• Drucken
  • Senden
  • Feedback
31.08.2007
 

Sicherheitslücken

Hacker veröffentlicht Mail-Passwörter von Botschaften und Regierungen

Er fühlte sich mit seinen Warnungen vor Sicherheitslücken nicht ernst genommen - und griff zu drastischen Mitteln: Ein schwedischer Hacker hat die Mail-Zugangsdaten von Regierungsmitarbeitern und Botschaften auf seine Homepage gestellt. Auch der Dalai Lama soll betroffen sein.

Malmö/Hamburg - Unter den rund 100 Datensätzen sind auch die indische und die usbekische Botschaft in Deutschland. Beide Vertretungen äußerten sich zunächst nicht zu den Vorfällen. Indische und schwedische Zeitungen berichten indes, einige der Zugangsdaten seien bereits von den betroffenen Stellen bestätigt worden.

Der Schwede Dan Egerstad aus Malmö, nach eigenen Angaben freiberuflicher Sicherheitsberater, hat die Zugangsdaten auf seine Homepage gestellt. Betroffen sind demnach die Vertretungen zahlreicher Länder, unter anderem die Botschaften von Indien, Russland und Iran in Staaten rund um den Globus. Zudem sind das Büro des Dalai Lama, die britische Visa-Behörde in Nepal und mehrere Non- Profit-Organisationen genannt.

Als Grund für die Veröffentlichungen nannte Egerstad, er wolle auf die gravierenden Sicherheitsprobleme aufmerksam machen und die verschiedenen Organisationen dazu bewegen, ihre Mail-Konten abzusichern. Er habe eine ganze Reihe der betroffenen Leute kontaktiert - aber niemand habe ihm zugehört, begründete er den ungewöhnlichen Schritt. Insgesamt habe er die Zugangsdaten zu rund 1000 Postfächern ausgelesen. Wie Egerstad an die Informationen gelangt ist, will er bislang nicht offenbaren. "Es war sehr leicht, ich bin über die Daten gestolpert", sagte er nur.

Die russische Botschaft in Schweden räumte einem Bericht der Zeitschrift "Computer Sweden" zufolge die Sicherheitslücke ein; sie sei mittlerweile behoben. Die Zeitung "Indian Express" schreibt, eigene Mitarbeiter hätten Dokumente aus dem Postfach des indischen Botschafters in China herunterladen können. Zudem habe man bei der Vertretung in Berlin eine Mail indischer Studenten gefunden, die sich nach den fremdenfeindlichen Ausschreitungen im sächsischen Mügeln über die Sicherheit in Deutschland erkundigten.

Egerstad forderte Betroffene auf, ihn zu kontaktieren - er werde die Lösung des Problems kostenlos erklären. Kommerzielle Ziele verfolge er mit der Veröffentlichung nicht: "Ich bin glücklich mit meiner Arbeit und habe genug zu tun."

anr/dpa

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
alles aus der Rubrik Web

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP