ihn die neuen Bausätze selbst interessieren. Carols erstes Lego-Projekt: Ein Auto aus Lego-Technik mit einer Automatik-Schaltung, die bei Bergauf-Fahrten in niedrigere Gänge wechselt. Carol nennt Lego nicht nur eine "kreative Herausforderung", sondern auch "eine Erlaubnis, um als Erwachsener zu spielen".
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