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Netzwelt-Ticker Filmstudio Warner begräbt Format Total HD

Die Idee war gut: Auf einer einzigen Scheibe wollte das Hollywood-Studio Warner Brothers die Formate für hochauflösende Filme Blu-ray und HD DVD vereinigen. Doch jetzt scheint der Versuch gescheitert. Das und mehr im Nachrichtenüberblick.

Für den Sommer geplant, aufs Frühjahr 2008 verschoben und jetzt endgültig in die Mottenkiste gesteckt: Warners Total-HD-Pläne sind offiziell Geschichte. Als eines der wenigen Filmstudios hat das Unternehmen an beiden HD-Formaten Blu-ray und HD DVD festgehalten.

HD DVD und Blu-ray-Disc: Keine Vereinigung auf der Total HD
AP

HD DVD und Blu-ray-Disc: Keine Vereinigung auf der Total HD

Gegenüber dem "Twice"-Magazin gab Warner-Präsident Ron Sanders nun bekannt, dass die Pläne, auf einer "Total HD" genannten Scheibe beide Standards anzubieten und damit die Kunden und den Handel von der Last der Entscheidung zu erlösen, erstmal beiseite gelegt wurden.

Jedoch trete man auch nicht in die Fußstapfen von Paramount, obwohl Warner Home Video "lukrative Geldzahlungen" angeboten wurden, würde man auf die HD DVD umzuschwenken. Beide Formate liefern gute Verkaufszahlen, also werde man auch weiterhin beide Formate bedienen – bis sich etwas ändert. Damit verhält sich Warner eigentlich wie die HD-Kunden: Erstmal abwarten, bis sich der Formatstreit gelegt hat.

Tecchannel verklagt Beamten wegen Hackerparagraf

Das Onlinemagazin Tecchannel hat Strafanzeige gegen das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gestellt. Der Vorwurf: Die Website des BSI bietet ein Hacker-Tool an. Nach dem verschärften "Hackerparagrafen" Paragraf 202c StGB vom 11. August sei das aber verboten, mutmaßt Tecchannel. Viele Onlineangebote und Sicherheitsdienstleister zeigten sich damals empört: Ist Datensicherung jetzt verboten?

Natürlich rechnet Tecchannel nicht mit einem Urteil gegen das BSI – aber egal, ob das Gericht die Klage abweist oder zulässt: Der Vorgang könnte etwas mehr Rechtsicherheitgeben.

Auf ein Schreiben des Tecchannel antwortete BSI-Pressesprecher Matthias Gärtner aber bereits. Nach seiner Ansicht gibt es bereits Rechtsicherheit. Gärtner: "Die Hackertools müssen also der Vorbereitung des unbefugtes Ausspähens oder Abfangens von Daten dienen und müssen auch zu diesem Zweck bewusst eingesetzt werden. […] Wo eine Einwilligung dessen vorliegt, bei dem Daten untersucht werden, etwa im Rahmen einer IT-Sicherheitsberatung, erfolgt der Datenzugang mit einer entsprechenden Befugnis. Eine Strafbarkeit ist in solchen Fällen nicht gegeben."

Rockstar: Klaut meine Alben!

Bei einem Konzert in Sydney zeigte sich Trent Reznor, der Frontmann der Rockgruppe Nine Inch Nails, wieder einmal empört über die Preispolitik seines australischen Labels Universal Music Australia. Reznor rief das Publikum im Hordern Pavillion dazu auf, sein Album Year Zero, das in Australien für 30 US-Dollar verkauft wird, einfach zu stehlen: "Stehlt es. Klaut es weg. Klaut, klaut und klaut noch mehr und gebt es all euren Freunden und stehlt weiter."

Bereits im Mai zeigte sich Reznor empört über seine Plattenfirma. Auf die Frage, warum sein Album so teuer verkauft wird, habe ihm ein Label-Mitarbeiter geantwortet: Weil "Nine Inch Nails"-Fans das Album eh kaufen, egal wie teuer. Der Musiker schrieb damals in seinem Blog: "Kein Wunder, dass die Leute Musik stehlen." Reznor lädt selbst Musik aus dem Netz herunter, wie er gegenüber dem australischen "Herald Sun" angab.

Reznors Aussage ist Teil des großen Disputs, ob und wenn ja, wie schädlich illegale Downloads für die Musikindustrie – oder gar die Musik – sind.

Popmusiker Prince hat erst vorige Woche angekündigt, gegen Musikpiraten mobil zu machen und eBay, The Pirate Bay und YouTube zu verklagen, weil diese ihm keine brauchbare Möglichkeit gegeben haben, sein geistiges Eigentum vor Verletzungen auf ihren Seiten zu schützen.

In älteren Beiträgen kommentieren bereits Courtney Love ( Courtney Love does the Math) und Produzent Steve Albini ( The Problem with Music) den Konflikt zwischen Künstler und Plattenlabel. Love nimmt sich des Filesharing-Problems an – und zeigt Verständnis für P2P-Kritiker wie Metallica-Schlagzeuger Lars Ulrich. Jedoch weist Sie darauf hin: Die Piraten sind nicht die Fans, die sich Musik herunterladen, sondern Firmen wie Napster, die an den Künstlern vorbei Deals mit Plattenfirmen machen.

Microsoft bremst Office

Skandal, unerhört, wie können die nur? Einem sicherlich wenig beachteten Feature schenkt Microsoft posthum die nötige Beachtung: Mit dem nächsten Office-Servicepack verschwindet das "Fast-Save"-Feature aus Office 2003, schreibt Cnet. Die Funktion, die das Speichern von großen Dokumenten beschleunigte, indem es nur Änderungen an einem bestehenden Schriftstück speicherte und nicht die ganze Datei neu schrieb, habe vertrauliche Daten der Nutzer entblößen können. Und das wolle man doch nicht. Also weg mit dem Fast-Save und wieder Geduld haben. Ist ja eh eine Tugend.

Das Internet der gebrochenen Herzen

Oh, Computer, was machst du nur mit den Herzen? Oh, Internet, was fügst Du noch zum Schmerz hinzu? Heute zeugen wieder zwei Meldungen von der zerstörerischen Kraft des grauen Kastens. Zum einen verklagt ein Mann aus Ohio den Ehemann seiner Freundin, weil dieser den intimen Briefverkehr der beiden per Spionage-Software aushorchte. Zum anderen trennt sich ein bosnisches Ehepaar – nachdem sie einander im anonymen Chat von ihren Eheproblemen erzählt hatten – natürlich unwissend, gerade mit ihrer jeweils besseren Hälfte zu flirten. Sie fühlten die Seelenverwandtschaft und verabredeten sich in einem Café. Aus war's mit der Verborgenheit, aus war's mit der Ehe: Eine anonyme Onlineromanze in einer anderen Welt, der die hiesige in so vielem nachsteht.

Doch in so vielem dann auch wieder nicht: Den Besuchern des Baseballspiels der New York Mets gegen die Braves aus Atlanta wurde ein Moment magischer Schönheit geschenkt – allen, bis auf Spieler Martin Brado. Der haute den Ball, warf seinen Baseballschläger weg und rannte los.

Hinter ihm – das zumindest will ein YouTube-Video glauben machen – geschah das kleine Wunder: Der Baseballschläger tanzt kurz über den Boden und bleibt daraufhin einfach so kopfüber stehen, als ob es die Schwerkraft und den gesunden Menschenverstand nie gegeben hätte. Und dank des Internets darf die ganze Welt dran teilhaben. Schön.

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