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IPTV-Strategien Das Prinzip Gießkanne

2. Teil: HD-TV aus der DSL-Dose? Es ist keine Frage, ob das kommt, sondern wann. Im Zweifelsfall dauert es nur noch Wochen.

Codecs machen alles möglich

Das nächste Update des Flash-Players implementiert den H.264-Codec von MainConcept - und wird so über Nacht die Voraussetzung dafür schaffen, dass das Gros der Rechner in aller Welt prinzipiell HD-Streams empfangen und darstellen kann, wenn nur die DSL-Leitung dick genug ist. Da fehlen dann nur noch die entsprechenden Angebote, auf die nicht nur NBC sich gerade vorbereitet. Nicht unwahrscheinlich also, dass IPTV den qualitativen Standard klassischer TV-Sender schon bald rechts und links überholen wird.

Wie gut, dass die Hardware-Industrie immer mehr Geräte anbietet, die DSL-Buchse respektive Rechner direkt mit dem Fernseher im Wohnzimmer verbinden - zu inzwischen erschwinglichen Preisen. Das Beispiel Großbritannien aber zeigt, worauf es eigentlich hinausläuft: Auf kleine Settop-Boxen, die eine direkte Verbindung zwischen Internet und TV gewährleisten. So etwas gibt es dort von jeder Telefonfirma, aber auch von verschiedenen IPTV-Anbietern - so wie in Deutschland für die Triple-Play-Angebote der Telekom oder von maxdome.

Auch die ARD bastelt bereits an Verträgen mit dem Box-Entwickler itv solutions aus Berlin, der für deren Mediathek die passende Maschine im Angebot hat: Das Ding ist ein Hybrid, der zugleich DVB-T, -S und -C-Receiver ist, über Ethernet-Anbindung für die DSL-Buchse verfügt und als Festplattenrekorder dann 160 GB an TV-Inhalten speichern kann.

Wer macht das Fernsehen von morgen?

Kein TV-Sender kann es sich leisten, bei dieser rasanten Entwicklung außen vor zu bleiben - zumal die IT-Welt ihren eigenen Angriff auf die TV-Märkte längst vorbereitet. Bis Anfang nächsten Jahres will beispielsweise Hewlett Packard eine eigene, proprietäre Plattform namens Next.tv etablieren - durch Vorinstallation des gleichnamigen Players auf allen PC-Produkten.

Next.tv aber steht für mehr als nur für eine Media-Player-Software. Hinter dem Angebot steht ein Portfolio von Web-TV- und IPTV-Angeboten: Rund 50 Kanäle will HP zum Start anbieten. Das ist eine kräftige Konkurrenz für die klassische TV-Sender-Branche. CBS wird immerhin mit eigenen Inhalten vertreten sein, wenn auch huckepack via Veoh.

Solche Projekte sind der Hintergrund, vor dem das Prinzip Gießkanne seine Erklärung findet: TV-Inhalte sind definitiv dabei, ihre Exklusivität zu verlieren. Sie verlieren ihre Bindung an bestimmte Sender - legal und lizensiert oder weggefunden und wild auf Video-Plattformen publiziert - und gehen auf im ortlosen Netz, werden allgegenwärtig und überall zum Download angeboten.

Was kann man also Besseres tun, als die eigenen Inhalte fest an eigene Werbung zu koppeln und sie im Netz zu streuen? Die Zukunft des Programms hat die Gestalt einer Datenbank. In der IPTV-Welt ist der Anbieter irrelevant. Man schaut nicht mehr darauf, was am Abend ZDF, ProSieben oder NBC bieten. Man sucht nach spezifischen Inhalten, egal, wo die gerade angeboten werden, oder darauf, was live gerade über das Web streamt - und das ist keine Frage von Sendern, sondern von Zeiten.

Einen Ausblick darauf, wie so etwas einmal aussehen wird, bietet das Stream-Programm von Last100 für die USA. Noch ist das alles sehr überschaubar und statisch, kommt als kleiner, siebenseitiger Stundenplan daher. Wetten, dass binnen Jahresfrist ein wie auch immer gestalteter IPTV-Google diese Funktion erfüllt - und statt Sendern nur noch Links auf spezifische Inhalte serviert? Es scheint, dass der gut beraten ist, der bis dahin die Gießkanne gründlich kreisen lässt.

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insgesamt 150 Beiträge
Reziprozität 08.01.2007
Flach, ziemlich flach... Sowohl hardware- als auch programmtechnisch....
Zitat von sysopDas Fernsehen in den nächsten Jahrzehnten: Noch mehr Trash, Billig-Entertainment und Spiele? Oder zurück zu den Wurzeln, mit News, Dokumentationen und Information? Wie wird sich das Fernsehen entwickeln?
Flach, ziemlich flach... Sowohl hardware- als auch programmtechnisch....
Kritischer Leser 08.01.2007
Ich fürchte, das könnte stimmen. Aber es gibt ja immerhin DVD, Videokassetten und entsprechende Abspielgeräte und mancherorts auch noch Kinos. Nachrichten bekommt man auch im Radio oder aus der Zeitung. Oder man zahlt halt [...]
Zitat von ReziprozitätFlach, ziemlich flach... Sowohl hardware- als auch programmtechnisch....
Ich fürchte, das könnte stimmen. Aber es gibt ja immerhin DVD, Videokassetten und entsprechende Abspielgeräte und mancherorts auch noch Kinos. Nachrichten bekommt man auch im Radio oder aus der Zeitung. Oder man zahlt halt monatlich für einen gebührenpflichtigen Privatsender. Nicht ganz billig. Aber dafür bleiben einem dann auch Werbeblöcke oder gar Sendungsunterbrechungen weitgehend erspart. Zumindest in Frankreich. Nur: wacht man mal nächtens auf und findet den Schlaf so schnell nicht wieder, pfeift man eigentlich auch auf irgendein neuseeländisches Golfturnier. Ein Film wäre da irgendwie schon interessanter. Allerdings: mit Golf, zumal passiv, schläft man garantiert schnell ein. Vielleicht sollte ich mir mal einen Zweitfernseher fürs Schlafzimmer zulegen. Gesünder und effizienter als Schlaftabletten allemal. Und bequemer und erholsamer als der Schlaf auf dem Sofa.
SaT 08.01.2007
Es wird interaktiver werden und mit dem Internet eine Einheit bilden. Jeder kann dann mit relativ geringem Aufwand einen Fernsehkanal betreiben. Meine Hoffnung: das Monopol der jetzigen privaten und staatlichen Sender wird [...]
Zitat von sysopWie wird sich das Fernsehen entwickeln?
Es wird interaktiver werden und mit dem Internet eine Einheit bilden. Jeder kann dann mit relativ geringem Aufwand einen Fernsehkanal betreiben. Meine Hoffnung: das Monopol der jetzigen privaten und staatlichen Sender wird gebrochen. Zu einem Ereignis gibt es dann endlich mehrere Ansichten und auch aus heute vergessene Regionen wird berichtet. Natürlich besteht auch die Gefahr das Gerüchte in Umlauf kommen, das ist aber heute auch nicht anders. Es gibt dann aber wenigstens eine Interessantgruppe die Lügen als solche entlarven wollen und sich auch Gehör verschaffen können. Es gibt wohl einige die eine solche Entwicklung zu mehr Pluralismus mit allen Mitteln verhindern wollen.
WaR52 08.01.2007
Flach, ziemlich flach... nein, fernsehen der Zukunft wird affengeil..... weil es das fersehen von heute nicht mehr gibt. die sendeanstalten werden in der bedeutungslosigkeit verschwunden sein. in jedem wohnzimmer steht ein [...]
Flach, ziemlich flach... nein, fernsehen der Zukunft wird affengeil..... weil es das fersehen von heute nicht mehr gibt. die sendeanstalten werden in der bedeutungslosigkeit verschwunden sein. in jedem wohnzimmer steht ein terminal, von dem ich mir über internet, kabel, sat oder stromkreis einen anbieter aussuche, der das bietet was ich will. einschränkend sei zu sagen, das nonprofit organisationen auch dann nicht viel zu bieten haben werden, aber immerhin ein angebot stellen werden, damit die global player einen gegenpart haben. leider liegt der schwarze peter nicht nur bei den sendern. es muß sich niemand big brother ansehen, aber millionen sehen sich den schwachsinn an... was wollen wir also???
Besquare 08.01.2007
falsch! Bern das Brot ist Nachrichtensprecher und SpongeBob macht das Wetter, leider werden alle sagen, aber der mit der Klampfe macht die Börsen news, geht den Menschen eh nicht mehr drum was zu erfahren, sie wollen [...]
Zitat von ReziprozitätFlach, ziemlich flach... Sowohl hardware- als auch programmtechnisch....
falsch! Bern das Brot ist Nachrichtensprecher und SpongeBob macht das Wetter, leider werden alle sagen, aber der mit der Klampfe macht die Börsen news, geht den Menschen eh nicht mehr drum was zu erfahren, sie wollen abgelenkt bleiben. tata
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