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05.09.2007
 

Netz-Plattform

StudiVZ-Mitglieder treiben Extremisten in die Flucht

Von Khuê Pham

Im Namen der Meinungsfreiheit verbreiten Antisemiten und Islamisten auf StudiVZ krude Propaganda. Das Management der Studentenplattform schreitet nur selten dagegen ein. Oft genug reicht einfach die geballte Kritik der anderen Mitglieder - sie macht die Extremisten mürbe.

Ob nationalistisch, islamistisch oder christlich fundamentalistisch - im Studentennetzwerk StudiVZ betreibt eine Reihe von Nutzern und kleineren Gruppen einen eigenen "VZ"-Sport: den Tabubruch. Ihr Motto lautet "Denkverbote debattieren", ihr Credo ist die Meinungsfreiheit - das behaupten sie zumindest. Denn ihre Art von Meinungsfreiheit gilt nicht für ihre Gegner. Dass Kritiker beschimpft werden, ist gang und gäbe. Auch Morddrohungen gibt es schon mal.

Gruppen-Logo "Gegen Political Correctness": Zwei Arten von Meinungsfreiheit
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Gruppen-Logo "Gegen Political Correctness": Zwei Arten von Meinungsfreiheit

Bei der anti-muslimischen Gruppe "Pax Europa" etwa fordert einer, zum "Schutz des Abendlandes (und) der gesamten Menschheit" die [islamistischen] "Barbaren auszumerzen", aber das geht sogar Glaubensgenossen zu weit. "Mit solchen Postulaten gewinnt man keinen Strohhalm", antwortet einer etwas schief, "wenn man in der Debatte ernstgenommen werden will, dann muss man auch differenziert argumentieren."

Auch in der pro-palästinensischen Gruppe "Israel öffentlich kritisieren können" mit rund 1000 Mitgliedern schlagen Diskussionen in Antisemitismus um. Ein Nutzer meint, die Debatte über die israelische Besatzungspolitik mit einer islamistischen Milchmädchenrechnung bereichern zu können: "Die israelis schissen und bomben grundsätlich zivilisten", schreibt er mehr schlecht als recht, "und die araber wenn sie zivilisten töten dann wenige weil ein sehr grosser Prozent anteil der israelis resavisten sind somit keine zivilisten." Die antisemitische Propaganda verblüfft die ganze Runde, einer der Kritiker stöhnt, er wisse gar nicht, ob er lachen oder weinen solle.

Gar nicht lustig sind die Erfahrungen von Max P. Der 26-jährige Jurastudent muslimischer Abstammung löschte als Moderator der Gruppe "Israel öffentlich kritisieren können" auch schon mal antisemitische Kommentare. Es folgten nicht nur persönliche Beleidigungen ("du bist wirklich der verlogenste heuchlerischste antisemit hier!"), sondern auch Morddrohungen ("dich knall ich ab"), insgesamt drei.

Selbstabschaltung der NPD-Gruppe

Die Gruppe reguliert sich durch moderatere Mitglieder oft selbst. In Form von Gegengruppen gibt es zudem reichlich zusätzliche Opposition von der anti-muslimischen Fraktion, allen voran die Gruppe "Islam öffentlich kritisieren können" - zeitweise sogar von einem kleinen Verein mit dem umständlichen Namen "Israel öffentlich kritisieren können kritisieren können".

Von der Opposition regelrecht in den Ruin getrieben wurde vor kurzem eine NPD-nahe Gruppe gleichen Namens mit 20 bis 30 Mitgliedern. Als diese sich im Mai bei StudiVZ anmeldete, verbreitete sich die Kunde wie ein Lauffeuer über Nutzer-Pinnwände und Foreneinträge in anderen Gruppen. Es folgte die Gründung von zahlreichen Gegengruppen und Massen-Unterwanderungen der Gruppe "NPD" durch Kritiker.

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insgesamt 18 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
06.09.2007 von sam1976: Wieso Verallgemeinerung...?

Ich habe meinen Post ganz klar auf die antijüdische Hetze einiger Moslems bzw. Palästinenser bezogen - von einer Verallgemeinerung kann eigentlich keine Rede sein...! Sollte es dennoch so vorgekommen sein, als hätte ich hier [...] mehr...

06.09.2007 von serbymicc: Ausrichtung

Sehe ich das jetzt richtig: Ein RCDS-Mensch (Mitglied/Sympathisant) verteidigt jetzt ein NPD-Grüppchen gegen Forums-Mobbing? Um einmal das Augenmerk auf eine Information des Artikels zu richten, die etwas unterging: Gar [...] mehr...

06.09.2007 von R.U: :)

Sehr interessant finde ich im Übrigen die feine Trennung die SO da zwischen Rechts und Links macht, denn was hier so schön als "Selbstreinigungskräfte der Demokratie" beschrieben wurde ist in der Praxis nichts Anderes [...] mehr...

06.09.2007 von daniel_degen: schlechter Journalismus

Wann lernt der Spiegel endlich den Unterschied zwischen Kommentar und Berichterstattung? Ich kann mir meine Meinung selbst bilden. Was soll dieser Seitenhieb gegen "christliche Fundamentalisten"? Welche Gruppe im [...] mehr...

06.09.2007 von serbymicc: Antisemitismus eines Palästinensers?

...mal was Grundsätzliches: Palästinenser, Israelis und auch sonstige Levantiner sind Semiten/semtische Völker von der Herkunft. Antisemitismus wäre also eine Art palästinensich-semitischer Selbsthass. Bezeichnend ist, dass auch [...] mehr...

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