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17.09.2007
 

Netzwelt-Ticker

Neue iPods arbeiten nur noch mit Apple-Software

Von Richard Meusers

Fein für T-Mobil, den Zuschlag für das iPhone bekommen zu haben - für fünf Länder. Bitter für iPod-Besitzer, dass der neue iPod nur noch iTunes kann - und alle anderen aussperrt. Das und mehr im Nachrichten-Überblick.

Markentreue scheint bei Apple so hoch im Kurs zu stehen, dass die verehrte Kundschaft notfalls mit Zwang von dieser Tugend überzeugt werden soll. Diese Erfahrung machen zumindest die Besitzer der neuesten Generation des iPod, die erst Anfang des Monats mit großem Getöse vorgestellt wurde. Die Player weigern sich nämlich, irgendeine Software zu akzeptieren, die nicht iTunes heißt.

Was ist welches? Daraus könnte man ein Quiz machen: iPhone (links) und iPod touch gleichen sich wie ein Ei dem anderen
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AP

Was ist welches? Daraus könnte man ein Quiz machen: iPhone (links) und iPod touch gleichen sich wie ein Ei dem anderen

Zumindest lautet so die beim Blog "iPodMinusiTunes" formulierte Erkenntnis. Anscheinend verhindern Modifikationen der Firmware, das Gerät durch populäre Tools wie Poddox, gtkpod oder Rhythmbox mit neuen Musikdateien aufzutanken. Und wer das Betriebssystem Linux nutzt, guckt vollends in die Röhre, für ihn gilt "wir müssen leider draußenbleiben".

Nach Angaben des Blogs sind von den Einschränkungen die neue Nano-Reihe, der iPod Classic und der iPod Touch betroffen. Letzteres Gerät macht auch noch durch andere Kinderkrankheiten von sich reden. Das schicke, dem iPhone abgeguckte Touchscreen-Display schwächelt nämlich des öfteren, die Darstellung dunklerer Bildanteile saufen schlicht ab, wie macnews berichtet.

Fünf Richtige für T-Mobile

So langsam verdichten sich die Gerüchte zu einer kollektiven Wahrheit. Nicht nur, dass man sich jetzt in der Netzgemeinde allenthalben einig ist, dass T-Mobile den Zuschlag für den Vertrieb des iPhone in Deutschland bekommen wird. Nein, die " Financial Times" legt noch einen drauf. Deren Quellen wollen wissen, dass der Rosa Riese das Apple-Handy auch in Österreich, den Niederlanden, Ungarn sowie Kroatien exklusiv verkaufen wird.

Auf der für morgen Vormittag in London angesetzten Pressekonferenz werden diese Vereinbarungen aber vermutlich nicht bekanntgegeben. Vielmehr sieht es jetzt so aus, als würde Apple mit seinen iPhone-Vermarktungspartnern in den jeweiligen Ländern eigene Events abhalten. Dazu würde auch passen, dass für den Mittwoch eine Telekom-Pressekonferenz in Berlin geplant ist. Der Termin für Frankreich, so " Think Secret" sei für Anfang kommender Woche geplant.

Richterbund: Onlinedurchsuchung nur mit mehr Personal

Wie das so geht: Politiker planen und beschließen neue Gesetze mit einem Federstrich, und die praktischen Folgen müssen andere ausbaden. Das gilt auch für die Onlinedurchsuchung. Gegen die spricht aus Sicht des Vorsitzenden des Deutschen Richterbundes (DRB), Christoph Frank, schon ein ganz schlichter Grund: Personalmangel.

Ohne zusätzliche "erfahrene und spezialisierte Richter, die für diese Aufgabe genügend Zeit haben müssen", seien detaillierte Kontrollen gar nicht möglich, wird der Jurist bei Heise zitiert. Außerdem müsste das vom Computer eines Verdächtigen heruntergeladene Datenmaterial erst einmal gesichtet und aufbereitet werden, bevor eine juristische Überprüfung auf Relevanz und Zulässigkeit überhaupt stattfinden könne. Und das sei erst einmal die Aufgabe von Polizei und Staatsanwaltschaft.

100-Dollar-Laptop kostet jetzt 188 Dollar

Der 100-Dollar-Klapprechner wird schon wieder teurer. Der aktuelle Wasserstand stieg jetzt von zuletzt 176 Dollar (127 Euro) auf umgerechnet 136 Euro, wie die Verantwortlichen des Projekts "One Laptop per Child" (OLPC) mitteilten. Schuld am Kostensprung seien gestiegene Preise für diverse Komponenten. Trotzdem will sich OLPC bemühen, den Gerätepreis bis zum für den Oktober geplanten Produktionsbeginn bei unter 190 Dollar zu halten.

Das Rechnermodell wurde speziell auf die Erfordernisse von Kindern in Drittweltländern zugeschnitten, derzeit liegen nach OLPC-Angaben schon drei Millionen Vorbestellungen vor. Die Geräte werden an Regierungen wie zum Beispiel von Libyen, Brasilien und Thailand verkauft, die sie dann an bedürftige Schulkinder verteilen sollen.

Piratenjäger mit illegalen Methoden

Hohn und Spott dürfte den Piratenjägern der Firma "Media Defender" (MD) sicher sein. Bereits im Juli waren erste Verdächtigungen laut geworden, das Unternehmen gehe im Auftrag von Musik- und Filmindustrieverbänden bei der Hatz nach Tauschbörsennutzern und Raubkopien nicht immer auf legale Weise vor. So habe MD eine eigene Webseite für Videodownloads installiert, um Internetsurfer zum Herunterladen raubkopierten Materials zu animieren.

Seinerzeit wurde das von MD heftig dementiert, doch nun sei eine 700 MB dicke Datei aufgetaucht, die eine ganze Reihe von internen MD-E-Mails enthalte, meldet Torrentfreak. Aus denen gehe hervor, das die von MD betreute Webseite MiiVi.com nicht nur den Zweck gehabt habe, interessierte Filesharer anzulocken, sondern auf deren Computern auch noch unbemerkt ein Schnüffelprogramm abzulegen.

Diese Spyware hatte angeblich die Aufgabe, den Rechner nach anderen, möglicherweise illegalen Dateien zu durchforsten. Die MD-E-Mails enthielten hierfür eine ganze Reihe von Hinweisen für geeignete Tracker, Hunderte IP-Adressen und Logindaten. Überdies seien auch andere P2P-Angebote wie Soulseek und das eDonkey-Netzwerk betroffen.

Generation 50 plus im Netz

Die Anzahl der über 50jährigen, die online gehen, wächst viermal schneller als die Zahl der Surfer im allgemeinen Bevölkerungsdurchschnitt. Im Vergleich zu 2006 hätten die Oldies im ersten Quartal 2007 16 Prozent zugelegt. Das ist das Ergebnis eines heute vom Marktforschungsinstitut NielsenNetRatings vorgestellten Berichts.

Und das Wachstumspotential der "Silver Surfer" ist noch lange nicht ausgeschöpft. Laut statistischem Bundesamt sind 38 Prozent der Deutschen derzeit über 50 Jahre alt, beim Online-Volk beträgt ihr Anteil hingegen nur 28,6 Prozent. Interessant auch, dass sowohl das Bildungsniveau (jeder Zweite hat einen Universitätsabschluss) als auch die Höhe des Einkommens über dem allgemeinen Durchschnitt liegen.

Netratings-Sprecher Oliver Sender wies auf die Defizite vieler großer Onlineangebote hin, die sich zumeist nur an jüngere Zielgruppen wendeten. Dabei unterscheide sich das Onlineverhalten der Älteren deutlich von dem anderer Zielgruppen, nur wer dem im Zuschnitt seines Angebotes auch Rechnung trüge, könne letztlich von den wachsenden Zahlen profitieren.

Internetkriminalität wird zum Big Business

Auch woanders steigen die Umsatzzahlen kräftig, und zwar im Bereich Internetkriminalität. Die BBC macht auf einen Bericht des IT-Sicherheitsunternehmens Symantec aufmerksam, demzufolge Hightech-Verbrechen sich zu einem kommerziell ernstzunehmenden Marktsegment entwickelt haben.

Dabei geht es nicht nur um Untergrundseiten, auf denen Details zur IT-Sicherheit von Banken oder auch nur Kreditkartennummern feilgeboten werden. Genauso werden Programme für Hackerangriffe auf Webseiten gehandelt, außerdem geraten soziale Netzwerke wie Facebook oder MySpace zunehmend ins Visier von Hackern.

Lange seien die meisten solcher Angriffe das Werk von übermütigen Jugendlichen gewesen, die sich und anderen ihr Können beweisen wollten. Aber mittlerweile sei man mit Angeboten, mal eben 100 Millionen E-Mailadressen, Logindaten für Bankkonten und Kreditkartennummern kaufen zu können, auf dem besten Weg zu einem Multimilliardengeschäft.

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